Aachen: Alemannia gegen Wattenscheid: Die Netzschau

Aachen : Alemannia gegen Wattenscheid: Die Netzschau

Unter der Woche unterlag die Alemannia Viktoria Köln deutlich mit 0:4. Das Gute an einer englischen Woche ist, dass nur ein paar Tage später das nächste Spiel zur Wiedergutmachung ansteht. Genau das war der Plan der Schwarz-Gelben am Samstag gegen Wattenscheid. Doch der ging mal so gar nicht auf: Statt drei Punkten gab es drei Gegentore. Unsere Netzschau zum Spiel.

Nach dem Abpfiff in der Lohrheide stand aus Aachener Sicht ein 0:3 auf der Anzeigetafel. Damit fingen sich die Kaiserstädter in den abgelaufenen 180 Spielminuten sieben Gegentore, erzielten kein eigenes und holten null Punkte. Zu wenig für den dritten Tabellenplatz, viel schlimmer aber: zu wenig, um den sehr guten Gesamteindruck der Saison bis dahin zu bestätigen. Zwar war die Leistung am samstag im Vergleich zur Partie am Mittwoch besser - das war aber auch nicht schwer - doch auch gegen Wattenscheid leisteten sich die Jungs vom Tivoli in der Defensive viele Fehler und Unachtsamkeiten, nach vorne ging kaum etwas und insgesamt wirkte vieles sehr uninspiriert und teilweise lustlos. Entsprechend waren die Reaktionen nach dem Spiel:

Bei aller berechtigten Kritik an den Spielern, gibt es aber auch Kritik am Umgang einiger Fans mit der aktuellen Situation:

Dabei war die Motivation und die Vorfreude vor dem Spiel groß. In Wattenscheid sollten wieder Punkte her und der Blick aus dem Spielertunnel versprach beste Bedingungen: Der Rasen war grün und die Sonne zeigte sich von ihrer besten Seite.

Das gleiche Bild zeigte sich von der Tribüne aus. Zum Abschluss der Auswärtssaison stand den Alemannia-Fans in Wattenscheid „nur“ der Sitzplatz zur Verfügung. Das aber zu Stehplatzpreisen. Und da in Wattenscheider Kneipen zusätzlich Freikarten für das letzte Heimspiel der Gastgeber verschenkt wurden, kamen auch einige schwarz-gelbe Anhänger kostenfrei ins Stadion.

Fuat Kilic musste erneut auf die verletzten Azaouaghi, Fiedler, Kucharzik und Heinze verzichten. Zudem erkrankten Yesilova und Kühnel, die aber beide vor einem Abschied vom Tivoli stehen. Plunkte, der nach der Saison nach Nordhausen wechslet, zwickte der Rücken. Es reichte aber für einen Platz auf der Bank. Die Startelf setzte sich somit wie folgt zusammen:

Trotz der bitteren Klatsche im Spiel zuvor waren auch die Alemannia-Fans wieder zahlreich vertreten. Mehrere hundert hatten den Weg nach Wattenscheid angetreten und standen in der Lohrheide hinter ihrer Mannschaft.

Die Stimmung auf den Rängen war gut, das Spiel beider Mannschaften in der ersten Halbzeit eher weniger. Der Begriff „Sommerkick“ wird sicher zu häufig genannt, Chancen gab es in den ersten 45 Minuten aber auf beiden Seiten kaum. Für Aachen stand lediglich Joy-Slayd Mickels einmal in aussichtsreicher Position. Sein Kopfball in der 36. Minute gehörte aber der Kategorie „Rückgabe“ an.

Und so stand es zum Pausenpfiff 0:0. Ein Ergebnis, mit dem die Schwarz-Gelben rückblickend auch nach 90 Minuten gut hätten leben können. Doch Schiedsrichter Engelmann fand den Ton seiner Pfeife zum Wiederanpfiff wohl so schön, dass er diesen kurz danach in der 53. Minute erneut ertönen ließ und einen fragwürdigen Elfmeter für Wattenscheid pfiff. Wattenscheids Manuel Glowacz nahm das Geschenk dankend an und brachte sein Team in Führung.

Der Alemannia fiel im weiteren Spielverlauf keine passende Antwort ein und fing sich stattdessen kurz vor Schluss noch das zweite und dritte Gegentor. Für manche schloss sich so ein Kreis, wurde vor dem Spiel zum Einlauf der Mannschaften doch die Titelmelodie des Katastrophenfilms „Jurassic Park“ gespielt.

Nach dem Spiel waren die schwarz-gelben Anhänger verständlicherweise frustriert und es gab auch einige deutliche Worte an die Mannschaft. Tobi Mohr, Aachener Urgestein, hatte dafür aber vollstes Verständnis und stellte sich der Kritik.

Auch Aachens Geschäftsführer Martin vom Hofe, der das gesamte Spiel wieder einmal aus dem Block inmitten der eigenen Anhängerschaft verfolgte, genau so wie Abwehrspieler Alexander Heinze, schlichtete die Situation und redete mit den verärgerten Fans. Mit dem ein oder anderen trank er im Anschluss auch noch ein Versöhnungsbier.

Holli-Oche fasst das gesamte Geschehen kurz und knapp auf Twitter zusammen:

(bph)
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