Aachen: Alemannia gegen Rhynern: Die Netzschau

Aachen : Alemannia gegen Rhynern: Die Netzschau

Im letzten Ligaspiel der Saison hieß es auf dem Tivoli Abschied nehmen: die Alemannia von Spielern, Rhynern von der Regionalliga und die Fans der Schwarz-Gelben von einem möglichen Abschiedssieg zuhause. Unsere Netzschau zum 34. Spieltag der Alemannia.

Am Sonntag gab es nicht nur für die Mütter Blumen, auch die Alemannia verteilte bunte Sträuße. Gleich elf Spieler wurden von Robert Moonen vor dem Aufeinandertreffen zwischen der Alemannia und Westfalia Rhynern vom Tivoli verabschiedet.

Offiziell wurden 4.300 Karten für die Partie verkauft, so viele nahmen ihren Platz allerdings nicht wahr. Gefühlt war zum Saisonabschluss auf dem Tivoli deutlich weniger los, als das bisher der Fall war. Weniger los war an diesem Wochenende wohl nur in Wolfsburg beim Abstiegskrimi gegen den 1. FC Köln.

Um so viel ging es auf dem Tivoli aber nicht mehr, der sportliche Reiz war überschaubar. Die Gäste aus Rhynern standen als Absteiger fest. Aber zum Abschluss eine Tour zum Tivoli in die Kaiserstadt? Kann man mal machen. Das dachten sich auch die Anhänger der Westfalia und kamen gleich mit dem ganzen Dorf.

Die Schwarz-Gelben konnten in der Tabelle zwischen dem dritten und sechsten Platz wählen. Zudem konnten sich die Spieler für das Pokalfinale empfehlen.

Der Frühling zeigte sich von seiner schönsten Herbstseite, es regnete. Aber ein Regenschauer überm Tivoli gibt für den Sieg ja die Garantie!? Also eigentlich beste Voraussetzungen, um die Pleiten gegen Viktoria Köln und Wattenscheid wiedergutzumachen und sich für das Pokalfinale einzuspielen. Eigentlich. Denn bei Alemannia bestätigen Ausnahmen die Regel - aber dazu später mehr.

Zum Saisonabschluss auf dem Tivoli gönnten sich aber nicht nur die Gäste aus Hamm etwas, auch ein paar Aachener Fans betrachteten das Spiel ausnahmsweise aus einem anderen Blickwinkel. So eine Loge ist aber auch etwas Feines.

Fuat Kilic musste seine Elf im Vergleich zum Auftritt in Wattenscheid ordentlich umbauen. Alemannias Flankenmaschine Tobias Mohr, dessen Zukunft noch ungewiss ist, und Top-Scorer Mergim Fejzullahu, der Aachen zu einem noch unbekannten Ziel verlassen wird, fehlten gelb-gesperrt. Zudem sollte der ein oder andere Spieler mit weniger Einsatzzeiten in der Saison die Chance erhalten, sich auf dem Tivoli-Grün zu verabschieden. So sah die Personallage dann zum Anpfiff aus:

Begrüßt wurden die Spieler wieder mit einer großen Choreo, die einen klaren Auftrag formulierte.

Und dann wurde gespielt. Aber statt Wiedergutmachung zu betreiben, bekam die Alemannia keine Linie ins Spiel. Seit dem Uerdingen-Spiel spürte man in jeder Partie den dort erfolgten Knacks, das war auch gegen Rhynern in der ersten Halbzeit nicht anders. Und die Gäste, die das Abenteuer Regionalliga nach nur einem Jahr wieder beenden, zeigten sich zum Abschluss noch einmal von ihrer besten Seite und gingen nach einem Freistoß sogar in Führung (12.). Tim Neumann nutzte die Unkonzentriertheit der Hausherren aus und auf den Rängen konnte man vereinzelt Pfiffe wahrnehmen - auch weil den in Weiß spielenden Schwarz-Gelben bis zur Halbzeit nichts mehr einfiel.

Mit dem Wiederanpfiff zeigte sich aber ein ganz anderes Bild. Aachen rannte, kämpfte und spielte. Und der zukünftig in Rödinghausen spielende Joy-Slayd Mickels schnürte innerhalb weniger Minuten (52. und 54.) einen Doppelpack und drehte die Partie. Das freute auch Tobias Lippold, der ebenfalls seine letzten Runden im Alemannia-Dress auf dem Tivoli absolvierte.

Doch die Alemannia wäre nicht die Alemannia, wenn sie es mal wieder nicht vergessen hätte, den Sack endgültig zuzumachen. Chancen für das 3:1, 4:1 und mehr waren da. Ein weiteres Tor verhinderte der Schiedsrichter, die restlichen ausgelassenen Möglichkeiten gehen aber auf die Kappe der Spieler. Und so kam es, wie es kommen musste: Kurz vor Schluss kassierte die Kilic-Truppe durch Wiese den Ausgleich, Rhynern verabschiedete sich mit erhobenem Haupt aus der Liga, die die Alemannia aufgrund der an diesem Tag verlorenen zwei Punkte als Sechster und nicht als Vierter abschloss.

Nach dem Abpfiff galt die Konzentration auf den Rängen dem noch ausstehenden Pokalfinale und so versuchte man die Mannschaft dafür heiß zu machen. Im Netz gab es aber auch kritische Töne:

Die Leistung der vergangenen Wochen macht tatsächlich nicht unbedingt Mut für das Spiel im Bonner Sportpark. Aber auch dieses Spiel beginnt wieder bei 0:0. Und der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Und überhaupt gibt es Wunder immer wieder.

Für Alemannias Freunde aus Kerkrade allerdings gilt das in dieser Saison nicht mehr. Roda verlor am Sonntagabend das Relegationsrückspiel zuhause gegen Almere City FC mit 1:2 und steigt nach dem 0:0 im Hinspiel aus der Eredivisie ab. Kein guter Tag für alle in Schwarz und Gelb.

(bph)
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