Aachen: Alemannia gegen Fortuna: „Saison der Superlative” beginnt

Aachen: Alemannia gegen Fortuna: „Saison der Superlative” beginnt

Beim Gedanken an die kommenden Fußballduelle in der Regionalliga West schnalzt Hans-Joachim Sommers mit der Zunge. „Da ist die dritte Liga nichts gegen”, sagt der Präsident von Rot-Weiß Oberhausen.

Eine Fülle von Traditionsclubs soll das Interesse an der viertklassigen Spielklasse, die am Freitag mit der Partie Fortuna Köln gegen Alemannia Aachen in die Saison startet (AZ/AN-Liveticker ab 19 Uhr), weiter nach vorn treiben.

Vor allem durch drei Neulinge kann die Regionalliga einen Imagegewinn verbuchen: Allein Aachen, der KFC Uerdingen und die SG Wattenscheid weisen zusammen die Historie von 22 Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit auf.

RW Essen, Fortuna Köln und Oberhausen waren früher ebenfalls im Oberhaus aktiv. Viktoria Köln war 1962 im Europapokal dabei und mischte später ebenso wie die Sportfreunde Siegen in der 2. Liga mit. Essen und Uerdingen sind ehemalige DFB-Pokalsieger, RWE war 1955 mit Weltmeister Helmut Rahn deutscher Meister.

„Das wird eine Saison der Superlative. Die Regionalliga West ist die Königsklasse der Amateure und somit ein perfekter Unterbau zum Profifußball”, meint Hermann Korfmacher, Präsident des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes (WFLV), der die Liga ausrichtet. Auch in der zweiten Saison nach der Strukturreform im deutschen Amateurfußball treten in der Liga ausschließlich Teams aus Nordrhein-Westfalen an.

Knapp eine halbe Million Zuschauer verfolgte in der Premierensaison die Partien in den Stadion. Für die neue Spielzeit wird mit einer deutlichen Steigerung gerechnet. „Alleine die Paarung Alemannia Aachen gegen RW Essen hat das Potenzial, mehr Fans ins Stadion zu locken als so manches Bundesligaspiel”, glaubt Korfmacher. Essen stockt zum Saisonbeginn seit neues Stadion auf und kann künftig über 20.000 Zuschauer empfangen. Der Fernsehsender Sport1 hat bereits gute Erfahrungen mit Live-Spielen aus der West-Staffel gemacht und will nunmehr regelmäßig Regionalliga-Spiele übertragen.

Essen gehört, gemeinsam mit den Kölner Klubs Fortuna und Viktoria, zu den Topfavoriten. Insbesondere der Viktoria, die im Vorjahr lange die Liga dominierte, wird mit dem neuen Trainer Claus-Dieter Wollitz eine Ausnahmerolle zugetraut. Mittelfristig planen die Kölner den Durchmarsch in die 2. Liga. „Dass wir grundsätzlich aufsteigen wollen, ist selbstverständlich, es gibt aber keine Garantie”, erklärte Wollitz. Mehrere ehemalige Profis stehen im Kader, darunter der Ex-Alemanne Albert Streit, Mike Wunderlich und Aziz Bouhaddouz. „Viktoria ist ein spannendes Projekt, hier entstehen professionelle Strukturen”, meinte Wollitz.

Für Kritik der Vereine sorgt weiterhin die umstrittene Aufstiegsregelung. Die Meister der fünf deutschen Regionalligen bestreiten mit dem Südwest-Zweiten Relegationsspiele um drei Aufstiegsplätze zur 3. Liga. Trotz einer bemerkenswerten Saison, in der 86 Punkte geholt wurden, verpasste West-Meister Sportfreunde Lotte im vergangenen Juni in der Relegation gegen RB Leipzig den Einzug in die 3. Liga. Eine Änderung des Reglements ist auf dem Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im Oktober 2013 allerdings nicht geplant.

19 Vereine, darunter die U 23-Teams von sechs Erst- und Zweitligisten, starten in die Saison, in der bis zu fünf Absteiger ermittelt werden. Für den SV Lippstadt ist bereits die bloße Teilnahme der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. Eine gewisse Historie hat der Aufsteiger aus Westfalen allerdings ebenfalls aufzuweisen. Im Nachwuchs des Vorgängerclub Borussia Lippstadt hatte unter anderem Karl-Heinz Rummenigge seine Karriere begonnen.

(dpa)
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