Aachen: Alemannia: Folgt dem Gruselfilm eine Komödie?

Aachen: Alemannia: Folgt dem Gruselfilm eine Komödie?

Ein paar Minuten hat er sich die Scheibe angeguckt. Soll ich? Oder soll ich nicht? Soll ich mich noch weiter quälen? Oder lasse ich es? Am Ende hat Alemannias Trainer Ralf Aussem dann darauf verzichtet, auf der Rückfahrt von Karlsruhe den Horrorfilm einzuwerfen.

Der 90-Minuten-Gruselfilm „Un-Ruhe in Karls-Ruhe” wurde nicht mehr angetastet, obwohl er ein kleines Happy end - eine Punktlandung - hatte. Die DVD landet demnächst in Alemannias Videothek, vermutlich Abteilung Schmuddelecke.

„Die kurze Pause nach so einem Scheiß-Spiel ist vorteilhaft”, sagt der Film-Verächter Aussem. „Dann kann man den Eindruck sofort wieder korrigieren.” Dazu bietet die Partie gegen Rot-Weiß Erfurt am Dienstag um 19 Uhr schon wieder Gelegenheit. Natürlich könnte man auch aus dem in Karlsruhe gedrehten Sportstreifen viele Verbesserungsvorschläge ableiten. Aber Aussem will die kurze Zeit zwischen Spieltag 6 und 7 nicht mit einem Videostudium verkürzen.

Der Trainer orientiert sich lieber an Sonnen- denn an Regentagen. „Wir müssen unsere Stärken einbringen.” Das schnelle Umschalten, das energische Spiel über die Flügel, die Suche nach einem Abschluss fehlen derzeit. Die neue Mannschaft weiß im Moment nicht mehr, wie Druck machen geht, sie spielt nicht mehr kreativ und nicht mehr entschlossen genug.

Das alles wird auch dem Trainerstab nicht entgangen sein, ein Anlass für eine grundsätzliche Debatte ist das noch nicht. „Wir sind im Soll, wenn wir Erfurt schlagen. Das ist eine Mannschaft, die sicherlich nicht vor Selbstvertrauen strotzt”, vermutet Aussem. Die Einschätzung galt auch vor dem letzten Heimspiel für Kickers Offenbach, aber ein Förderprogramm „Wie mache ich Tabellenletzte wieder stark?” ist nicht vorgesehen. „Ohne Wenn und Aber erwarte ich einen Heimsieg”, sagt Manager Uwe Scherr, der eine deutliche Steigerung einfordert.

Aussem wird die Mannschaft vermutlich sanft reformieren. Allzu viel Tiefe bietet der Kader nicht. Die ehemaligen A-Jugendlichen Dario Schumacher und Robert Leipertz machen Fortschritte auf dem steinigen Weg in den Seniorenbereich, brauchen aber noch ihre Zeit. Vermutlich wird Marcel Heller heute nach wochenlanger Leistungsdürre erst einmal nur zuschauen, wie Konkurrent Florian Müller sich im rechten Mittelfeld müht.

Der 25-Jährige hat nach schweren Verletzungen fast zwei Jahre lang nicht mehr beim Anpfiff auf dem Platz gestanden. Und auch im Sturm könnte es eine Veränderung geben, da Timmy Thiele gerade ein bisschen durchhängt. „Freddy Borg ist eine Überlegung wert”, findet Aussem, der nichts dagegen hat, am Dienstag nach Spielende die Komödie „Lachen in Aachen” überreicht zu bekommen.

Mögliche Aufstellung: Krumpen - Schwertfeger, Olajengbesi, Erb, Baumgärtel - Brauer, Streit - Müller, Rösler, Kefkir - Borg

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