Drei Punkte gegen Kaan-Marienborn: Alemannia fährt auswärts den nächsten Arbeitssieg ein

Drei Punkte gegen Kaan-Marienborn : Alemannia fährt auswärts den nächsten Arbeitssieg ein

Die Erleichterung war Niklas Jakusch anzusehen. Mit einem breiten Grinsen verließ Alemannias Keeper den Kunstrasenplatz der Herkules-Arena, 1:0 hatten sich die Aachener im Nachholspiel der Fußball-Regionalliga-West beim 1. FC Kaan-Marienborn durchgesetzt.

Alemannias Trainer veränderte seine Startelf im Vergleich zum Westschlager gegen RW Essen auf drei Positionen. Für die verletzten Steven Rakk und Patrick Salata liefen David Pütz und Sebastian Schmitt auf. Darüber hinaus nahm Blendi Idrizi zunächst auf der Bank Platz, für den Torschützen aus dem Essen-Spiel kam Kai Bösing zum Einsatz. Auf dem ungeliebten Geläuf – zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte absolvierte die Alemannia ein Ligaspiel auf Kunstrasen – brauchten die Aachener ein paar Minuten, um sich zu akklimatisieren. Zwar erwiesen sich die tiefstehenden Kaan-Marienborner als durchaus großzügige Gastgeber, da sie den Gästen den Ball fast vollständig überließen.

Der Aufsteiger lauerte aber auf Kontersituationen, und eine davon sorgte dafür, dass Tiziano Lo Iacono (5.) den ersten Warnschuss abgab. Nach Ablauf der Anfangsviertelstunde erhöhten die Aachener den Druck, und die Suche nach der Lücke in der Hintermannschaft der Hausherren begann. Vincent Boesen hatte die erste zündende Idee, mit einem Diagonalball fand er Robin Garnier.

Die Flanke des Rotschopfs landete genau vor den Füßen von Dimitry Imbongo, der Angreifer scheiterte aber aus kürzester Distanz an FC-Keeper Christian Bölker (19.). Der Führungstreffer hätte für neue Dynamik gesorgt, stattdessen wurde es zur Geduldsprobe für die Gäste. Das lag auch daran, dass Stipe Batarilo nach einer schönen Kombination nur den Innenpfosten traf (30.). Die vom Abstieg bedrohten Hausherren gaben durch Burak Gencal (32.) noch mal ein Lebenszeichen ab, natürlich nach einem Konter, wirklich gefährlich wurde es für Alemannias Keeper Niklas Jakusch aber nicht. Der Unterhaltungswert war in den restlichen Minuten bis zur Pause überschaubar, torlos ging es für beide Teams in die Kabine.

Das Flutlicht wurde angeschaltet, die Machtverhältnisse blieben aber auch bei veränderten Sichtverhältnissen gleich. Die Aachener versuchten das Abwehrbollwerk der Hausherren zu knacken, Boesen (49., 59.) zielte aber gleich zwei Mal zu ungenau. Der Glaube an einen Punktgewinn gegen den großen Favoriten wuchs mit jeder weiteren verstrichenen Minute, und das verlieh den Kaan-Marienborner Mut.

Die Chancen, einen Zähler im Abstiegskampf einzufahren, wären sogar noch ein bisschen größer geworden, hätte Jakusch die Doppelchance von Leon Binder (69.) nicht mit zwei Glanzparaden vereitelt. „Wir haben ein wenig den Faden verloren“, räumte Kilic ein. Aber es passte zu diesem Spiel, dass ausgerechnet in der schwächsten Aachener Phase Imbongo den gordischen Knoten zerschlug: Nach einer Ecke von Manuel Glowacz köpfte der Angreifer den Ball wuchtig in die Maschen – 1:0 (78.).

Fünf Minuten vor dem Ende hätte Imbongo den Arbeitssieg schon unter Dach und Fach bringen können, der Stürmer zielte jedoch zu hoch. Die Aachener mussten noch eine Schrecksekunde überstehen, aber Binder zielte zu hoch (89.). „Es war das erwartet schwere Spiel“, sagte Kilic. „Unter dem Strich war wichtig, dass wir die drei Punkte geholt haben.“ Denn die haben die Alemannia auf Platz vier der Tabelle gespült.

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