Auswärtssieg: Alemannia dreht die Partie gegen Köln und siegt 2:1

Auswärtssieg : Alemannia dreht die Partie gegen Köln und siegt 2:1

Zur Pause hatte sich die Situation deutlich zugespitzt. Alemannia lag wieder einmal zurück. Als dann aber die Tore nach Spielende abgebaut wurden, war die Aachener Welt wieder ein Ordnung. Die Gäste hatten die Partie gedreht, besiegten die Zweitbesetzung des 1. FC Kön durchaus verdient mit 2:1 und klettern nun langsam ins Mittelfeld.

Es wurde noch einmal Zeit, dass wir uns für den Aufwand belohnen“, atmete Fuat Kilic hörbar auf.

Aachens Trainer hatte seine Mannschaft nach dem letzten Heimspiel gegen Kaan-Marienborn stärker umgebaut. Patrick Salata und Marcel Kaiser kamen in die Startformation. Der Coach stellte mehr körperliche Präsenz und mehr Tempo auf. Zudem kehrte er wieder zu einer Kette mit vier Innenverteidigern in der Abwehr zurück. Auf der letzten Linie standen nur Hünen, die man sich problemlos auch als Türsteher einer Nobeldisko vorstellen kann. Verbunden war damit eine ziemlich offensive Ausrichtung, die Mannschaft attackierte schon tief in der gegnerischen Hälfte.

„Wir wollen uns weniger Zeit zum Nachdenken geben, wir wollen drauf gehen“, stand auf dem Matchplan, den Kilic ausgegeben hatte. Zuletzt war nahezu die komplette Mannschaft ins Grübeln gekommen, als die Treffer gegen den Tabellenletzten ausblieben.

Und so sahen 800 Zuschauer ziemlich viele Aachener Draufgänger, die das Nachwuchsteam der Kölner früh attackierten. Eine Viertelstunde lang sah das vielversprechend aus, auch wenn sich die Gäste keine erwähnenswerten Möglichkeiten erspielten. Der Rückschlag kam mit dem ersten Schuss aufs Aachener Tor. Chris Führich zog vom linken Flügel nach innen, sein Schuss aus 18 Metern schlug abgefälscht im Aachener Tor neben Niklas Jakusch ein. „Wir sind in einer Phase, in der jeder Schuss ein Treffer ist, das ist unglaublich“, ärgerte sich der Alemannia-Keeper, der ansonsten nahezu beschäftigungslos blieb. Gespielt waren da 16 Minuten in dem Treffen, das etwas überraschend im Tabellenkeller stattfand.

Alemannia Aachen siegt nach 0:1-Rückstand beim FC

Schockstarre setzte bei den Aachenern nicht ein, sie blieben in der Spur, auch wenn dem ballsicheren FC-Nachwuchs die Ausgangslage zunehmend besser gefiel. Alle drei Aachener Torschüsse bis zum Seitenwechsel gab Stipe Batarilo ab. Einmal verzog er um drei Meter (26.), dann wurde er nach einem Doppelpass mit Boele Imbongo geblockt (28.). Schließlich musste Kölns neuer Torwart Brady Scott noch seinen Fernschuss aufnehmen (45.). Es war seine einzige Herausforderung im ersten Akt, die Gäste Aachener blieben zunächst unter ihren Ansprüchen, auch die Standards fanden selten einen Adressaten.

Zudem hatte Kölns U21 noch einen ziemlich sattelfesten Verteidiger aufgeboten. Der ausgebootete Profi Frederik Sörensen war ein umsichtigerAbwehrorganisator. Der Däne hat nebenbei mehr Marktwert als der gesamte Aachener Kader. Wieder einmal lag Alemannia zurück, als die Seiten getauscht wurden.

Stipe Batarilo war der einzige Aachener, der den Abschluss weiter suchte. Im vierten Anlauf schaffte er seinen Premierentreffer. Aus 15 Metern verwertete er geschickt eine Flanke von Marcel Kaiser zum 1:1 (58.).

Die Mannschaft bekam Wind unter die Flügel, während der FC sich zunehmend mit der Punkteteilung anfreundete. Den Aachenern war das zu wenig, sie waren gieriger als der Gegner an diesem Abend.Matti Fiedler entdeckte Stürmerblut, ging auf der rechten Seite durch, und seine Hereingabe verwertete Kaiser zum 2:1 (72.) – der verdiente Lohn. Kölns Trainer Markus Daun macht nach dem Spiel aus seinem Herzen keine Mördergrube, die zweite Halbzeit lag ihm schwer im Magen. „Bei Aachen waren Männer auf dem Platz, wir müssen von solchen Gegnern lernen“, analysierte der Ex-Aachener. „Wenn man so auftritt, hat man keinen Punkt verdient.“

Alemannias zweiter Saisonsieg kam jedenfalls nicht mehr in Gefahr. Im Gegenteil, Imbongo schüttelte seinen hartnäckigen Verfolger Sörensen ab, eilte alleine aufs Kölner Tor zu, doch FC-Keeper Scott zeigte seine beste Parade. Da lief bereits die Nachspielzeit, die nichts mehr änderte. Der Rest war Jubel der Aachener, die seit sechs Spieltagen unbesiegt sind.

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