Aachen: Alemannia: „Den Glauben an sich selbst wiederfinden”

Aachen: Alemannia: „Den Glauben an sich selbst wiederfinden”

Samstagvormittag trainiert der Alemannia-Kader am Tivoli zum letzten Mal vor dem Sonntagsspiel in Ingolstadt, dann besteigen die Spieler und Trainer das Flugzeug nach München, von wo aus es mit dem Mannschaftsbus in die Autostadt geht.

Dann haben Ralf Aussem und sein Co-Trainer Michael Burlet an allen Schrauben und Schräubchen gedreht, um noch das große Ziel zu erreichen, auf den letzten Metern der Saison den Klassenerhalt zu schaffen.

„Die Tabellensituation hat sich nicht geändert seit Montag”, meinte der 51-Jährige zu Beginn der Spieltags-Pressekonferenz, um zu verdeutlichen, dass auch seine Fähigkeiten, in nur einer Woche die großen Weichen zu stellen, keine überirdischen sind. Dass er mit dieser Aussage falsch lag, wurde erst am Donnerstagabend klar, als Hansa Rostock zu einem unerwarteten Sieg über Fortuna Düsseldorf kam und Aachen ohne eigenes Zutun die Rote Laterne für den letzten Tabellenplatz entgegennehmen musste.

Dennoch bleibt der Blick (ausschließlich) nach vorn gerichtet: „Seit Montag sind die Uhren umgestellt, und es interessiert uns nicht, was an eventuellen Defiziten aus der Vergangenheit da sein kann”, verkündet Aussem entschlossen - und räumt damit zugleich ein, dass eine Arbeitswoche wohl nicht reicht, um Grundlegendes zu verändern. „Es geht darum, Blockaden zu lösen, und den Glauben an sich selbst wiederzufinden”, meint der 51-Jährige, passend zum Osterwochenende.

So wurden mit allen Spielern Einzelgespräche geführt, die Trainingsinhalte so gestaltet, dass die verunsicherten Akteuren Erfolgserlebnisse hatten. „Wir haben ein Turnier mit Fünfer-Mannschaften gemacht”, gibt Ralf Aussem ein Beispiel, „da gibt es viele Torabschlüsse, Handlungsschnelligkeit ist gefragt, und das Coachen untereinander ist enorm wichtig. Es spielt sich vieles in der Birne ab.”

„Viel Feuer drin”

Dass es für den Verein um alles oder nichts geht, scheint auch bei den Spielern angekommen zu sein: „Bei den Einheiten war sehr viel Feuer drin”, meint Aussem zufrieden, „alle ziehen engagiert mit, keiner ist abgefallen.” Zudem scheint auch der Konkurrenzkampf im Kader neu entfacht zu sein, für einige Spieler wohl auch die letzte Chance, (positiv) auf sich aufmerksam zu machen. „Im Training haben sich auch einige hervorgetan, die bislang noch nicht so oft gespielt haben.”

Die Startelf komplett auf links zu drehen, kann dennoch nicht das Ziel sein, auch wenn Aussem über „personelle Änderungen” nachdenkt. Verraten will er seine Gedanken nicht, „da kann ich ja gleich in Ingolstadt anrufen und sagen, wie wir spielen wollen.”

Beim Freitagstraining ließ Aussem dann Elf gegen Elf spielen - und beim Verteilen der Leibchen (siehe Spielgrafik) dürfte es einige erstaunte Gesichter gegeben haben. „Es gibt schon Überlegungen, dass die, die die Leibchen angehabt haben, auch spielen”, hält sich Aussem weiter bedeckt. „Aber Spieler wie Auer und Sibum sind für das Team auch wichtig, wenn sie nicht von Anfang an spielen.”

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