Aachen: Alemannia: Demai & Co. wollen 90 Minuten Feierstimmung

Aachen: Alemannia: Demai & Co. wollen 90 Minuten Feierstimmung

Ein paar Business-Plätze sind noch zu vergeben, auch der Gästeblock hat etwas Luft und die Stehtribüne. Doch viel geht nicht mehr rein in den Tivoli. „Das gibt es selten”, sagt Aimen Demai, „dass der Tabellenletzte vor fast ausverkauftem Haus spielt.”

Die 1000. Zweitligapartie von Alemannia Aachen machts möglich; Demai vermutet eine prächtige Atmosphäre, wenn Schiedsrichter Peter Sippel am Sonntag (13.30 Uhr) gegen den MSV Duisburg anpfeift. „Es liegt dann an uns, diese Stimmung über das ganze Spiel zu halten.”

Noch vor wenigen Wochen hatte es nicht danach ausgesehen, dass Aimen Demai am 6. November eine aktive Rolle erhalten sollte. Der 28-Jährige war abgeschoben in die Zweite Mannschaft, als Folge einer Suspendierung durch Peter Hyballa, dem die Aussage „Der Trainer hat mir nicht vertraut” aufgestoßen war. Ein Wechsel zurück zum FC Metz platzte, der französische Zweitligist wollte Demai nur für ein Jahr und als Rechtsverteidiger verpflichten. Nun haben sich die Dinge „für mich gut entwickelt”, nach dem Amtsantritt von Friedhelm Funkel „hatte ich mir wieder Hoffnungen gemacht” auf eine Rückkehr in den Profikader. „Überrascht war ich nicht.”

Unter dem neuen Chefcoach darf Aimen Demai auch wieder auf einer Position spielen, die sein Ding ist. „Ich wurde als Sechser geholt, als Sechser bin ich wertvoller für die Mannschaft.” Nicht ohne Schuldgefühle: Der Elfmeter-Fehlschuss zuletzt in Bochum war „ein schlechter Moment. Wir hatten richtig viel investiert, und dann wird die Mannschaft nicht belohnt. Das hat weh getan.” Aber: „Ich schieße auch den nächsten Elfmeter.”

Noch ist nicht viel passiert: Die letzten sechs Teams der Liga bewegen sich innerhalb von drei Punkten. Doch der Druck steigt von Spieltag zu Spieltag, wenn Gelegenheiten wie in Dresden und in Bochum ausgelassen werden. „Wir haben eine gute Mannschaft, wir haben die Qualität - diese Einstellung habe ich in Kaiserslautern erlebt. Es ist gefährlich, so zu denken”, sagt Aimen Demai. „Die Spiele sind schnell weg.” Am Tivoli können sich manche noch daran erinnern, genau so war es in der Saison 1989/90: Eine Mannschaft gespickt mit Bundesliga-erfahrenen Profis und Nationalspielern wie Polens Kapitän Waldemar Prusik redete sich von Woche zu Woche ein, wie stark sie doch eigentlich sei. Am 13. Mai 1990, in Bayreuth, war Alemannia abgestiegen.

Natürlich ist Aimen Demai davon überzeugt, dass diese Saison ein glückliches Ende nehmen wird. „Der Trainer hat eine Mannschaft übernommen, die verunsichert war. Zaubern kann er auch nicht, man darf nicht erwarten, dass wir plötzlich wie die Weltmeister spielen. Aber wir stehen wieder gut auf dem Platz. Das ist die Basis, um aus dem Tabellenkeller rauszukommen. Es gibt keinen Grund, daran zu zweifeln.”

Viele Fehler darf sich Alemannia jedoch nicht mehr erlauben. „Wer jetzt nachlässt, der wird bestraft”, sagt Demai. „Bis zur Winterpause sollten wir zumindest den Anschluss halten”, um im neuen Jahr die Gefahrenzone endgültig zu verlassen.

Ein schöner Anfang wäre ein Sieg am Sonntag, im 1000. Spiel Zweite Liga.

Hoffnung bei Manuel Junglas auf die Startelf und 3000 Euro Strafe für den Klub

Teil zwei der Wiedersehens-Wochen für Friedhelm Funkel: Zwischen VfL Bochum und Eintracht Frankfurt schiebt sich der MSV Duisburg als ehemaliger Klub des Alemannia-Trainers.

„Ich hoffe, dass wir an die gute Leistung der zweiten Halbzeit in Bochum anknüpfen können”, sagt Funkel. „Wir sind läuferisch besser geworden, ein Stück weit selbstbewusster, es kristallisiert sich eine Mannschaft heraus.” Der 57-Jährige warnt aber davor, die „Zebras” am letzten Ergebnis (0:3 gegen 1860 München) zu messen.

Wenn überhaupt, wird es nur eine Änderung in Aachens Startelf geben. Manuel Junglas scharrt mit den Hufen, unter der Woche gab der 22-Jährige im Trainingsspiel die „hängende Spitze”. Weichen müsste Sergiu Radu.

Ein gefüllter Bierbecher, geworfen beim Auswärtsspiel gegen Union Berlin, und zwei Knallkörper, gezündet während der Partie bei Dynamo Dresden, kosten Alemannia 3000 Euro. Diese Geldstrafe verhängte der DFB.