Aachen: Alemannia: Am Tivoli rollt wieder der Ball

Aachen : Alemannia: Am Tivoli rollt wieder der Ball

Beifall bei einem eher ereignislosen Laktat-Test ist selbst am Tivoli eher ungewöhnlich. Alemannias Profis wurden durchaus wohlwollend am ersten Arbeitstag der neuen Saison empfangen. Etwa 300 Fans beobachteten die ersten schweißtreibenden Runden beim Trainingsauftakt. Und die Anhänger registrierten, dass Fußballpause nicht zwingend Freizeit bedeutete.

Vor allen Aimen Demai und Kris Thackray hinterließen einen guten, ersten Eindruck.
Vorher hatte der neue Cheftrainer Christian Benbennek die Mannschaft erstmals begrüßt. Der 42-Jährige sprach kurz über den Teamgeist, den die Mannschaft in den letzten Saison ausgezeichnet hat.

Die Neuzugänge der Alemannia mit ihrem Cheftrainer Christian Benbennek. Foto: Jerome Gras.

„Den wollen wir aufrecht erhalten, dafür sind alle verantwortlich - auch die Neuzugänge.“ Eine erste „Teambuilding-Maßnahme“ fand bereits am Samstagnachmittag statt. Mit den Partnerinnen und Sponsoren verbrachte die Mannschaft einen Grill-Nachmittag in Geilenkirchen am Gut Loherhof.

Beim Wiegen hatte es nur zwei kleinere Außreißer nach oben gegeben. Die Profis haben nun ausreichend Gelegenheit, ihr Idealgewicht zu erreichen. Der Trainer wird ein Auge darauf haben. Zudem werden die Ergebnisse des ersten Trainingstages - Laktat ist der beste Indikator für die objektive Beurteilung der Ausdauerfähigkeit - schon am Montag vorliegen.

Bis dahin könnte sich die Gruppe vergrößert haben. Im Anflug ist ein drittliga-erfahrener Linksverteidiger. Keine Rolle mehr auf dieser Position spielt Roberto Guirino. Der 23-Jährige hatte sich bei seinem ersten Einsatz im Januar eine Kreuzbandzerrung zugezogen. Manager Alexander Klitzpera hatte ihm die Möglichkeit angeboten, in den ersten Tagen der Vorbereitung für einen neuen Vertrag vorzuspielen. Der Verteidiger dagegen wollte parallel noch ein Probetraining bei Viktoria Köln ab Montag absolvieren. „Die Reihenfolge gefällt mir nicht“, urteilte Benbennek.

Alemannia trennt sich von Guirino - ebenso wie von Torwart Tim Stienemann, der ein Angebot nicht annahm. Als dritter Keeper absolviert nun der Belgier Gilles Deusings (zuletzt CS Visé) in den nächsten Wochen ein Probetraining. Auf der Wunschliste steht wohl auch noch ein klassisch ausgebildeter Mittelstürmer. Keine Nachwuchskraft, sondern ein erfahrener Spieler mit entsprechender Torgarantie. Mit der Idee sind die Aachener nicht exklusiv unterwegs. Benbennek bleibt entspannt. „Lasst uns mal anfangen, vielleicht werden wir auch ein System ohne klassische Neun entwickeln.“

Tim Jerat fehlt in den nächsten zehn Tagen noch, der Routinier schließt sein Studium in den USA ab. Die Zusage lag schon lange vor. Aber geklärt ist trotz laufenden Vertrags nicht, ob er noch ein Jahr am Tivoli bleibt. „Es gibt Gespräche über seine Zukunft“ , sagt der neue Trainer. „Tim ist ein wichtiger Spieler für uns.“

Am Sonntag war die Mannschaft dann tatsächlich wieder am Ball. Die Gruppe bleibt entgegen ihrer ursprünglichen Planung auch in der Vorbereitung durchgehend in Aachen. Ausweichplätze im Nachbarland erwiesen sich als nicht sonderlich tauglich. Die erste Woche werden die Übungen und Läufe noch auf dem (ungeliebten) Kunstrasenplatz stattfinden, ehe der Trainingsplatz wieder nutzbar ist.

Fast täglich stehen zwei Einheiten an, ehe am kommenden Samstag der erste Test beim FC Roetgen angepfiffen wird. Der Sonntag könnte der erste freie Tag der Vorbereitung werden - „wenn alle mitziehen und das Testspiel vernünftig abläuft“ , sagt der neue Trainer.

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