Alemannia Aachen vor dem Heimspiel gegen VfB Homberg

Gegen den zweiten Aufsteiger in einer Woche : Alemannia plant das nächste „Vollgas-Spiel“

Die Alemannia trifft in einem weiteren Heimspiel auf den nächsten Aufsteiger. Gegen den VfB Homberg werden knapp 6000 Zuschauer auf dem Tivoli erwartet. Aachens Trainer Fuat Kilic stellt eine klare Forderung an seine Mannschaft.

Aus Alemannias Datenraum drangen während der Woche unerwartete Erkenntnisse. Die Lauf- und Sprintleistung der Mannschaft beim Ligaspiel gegen den TuS Haltern war noch höher als im Pokalfight gegen Bayer Leverkusen.

Das mag daran liegen, dass sich das Team gegen den Bundesligisten notgedrungen zeitweise ein bisschen verschanzen musste. Die gemessenen Werte im Ligaalltag beeindruckten dennoch den Trainer. „Wir hatten viel Tiefe in unserem Spiel“, resümierte Fuat Kilic zufrieden. Die Mannschaft ließ nicht vorzeitig den Hammer fallen, zog das Tempo durch und feierte souverän den ersten Saisonsieg, der ein paar Törchen zu niedrig ausfiel, wie vermutlich auch die Statistiker belegen können. 13 Eckbälle verpufften zum Beispiel ziemlich wirkungslos.

Die sportlichen Leistungsdaten macht Kilic dann auch gleich zum Maßstab für die nächsten Monate. „Ich hoffe, jeder hat nun verstanden, dass wir nicht die Mannschaft mit den herausragenden Individualisten sind, die im Vorbeigehen Spiele gewinnen kann“, sagt der 46-Jährige. „Wir sind nur stark, wenn wir als Gruppe funktionieren“, hat er diese Woche gesagt.

Der nächste Praxistest steht schon am Samstag (14 Uhr) an, mit dem VfB Homberg stellt sich der nächste Aufsteiger vor. Die Teams duellieren sich nicht zum ersten Mal. Der erste Wettkampf – die Älteren erinnern sich noch – fand am 27. September 1964 in der Regionalliga West statt. Aachens Gegner war damals noch der Vorgängerklub Homberger SV, der sein Heimspiel durch ein spätes Tor für sich entschied. Das Rückspiel ein paar Monate später am Tivoli endete torlos, Christian Breuer verschoss einen Elfmeter. Erwin Hermandung wurde als bester Spieler auf dem Platz hervorgehoben, so dass sich gerade fein der Bogen in die Neuzeit schlagen lässt, feiert der kantige Verteidiger doch am Sonntag seinen 75. Geburtstag.

Ihm zu Ehren wird Alemannia kein Defensiv-Festival veranstalten, die Mannschaft will an den guten alten Tivoli-Tugenden festhalten. „Wir wollen mit der gleichen Intensität auftreten“, sagt André Wallenborn, der sich schnell zum Leistungsträger gemausert hat. „Wir wollen da anknüpfen“, sagt der Mann vom linken Flügel. Die Mannschaft plant wieder einen „Vollgas-Auftritt“, hofft der Trainer. Der Tivoli soll allmählich einmal zur uneinnehmbaren Festung ausgebaut werden. „Nach zehn Jahren wird es auch mal Zeit“, findet nicht nur Kilic. Die Verabredung gilt.

Der Coach wird seine Mannschaft allenfalls punktuell ändern, deutet er an. Kai Bösing, Can Özkan, Vincent Boesen und Peter Hackenberg sind im Krankenstand, fallen vorerst aus. Die Kollegen streben den zweiten Saisonsieg an. Erwartet werden laut Ticketabteilung knapp 6000 Zuschauer.

Mögliche Aufstellung: Cymer - Fiedler, Heinze, Salata - Müller, Rakk, Garnier, Wallenborn - Rüter, Bors, Batarilo

Schiedsrichter: Jonas Windeln (Wegberg)

Bilanz: 6 Spiele/3 Siege/2 Remis/1 Niederlage/9:2 Tore

Internet: Liveticker und Video (ab 19 Uhr) bei az-web.de/an-online.de