Alemannia Aachen und das erste Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf II

Alemannia vor dem ersten Heimspiel : Fuat Kilic nimmt die „Taktikfüchse“ ins Visier

Alemannias Trainer ist vor dem Heimspiel gegen Düsseldorf erbost über die Schwarz-Weiß-Malerei nach nur der Niederlage zum Auftakt in Wuppertal.

Alemannias erstes von vermutlich 36 Spielen ist vorbei, und diese überflüssige Niederlage beim Wuppertaler SV hat gleich etliche Krisen ausgelöst: eine Trainer-, eine Torschuss-,  eine Taktik- und auch eine Torwartkrise. So beschreibt es jedenfalls mancher Alemannia-Fan in den einschlägigen Foren.

Solche Kritik nach nur 90 Minuten trifft den Nerv des Trainers an einer ziemlich empfindlichen Stelle. „Jeder mit drei Gramm Gehirn glaubt im Schutze der Anonymität, unsere Arbeit beurteilen zu können. Dafür habe ich kein Verständnis“, echauffiert sich Fuat Kilic. „Auch ohne Ausbildung glaubt jeder, Trainer spielen zu können“, sagt er und empfiehlt „diesen Taktikfüchsen“ doch mal eine eigene Mannschaft in einer unteren Liga zu übernehmen.

„Wahre Fans“ würden anders ticken, sagt er vor dem ersten Heimspiel am Samstag gegen Fortuna Düsseldorfs U 23. Die würden sich zum Beispiel daran erinnern, dass der Verein noch vor einem Jahr in der Insolvenz war.

Die Enttäuschung nach dem ersten Spieltag ist groß, und dass sie so groß ist, hat mit den gestiegenen Erwartungen zu tun. Der Verein hat nach Jahren noch einmal etwas gewonnen. Der Pokalsieg ist nicht nur ein Trostpflaster für die vielen Wunden, die der Klub in den letzten Jahren geschlagen hat. Der Erfolg hat auch die Sehnsucht nach den guten alten Zeiten wieder verstärkt.

Das Resultat lässt sich in Zahlen ablesen. Mehr als 3100 Dauerkarten wurden verkauft (700 mehr als am Ende der letzten Saison), und das Pokalspiel gegen Leverkusen wird ausverkauft sein (es gibt noch ein paar hundert Tickets). Das ist die Ausgangslage vor dem ersten Heimspiel. Kilic wehrt sich vor dem Anpfiff gegen die „Schwarz-Weiß-Malerei“: „Wer ein bisschen Ahnung hat, sieht, wie unglücklich wir das Spiel in Wuppertal verloren haben.“ Hätte zum Beispiel Gary Noel nach 20 Minuten seine Mannschaft in Führung geschossen, würden die Kommentare nun ganz anders ausfallen, vermutet er.

Der neu verpflichtete Torjäger hat aber nicht getroffen, und so liegen die Nerven schon nach dem Auftakt teilweise ein wenig blank. „Es ist im Fußball fast schon üblich geworden, nach nur einem Spiel alles in Frage zu stellen“, wundert sich auch „Torjäger“ Matti Fiedler. „Das ist unangebracht.“

Kilic sagt, er wolle die Niederlage lieber seriös einordnen und aufarbeiten. Die Mannschaft ist ziemlich dominant aufgetreten, aber auf der Mängelliste stehen „Fehler beim Gegenpressing“, ein zu „pomadiges Umschaltverhalten“ und natürlich der Klassiker: „mangelnde Effektivität“. Die ausgemachten Defizite prägten dann auch gleich die Trainingsarbeit in dieser Woche.

Nervosität jedenfalls macht sich nach dem vermurksten Auftakt nicht breit, sagt Abwehrspieler Matti Fiedler. Die eingespielte Mannschaft ist auch eingespielt in der Verarbeitung solcher Rückschläge. Der Spielplan meint es gut mit den Aachenern, die bis zum 24. August nun zu vier Heimspielen in Folge einladen – Pokal inklusive. Das bietet die Chance, die Tabelle in den nächsten Wochen schnell zu korrigieren. „Wir wissen nämlich, was die Mannschaft zu leisten vermag“, sagt der angefressene Trainer.

Mögliche Aufstellung: Cymer - Fiedler, Heinze, Hackenberg, Wallenborn - Pütz - Glowacz, Batarilo, Garnier, Schmitt - Bors

Schiedsrichter: Robin Braun (Wuppertal)

Bilanz: 14 Spiele/8 Siege/3 Remis/3 Niederlagen/29:14 Tore

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