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Alemannia Aachen: Trainer Stefan Vollmerhausen in Corona-Quarantäne

Trainer in Quarantäne : Alemannia spielt nicht

Stefan Vollmerhausen ist seit Mittwoch eine „Kontaktperson“. Daran ändert auch ein negativer Test nichts. Unterdessen debattieren die Politiker, ob sie auch den Ligabetrieb im November komplett wieder einstellen müssen.

Die Nachricht vom positiven Test hatte schnell negative Auswirkungen. Am Mittwochmorgen wurde Alemannias Trainer Stefan Vollmerhausen von einem Bekannten informiert, dass bei ihm soeben das Virus Covid-19 festgestellt worden sei. Das Problem an der Sache ist, dass sich die beiden Männer noch am Samstagabend zum Essen getroffen hatten. Der Fußballfreund war erst zwei Tage zuvor getestet worden, das Ergebnis war negativ, deswegen verabredeten sich die Männer guten Gewissens.

Seit Mittwochmorgen ist nun alles anders. Der Bekannte ist Index-Patient, Vollmerhausen nun Kontaktperson. Im Jargon des Gesundheitsamts ist er „K 1“. Darunter fallen alle Gesprächspartner, mit denen sich ein Infizierter länger als 15 Minuten unmaskiert in einem Raum aufgehalten hat. Die Regelungen für K-1-Personen sehen eine 14-tägige häusliche Quarantäne ab dem Tag des letzten Kontakts vor. Das ändert vorerst auch der negative Schnelltest nicht, den Aachens Trainer sofort machen ließ. Vorerst sitzt Vollmerhausen „maximal bedient“ zu Hause in Wuppertal fest.

Der informierte Staffelleiter Wolfgang Jades sagte daraufhin das für Mittwochabend geplante Nachholspiel der Aachener bei Fortuna Düsseldorf II sofort ab. Aachens Spieler trainierten stattdessen. Eine Quarantäne für die Spieler ist nicht notwendig, weil der Trainer negativ getestet wurde. Für ihn steht zeitnah ein weiterer Test an, den das Gesundheitsamt Wuppertal wie immer in solchen Fällen veranlasst hat.

Am Samstag steht das nächste Spiel von Alemannia Aachen an, diesmal beim SV Straelen. Der Trainer wird dann absehbar noch zuhause festgesetzt sein, eine erneute Spielabsage zeichne sich nicht ab, sagt der geplagte Staffelleiter. „Trainer können auch aus privaten Gründen oder wegen Krankheit ausfallen, das ist kein Grund ein Spiel abzusetzen“, sagt er, „solange es keinen Positiv-Fall in der Mannschaft gibt“.

Diese Partie in Straelen könnte dann auch schon wieder für längere Zeit der letzte Wettkampf für die Aachener und die anderen Regionalligisten sein. Die Ministerpräsidenten der Länder debattierten am Nachmittag mit der Kanzlerin zeitlich befristete Maßnahmen, um die wachsende Infektion einzudämmen. Laut Beschlussvorlage sollen „Freizeit- und Amateursportbetriebe auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen geschlossen werden, ebenso Schwimm- und Spaßbäder sowie Fitnessstudios“.

Beim ersten Lockdown im Frühjahr wurde damals auch der Spielbetrieb in der 4. Liga komplett eingestellt. Ob sich die neuerlichen Vorgaben erneut auf die Regionalliga auswirken, war am Mittwoch noch völlig offen. „Wir würden gerne den Spielbetrieb fortsetzen, aber es liegt nicht in unserer Hand“, sagt Staffelleiter Jades. Während in den oberen drei Ligen die Spieler systematisch getestet werden, sind solche Tests in der Regionalliga schon aus Kostengründen nicht vorgesehen. Aachens Sportlicher Leiter Thomas Hengen reagierte frustriert nach den letzten Coronavirus-Nachrichten: „Das ganze Thema kostet sehr viel mentale Kraft, und erschwerend kommt hinzu, dass die Perspektive völlig unklar ist.“