„Finale, oho“: Alemannia Aachen sichert sich das Ticket für das Endspiel

„Finale, oho“ : Alemannia Aachen sichert sich das Ticket für das Endspiel

Alemannia zieht wieder ins Pokalfinale ein

Als das Ziel erreicht war, durfte der obligatorische Fangesang nicht fehlen. „Finale, oho“, sangen die Anhänger von Alemannia Aachen, während die Spieler ausgelassen über das Feld hüpften. Im Halbfinale des Mittelrheinpokals hatte sich der favorisierte Regionalligist mit 2:0 beim Mittelrheinligisten 1. FC Düren durchgesetzt und sich so das Ticket für das Endspiel am 25. Mai im Bonner Sportpark gesichert.

Etwas weiter abseits hatte die unterlegene Mannschaft einen Kreis gebildet, und Frank Rombey sprach seinen Schützlingen ein Kompliment aus. „Das war heute Werbung für den Dürener Fußball. Wir müssen die positiven Dinge mit in die Liga nehmen“, war Dürens Coach am Ende eines intensiven Arbeitstages nicht unzufrieden. Das galt auch für seinen Kollegen Fuat Kilic, der sichtlich erleichtert feststellte: „Wir haben uns das Spielglück heute erarbeitet. Auf Grund der zweiten Halbzeit geht unser Sieg in Ordnung.“

Alemannias Cheftrainer hatte wie erwartet die Rotationsmaschine angeworfen, Matti Fiedler, David Pütz, Robin Garnier, Kai Bösing und Dimitry Imbongo wurden wieder in die Aachener Startelf beordert. Der Rahmen des Halbfinales war eines Finales würdig, 5900 Zuschauer hatten sich in der Westkampfbahn eingefunden. Sie sahen eine muntere Anfangsphase zweier Teams, die mit offenem Visier spielten. 50 Sekunden waren absolviert, als Manuel Glowacz das erste Mal FCD-Keeper Kevin Jackmuth prüfte, der den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte lenkte. Auch seine Vorderleute versteckten sich nicht, im Gegenteil: Beim Schuss von FCD-Kapitän Yunus Kocak (4.) musste Alemannias Keeper erstmals die Handschuhe rausholen.

Aachen blieb das spielbestimmende Team, Gefahr ging von Bösings Abschluss (7.) aber nicht aus. Das sah auf der Gegenseite anders aus, als Daniel Bleja (8.) großzügig mit Platz ausgestattet wurde. Der abgefälschte Schuss des Düreners landete auf dem Tornetz. Das David-Goliath-Duell war ein durchaus ausgeglichenes, „der Gegner war sehr präsent und hatte eine hohe Grundaggressivität“, stellte auch Kilic fest. Bei seiner Mannschaft war dagegen noch zu viel Ungenauigkeit mit im Spiel. Mehr als ein paar Halbchancen (Glowacz, 12., 18.) sprangen nicht heraus.

Die favorisierten Gäste taten sich schwer, eine Lücke in der vielbeinigen Dürener Abwehr zu finden. Erfolgversprechende Gelegenheiten wurden in der Folgezeit nicht mehr notiert. Laut wurde es erst wieder, als Dürens Philipp Simon (39.) im Sechzehner zu Boden ging und einen Strafstoß forderte. Die Pfeife des Unparteiischen David-Markus Koj blieb aber stumm.

In den Schlussminuten der ersten Hälfte wurde die Schlagzahl nochmal erhöht, Bösing zielte aus 19 Metern zu hoch (41.). Die Aachener konnten sich bei ihrem Schlussmann bedanken, dass es mit einem torlosen Remis in die Kabine ging. Daniel Zeaiter entschärfte mit einer Glanzparade einen fiesen Flatterball von Nico Schröteler, der aus 25 Metern zum Freistoß angetreten war (44.). Mit Applaus wurden die Dürener in die Pause verabschiedet, was nach Lage der Dinge durchaus berechtigt war.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich der Rhythmus der Partie, die Aachener hatten viel mehr Zugriff und liefen den Gegner früh an. Die Dürener kassierten dagegen schnell den ersten Nackenschlag, als Maximilian Fichtl sich ohne Fremdeinwirkung den Arm brach und ausgewechselt werden musste (50.). „Das war der erste Knackpunkt“, bilanzierte Rombey, der sich sehr über den Ausfall seines Leistungsträgers – mit Blick auf den Abstiegskampf in der Mittelrheinliga – ärgerte. Die zweite Schlüsselszene folgte nur fünf Minuten später: Garnier wurde nicht energisch genug bedrängt und zog aus 14 Metern ab. Jackmuth ließ den Ball prallen, bedrängt von einem Gegenspieler drückte Idrizi die Kugel im Stolpern über die Linie.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich der Rhythmus der Partie, die Aachener hatten viel mehr Zugriff und liefen den Gegner früh an. Foto: Jérôme Gras

Einen Videobeweis gibt es im Mittelrheinpokal nicht, und so blieb die Frage unbeantwortet, mit welchem Körperteil der 20-Jährige den Führungstreffer erzielte. „Es spielt keine Rolle, ob es Hand war oder nicht. Der Schiedsrichter hat das Tor gegeben, und das ist alles, was zählt“, urteilte Rombey. Für David Pütz war der Einsatz von Idrizi ein „Zeichen des Willens, dass wir unbedingt gewinnen wollten“. Daran ließen die Aachener keinen Zweifel mehr aufkommen, die Muskeln wuchsen mit jeder Minute. Bei den Gastgebern schwanden dagegen die Kräfte, „jeden Meter, den wir machen mussten, tat weh“, sagte FCD-Kapitän Kocak.

Rombey musste ein zweites Mal unfreiwillig wechseln, da Klaas Kurzke sich eine Knieverletzung zuzog (61.). Der Glaube an die Sensation wurde endgültig zerstört, als Imbongo sich nach einem schnell ausgeführten Einwurf um die eigene Achse und seinen Gegenspieler drehte und den Ball humorlos in den Winkel des Dürener Tores drosch – 2:0 (63.). Das Spiel wurde jetzt zum Selbstläufer für die Aachener, die noch weitere hochkarätige Chancen liegenließen: Nach einer schönen Kombination über Imbongo und Idrizi scheiterte Batarilo freistehend an Jackmuth (65.), fünf Minuten später verhinderte der FCD-Keeper nach einem Kopfball von Alexander Heinze mit einem starken Reflex den dritten Gegentreffer.

Der Aachener Sturmlauf ging weiter, Bösing (74., 85., 87.) verpasste es gleich dreifach, für den endgültigen K.o.-Schlag zu sorgen. Bestraft wurde das nicht mehr, die Gäste gaben nur noch ein Mal ein offensives Lebenszeichen ab: Der eingewechselte Dennis Dreyer verzog jedoch aus der Distanz (76.). „Ich freue mich sehr, dass die engagierte Arbeit von allen Mitarbeitern mit dem Finale belohnt wurde“, sagte Kilic nach dem Schlusspfiff und blickte bereits voraus. „Jetzt sind wir heiß auf das Endspiel gegen die Fortuna.“

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