Alemannia Aachen schlägt Fortuna Düsseldorf II 1:0

Düsseldorf : Vincent Boesen beendet Alemannias Sieglos-Serie

Als dann der Treffer endlich, endlich gefallen war, brachen alle Dämme. Alemannias Trainer Fuat Kilic stoppte seinen Sturmlauf erst nach anschaulichem Sprint im Strafraum, alle Feld- und Auswechselspieler machten sich auf dem Weg zu Vincent Boesen.

Aachens Einwechselspieler hatte nach 88 einseitigen Minuten bei Fortuna Düsseldorf II den Treffer des Tages erzielt. In diesem Moment entlud sich die über Wochen aufgebaute Spannung, das Team feierte am fünften Spieltag den ersten Saisonsieg, der zu niedrig ausgefallen war.

„Die Jungens haben endlich mal gespürt, wozu sie im Stande sind", atmete der Trainer auf, der selbst vier lange Monate auf einen Sieg gewartet hat. Mit dem Anpfiff bereits hatten die Gäste entschlossen das Kommando übernommen. „Wir sind nicht wie ein Tabellenletzter aufgetreten, haben vielmehr ein überzeugendes Spiel gemacht", bilanzierte Kapitän Peter Hackenberg nach getaner Arbeit.

Akustisch dominierte Alemannia auf den Rängen, optisch auf dem Platz. Die Mannschaft hatte deutlich mehr Ballbesitz, sie brannte kein Feuerwerk ab, aber regelmäßig kreierte sich Gelegenheiten. Eine scharfe Rechtsflanke von Marco Müller schepperte an den Pfosten (16.), dann verzog Mahmut Temür nach einem kleinen Solo aus 18 Metern (18.), ehe Kai Bösing schließlich noch eine präzise Flanke von Blendi Idrizi über den Scheitel rutschte (20.).

Aachens Torwart Niklas Jakusch benötigte über weite Strecken der ersten Halbzeit ein Fernglas, meistens spielte sich das Spiel in der anderen Hälfte ab. Zu jubeln hatte er aber nichts, die Aachener verpassten viele gute Momente zum Umschalten. Fuat Kilic hatte die Mannschaft „vergrößert", im Sturm stand erstmals Dimitry Imbongo. Die Lufthoheit machte sich vorerst nicht bezahlt, einen Eckball, ein paar ruhende Bälle überstanden die Düsseldorfer schadlos.

Dann wurden die Seiten gewechselt, es folgten 45 Minuten, in denen Alemannias Neuzugang sich hätte problemlos an die Spitze der internen Torjägerliste schießen können. Sekunden nach der Halbzeit tauchte er alleine vor Düsseldorfs Keeper Jannick Theißen auf, nachdem ihn Patrick Salata auf die Reise geschickt hatte. Der 28-Jährige scheiterte (46.).

Zwei Minuten später folgte Aachens nächste Großchance. Diesmal wehrte Düsseldorfs Gökhan Gül den Versuch von Blendi Idrizi ab (48.). Der nächste Fehlschütze war Mahmut Temür, der eine Flanke von Robin Garnier aus sechs Metern über den Kasten nagelte (61.). Murphys Gesetz machte die Runde, sollten sich wieder die Dinge gegen Alemannia verschwören?

Imbongo kam nach einem Eckball drei Meter vor dem Tor zum Abschluss. Der Ball flog Abwehrspieler Leander Goralski ins Gesicht, der Spieler ging kurzfristig K.o., der Ball kullerte ins Seitenaus (65.). Es ging so weiter, Imbongo scheiterte mit einem Seitfallzieher am Fortuna-Keeper (74.). Schon in seinem ersten Spiel war erkennbar, dass er seiner neuen Mannschaft deutlich weiterhelfen kann - auch ohne eigenen Treffer.

Düsseldorf lauerte, und bekam eine Chance auf dem Silbertablett serviert.. Idrizi verschluderte nach einem eigenen Eckball die Kugel, drei Düsseldorfer strebten dem 1:0 entgegen, aber Leroy Kwado fand in Aachens Keeper Jakusch seinen Meister (77.). Es war die Phase, in der die Gäste hektischer wurden. Kilic beruhigte die Partie wieder, indem er die ballsicheren Manuel Glowacz und Joshua Holtby einwechselte. Im Strafraum wurden weiterhin die Gelegenheiten lustvoll vergeigt.

„Irgendwann habe ich aufgehört die Chancen zu zählen", räumte Fuat Kilic an. Er wechselte seinen letzten Trumpf ein, und Boesen brauchte nur zwei Ballkontakte, um das 1:0 zu erzielen. Aufgelegt hatte Imbongo, der wenigstens mit einem Scorerpunkt den ersten Arbeitstag beendete. „Nach diesen harten Wochen ist das Erleichterung pur", strahlte David Pütz, der auch an diesem Nachmittag ein formidabler Balldieb war. Kilic holte seine feiernde Mannschaft nach Spielende noch einmal kurz zusammen. Sein Hinweis: „Genießt den Moment, ihr habt dafür hart gearbeitet."

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