Alemannia Aachen nach Sieg gegen Freialdenhoven im Halbfinale

3:1 in Freialdenhoven : Alemannia im Halbfinale des FVM-Pokals

Nach dem Spiel umarmten sich zwei zufriedene Trainer. Das war ungewöhnlich, denn es gab einen Gewinner und einen Verlierer. Verlierer Borussia Freialdenhoven schied durch das 1:3 gegen Alemannia Aachen zudem im Viertelfinale des FVM-Pokals aus.

Es gibt aber Tage, an denen man als Trainer trotz Niederlage stolz auf seine Mannschaft ist“, bilanzierte Winnie Hannes, „heute war so ein Tag“. Der ehemalige Nationalspieler beharrte zudem auf ein 1:2-Endergebnis, „weil es vor dem letzten Treffer ein klares Foul gegeben hat“.

Sein Kollege Fuat Kilic feierte einen „sehr seriösen“ Auftritt seines klassenhöheren Teams. Das Ergebnis spiegelt nicht so konkret den Spielverlauf wider. Die etwa 2000 Zuschauer sahen jedenfalls keinen Pokalfight, zu eindeutig waren die Verhältnisse.

Der Außenseiter begann durchaus mutig, anfangs stürmten die Borussen einige Male über die rechte Seite mit Yannick Kuhnke heran. Und nach der ersten Ecke reklamierten sie vergebens ein Handspiel im Strafraum. Nach zehn Minuten aber ließ Alemannia keinen Zweifel mehr daran, wer hier als Favorit am Start war. Die erste Mini-Druckphase brachte gleich die Führung, mühelos köpfte der freistehende Robin Garnier eine präzise Flanke von Dimitry Imbongo zum 0:1 ein (22.). Goliath bekam schnell Muskeln. Nach einem Eckball legte Patrick Salata für Imbongo auf, der Mittelstürmer vollendete aus der Drehung zum 0:2 (28.). Für Imbongo war es der erste Treffer seit Monaten. „Sein Spiel ist wieder zielstrebiger, ich freue mich sehr für ihn“, klatschte Kilic Beifall.

Alemannia wirft Freialdenhoven aus dem Pokal

Auf dem Spielfeld versuchte Kapitän Peter Hackenberg die Sinne zu schärfen: „Jetzt keinen Zentimeter weniger.“ Die Botschaft kam nicht überall an, die Aachener drosselten auf dem morastigen Boden ein bisschen das Tempo. Sie kassierten ein paar Freistöße zu viel, und ziemlich überraschend köpfte Kevin Kruth eine Vorlage von Mark Szymczewski zum 1:2 ein. Dem Torjäger gelang es, Aachens längsten Verteidiger Patrick Salata zu überspringen. „Jeder hat geglaubt, dass das Ding nach dem 0:2 durch ist, aber wir profitieren seit Jahren von unserer Mentalität“, kam bei Langzeit-Trainer Hannes wieder Hoffnung auf.

Die Gäste versuchten schnell den Fall zu lösen. Garniers Schuss aus 16 Metern zischte Zentimeter am Tor vorbei (54.). Kurz darauf spitzelte der starke Freialdenhovener Kapitän Christian Kreuzer Aachens Blendi Idrizi in letzter Sekunden einen Treffer vom Fuß. Borussia musste mehr Risiko nehmen und Alemannia folglich mehr Räume anbieten. Chancen und Überzahlsituationen gab es reichlich. "Wir müssen einfach zielstrebiger sein", ärgerte sich Vincent Boesen am Ende. Auch der Angreifer tauchte zweimal vor Stefan Kemmerling auf, fand aber seinen Meister im Torwart. Die Schüsse flogen rechts und links an seinem Tor vorbei.

„In dieser Phase hat uns die Klarheit und die Geduld gefehlt“, urteilte Kilic später. So blieb es bis in die Schlusssekunden durchaus spannend, erst in der Nachspielzeit holte der eingewechselte Manuel Glowacz den Zirkel heraus und traf präzise per Fernschuss zum 1:3. Auf dem Spielfeld tauchten ein paar kostümierte Fans auf, darunter auch ein Schwein. Bald darauf war dann Feierabend, Aachens Spieler dürfen nun auch ganz offiziell zwei Tage Karneval feiern, so war die Belohnung vorher abgesprochen. Die Mannschaft solle mal abschalten, urteilte Kilic. „Das hat sie sich verdient.“ Das Pokal-Halbfinale ist für den 20. April terminiert, die Auslosung erfolgt erst am 27. März.

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