Alemannia Aachen: Kaderplaner Fuat Kilic nimmt die Arbeit auf

Alemannia Aachen : Kaderplaner Fuat Kilic nimmt die Arbeit auf

Eigentlich könnte der Trainer Fuat Kilic nach vollbrachter Tat in die großen Fußballferien starten. Alemannias Briefkopf ist um einen Titel erweitert, die Mannschaft ist inzwischen ausgeflogen, und ein bisschen urlaubsreif ist der 46-Jährige nach der verlängerten Saison ohnehin. Eigentlich.

Die Trainerarbeit ist erledigt, jetzt muss der Kaderplaner Fuat Kilic wieder ans Werk. Schließlich will der Trainer in der nächsten Saison mit einer schlagkräftigen Mannschaft den Aufstieg angehen. Das Mannschaftsbild für die nächste Saison hat zwar schon durchaus Konturen, aber noch fehlen ein paar wichtige Puzzlesteine.

Unklar ist zum Beispiel noch, wer auf dem nächsten Mannschaftsbild die Torwarthandschuhe träg: Nachwuchskraft Leon Tigges ist bereits verabschiedet. Und die Paraden von Niklas Jakusch im Pokalfinale waren seine letzten für die Schwarz-Gelben. „Es ist Zeit für mich, die Heimreise anzutreten“, sagt der 29-Jährige. Nordlicht Jakusch kehrt zu Holstein Kiel zurück, bei dem Verein hat er die längste Zeit seiner Karriere verbracht. Der Torwart wird für die U 23 in der Regionalliga Nord auflaufen, als Torwarttrainer arbeiten und seine Trainerscheine machen.

Sein letztes Spiel für Alemannia war vielleicht sogar sein bestes, es endete mit einem Pokal in der Hand. Bleibt nur noch Daniel Zeaiter, ausgestattet mit einem Vertrag bis Mitte 2020. Kilic hatte schon vor Wochen ein „Standortgespräch“ mit ihm angekündigt. Aber bereits das Pokalfinale hatte der Trainer dem Konkurrenten Jakusch aufgrund dessen "Strafraumpräsenz" anvertraut. Es kann also sein, dass alle Planstellen für das Tor am Tivoli neu besetzt werden.

Ausgeschrieben sind noch Stellen in allen Mannschaftsteilen. Auch energische Außenverteidiger sind willkommen. So könnte auch Dominik Ernst wieder ein Thema am Tivoli werden. Der 28-Jährige wurde am Samstag vom Aachener Anhang gefeiert, obwohl er seit zwei Jahren für Fortuna Köln aufläuft. Dort erlebte er das maximale Fiasko. Der Verein stieg ab, verlor sein Pokalfinale, stellte seine Mitarbeiter frei. „Ich brauche erst mal ein paar Tage Abstand“, sagte Ernst nach dem Finale. Kilic beschäftigt sich mit der Personalie schon länger. „Das ist ein sehr interessanter Spieler mit einer großer Leidenschaft“, sagt er.

Der Kontakt ist noch lose, bei Manuel Glowacz ist der Fall geklärt. Wie der Verein am Montagnachmittag mitteilte, verlängerte der Mittelfeldspieler sein Arbeitspapier um ein Jahr. Auch beim Pechvogel Florian Rüter hofft Kilic auf eine schnelle Einigung. Der schnelle Rechtsaußen hat nach seiner Rückkehr zu Jahresbeginn verletzungsbedingt nur ein paar Minuten auflaufen können.

Dimitry Imbongo hat sich in den letzten Wochen zum Publikumsliebling gemausert. Der 29-Jährige hat nicht nur zuverlässig Tore erzielt, kein anderer Spieler sprintet mehr als der Franzose. Sein Start bei Alemannia war zäh, es gab Eingewöhnungs- und vielleicht auch Einstellungsprobleme. Inzwischen sagt Kilic über seinen besten Angreifer: „Ich mag ihn sehr, er hat auch in seinem Alter noch mal zugelegt.“ Preiswerter ist der Torjäger nicht geworden in den letzten Monaten, ohnehin wird er extern finanziert. „Wir wissen, was wir an ihm haben“, sagt Kilic. „Aber er weiß auch, was er an diesem Verein hat.“ So gefeiert wie zuletzt, wurde der Mittelstürmer nicht bei all seinen Stationen.

Blendi Idrizi ist vielleicht der talentierteste Spieler im Kader, sein Verbleib ist ungewiss. Zuversichtlicher ist Kilic inzwischen bei Stipe Batarilo. „Er hat großes Interesse, in Aachen zu bleiben“, sagt er. In den nächsten Tagen steht bei den drei Personalien die Entscheidung an.

Eine neue Entwicklung gibt es bei Marc Kleefisch. Der Nachwuchsstürmer wurde im Winter an den SV Breinig ausgeliehen, damit er mehr Spielminuten auf den Tacho bekommt. Eine Verletzung stoppte den 19-Jährigen, gespielt hat er nie. Zu Alemannia wird er vorerst nicht zurückkehren, die sportliche Ausbildung soll bei einem anderen Verein fortgesetzt werden, ehe das Talent dann irgendwann zum Tivoli zurückkehren soll. Schon jetzt – das soll eine Klausel im Vertrag werden – erhält er die Möglichkeit, so oft, wie es ihm möglich ist, zusätzlich beim Regionalligisten zu trainieren.

Vielleicht muss Kilic aber auch noch den eigenen Trainerstab neu sortieren. Schon vor der Saison hatte Simon Pesch ein paar andere berufliche Überlegungen, bis er dann doch für ein weiteres Jahr als Co-Trainer zusagte. Eine weitere Zusammenarbeit ist nicht sicher, Pesch interessiert auch die Jugendarbeit. Sollte er tatsächlich von Bord gehen, wäre Christian Mollocher ein denkbarer Ersatz. Der 37-Jährige hat gerade eindrucksvoll den Bundesliga-Klassenerhalt von Alemannias U 19 moderiert.

Mit Kilic hat er schon in Duisburg, Saarbrücken und Aachen gearbeitet. Geklärt werden sollen all diese Personalien in den nächsten Tagen, bevor dann auch der Kaderplaner Kilic in die Fußballferien gehen kann.

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