Aachen: Achenbach: „Wir müssen unsere Linie beibehalten”

Aachen: Achenbach: „Wir müssen unsere Linie beibehalten”

Ein „ganz normales Spiel ist das nicht”. Er kennt noch ein paar Leute, „man freut sich, alte Gesichter wiederzusehen”. Sentimental wird Timo Achenbach allerdings nicht, er spielt ja mittlerweile auch schon in der dritten Saison für Alemannia Aachen, die Vergangenheit im Dienste der SpVgg Greuther Fürth verflüchtigt sich im Lauf der Zeit.

Am Sonntag nun kehrt der Linksverteidiger wieder nach Franken zurück, mit einer persönlichen Bilanz, die einen gewissen Optimismus nährt: „Aki” hat noch nie gegen Fürth verloren, Anfang Dezember vergangenen Jahres geschah gar das Unglaubliche - Alemannia gewann erstmals bei den Kleeblättern (2:0).

Achenbach war so etwas wie früher der Rechtsverteidiger Landgraf, ein „ewiger Willi” auf der anderen Seite. Achenbach spielte immer, keiner machte ihm den Posten streitig, einen gefährlichen Konkurrenten gab es im Kader auch nicht. Der Zustand änderte sich, als Alemannia zur Rückrunde den Dänen Allan Jepsen verpflichtete. Seinen Platz verlor der dreimalige U21-Nationalspieler jedoch, weil ihm im Training ein Probespieler aufs Knie stieg und das Außenband riss.

Sieben Wochen fiel Achenbach aus, Anfang April folgte gegen Koblenz eine Verletzung des Sprunggelenks, später gab´s noch zwei Faserrisse obendrauf. Die Vermutung, dass er womöglich ein bisschen überspielt war und die Blessuren-Serie eine Folge dessen, will der 28-Jährige nicht grundsätzlich vom Tisch wischen, „ich bin ja auch kein Mediziner”. Nun ist Achenbach froh, „dass ich wieder verletzungsfrei bin. Ich fühle mich topfit.”

Michael Krüger hatte den Linksfuß zwischen seinen Verletzungen auf der offensiveren Flügelposition ausprobiert. Das Experiment endete nicht zufriedenstellend, Achenbach konnte selten sein Unwohlsein verbergen. „Ich spiele lieber hinten, wenn ich das Spiel vor mir habe”, da kämen seine Stärken besser zum Tragen.

Schon wieder vergessen...

Nun hatte es zuletzt, nach dem 0:3 beim Karlsruher SC, eine Portion Kritik im Allgemeinen und an den Außenverteidigern im Speziellen gegeben. „Karlsruhe - das habe ich schon wieder vergessen...”, Timo Achenbach weiß um die Leistung an diesem Tag. „Als Karlsruhe die ersten zwei Chancen vergeben hatte, da dachte ich noch: Jetzt gewinnen wir das Ding. Aber es ist anders passiert. Wir haben einen ordentlichen Schuss vor den Bug bekommen.” Weiter so, dieses Motto kann Chefcoach Peter Hyballa nicht mehr gelten lassen: „So ein Spiel wollen wir nicht mehr haben. Das repräsentiert ja auch die Arbeit der Trainer.”

Vieles habe sich verändert unter Hyballa und „Co” Eric van der Luer, sagt Achenbach. „Wir trainieren viel intensiver” - schon unter Bruno Labbadia in Fürth hatte „Aki” seine Freude an Zwei-und-mehr-Stunden-Einheiten -, „die Spielweise, offensiv zu verteidigen, kommt mir entgegen. Und der gesamte Umgang innerhalb des Kaders hat sich verändert. Da rappelt es auch mal, da wird einer weggegrätscht. Aber in der nächsten Situation ist das wieder vergessen.”

Nur nicht verunsichern lassen: „Wir müssen unsere Linie beibehalten, das umsetzen, was wir uns in neun Wochen Vorbereitung erarbeitet haben.” Dass er in der spielstärksten Mannschaft seiner Aachener Zeit steht, „das könnte ich unterschreiben. Und die meisten sind ja noch relativ jung, diese Spieler müssen noch Konstanz finden.” Timo Achenbach berichtet, wie Ex-Kollege Jerome Polenz nach dem 2:2 gegen Union Berlin „geschwärmt hat, wie wir aufgetreten sind”. Vielleicht käme Alemannia am Sonntag entgegen, „dass Fürth auch eine Mannschaft ist, die Fußballspielen will”.

Die Frage nach dem „ewigen Timo” stellt sich für Achenbach im übrigen nicht. „Der Trainer fordert, dass wir jeden Tag Gas geben. Dem traue ich auch zu, dass er mich rausnimmt - wenn ich es schleifen lassen würde.”

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