Siegen: 7:0 in Siegen: Spektakulärer Ausstand von Trainer Peter Schubert

Siegen : 7:0 in Siegen: Spektakulärer Ausstand von Trainer Peter Schubert

Abschiedsgeschenke wurden verteilt bei der letzten Zusammenkunft dieser Saison, auch Peter Schubert erhielt einen persönlichen Bildband. Dann verließ er den Tivoli, er wird noch mal zurückkommen, um die letzten persönlichen Dinge abzuholen, das war’s dann. Die Mission als Cheftrainer von Alemannia Aachen ist beendet, Schubert geht leise — und doch mit Pauken und Trompeten.

Das sportliche Finale am Samstag war mit einem dicken Ausrufezeichen dahergekommen. „Das hat gezeigt, was für eine gut funktionierende Mannschaft das ist, dass sie bereit ist, in so einem Spiel noch mal so einen rauszuhauen.“ Ein 7:0 wie nun bei den Sportfreunden Siegen, das hatte es zuletzt im November 1996 daheim gegen Elversberg gegeben. Und es war der höchste Auswärtssieg seit dem 9:1 bei Schwarz-Weiß Essen im Dezember 1963 mit Prokop, Zebec, Martinelli.

Am Ende fehlte Alemannia ein Punkt, um in die Relegation zur Dritten Liga einzuziehen. Auch wenn Borussia Mönchengladbachs Zweite bei Schalkes Nachwuchs schon ein paar Spieler schonte für die Play-offs gegen Bremen II und es nie zu beweisen sein wird, ob Aachen ein ähnliches Spektakel hingelegt hätte, wäre es am letzten Spieltag noch um alles gegangen: Peter Schubert übergibt ein richtiges Brett an Christian Benbennek. „Wir haben noch einmal gezeigt, was für einen Charakter die Mannschaft hat, von 1 bis 28“, sagte Peter Hackenberg und führte einen der vielen Rekorde an, die das Team aufstellte: „Das war die beste Defensivleistung, die es je bei Alemannia gegeben hat.“

Im Leimbachstadion musste Peter Schubert nach dem letzten Gastspiel bei den Sportfreunden, einem 0:3 und der fünften Niederlage in Folge, die aufgebrachten Fans noch eine halbe Stunde nach dem Abpfiff in der Kurve beruhigen. Nun feierten die rund 700 Mitgereisten einen Vizemeister. „Wir können uns nicht viel dafür kaufen“, sagte Viktor Maier, „aber es war ein super Abschluss.“ Zur finalen Aufführung durften Jonas Ermes im Tor, Kris Thackray, Tim Lünenbach und Rafael Garcia ran. Stammkeeper Frederic Löhe trat seinen Kaderplatz an Kengo Fukudome ab, der ebenso auf der Bank saß wie Dennis Dowidat.

Für Spiele wie dieses wurde einst der Begriff „völlige Dominanz“ erfunden: Geradezu erdrückend war Alemannias Überlegenheit. Schon die erste Chance — nach Siegener Ecke (!) — führte zum 1:0. Maier zog auf und davon, schickte Fabian Graudenz auf dem rechten Flügel, Querpass in den Strafraum, Vollendung durch Garcia (8.). Zehn Minuten später passte Graudenz nach schnell ausgeführtem Freistoß von links, wieder stand Garcia frei und drückte den Ball zum 2:0 über die Linie — viertes Saisontor. Tim Jerat leitete den wunderbaren Angriff zum 3:0 (34.) ein, Dominik Ernst flankte auf Kevin Behrens, der volley in die lange Ecke seinen achten Saisontreffer erzielte.

Sekunden nach dem Seitenwechsel waren die Weichen auf den historischen Aachener Sieg gestellt: Behrens lupfte auf Maier, Abschluss zum 4:0. Siegen wechselte Torhüter Poremba aus, drei Minuten später (50.) führte Alemannia 5:0. Jerat traf per Freistoß die Latte, Maier staubte ab. In der 63. Minute machten die Schwarz-Gelben das halbe Dutzend voll, Graudenz tunnelte nach Lünenbachs Vorlage Siegens Keeper Duschner. In den letzten 20 Minuten durfte Fukudome zwischen die Aachener Pfosten, Niko Opper kam nach zwei Kreuzbandrissen ebenfalls zu seinem Saisondebüt. Nach einem Konter setzte Graudenz (79.) den Schlusspunkt, folgte Garcia und Maier als „Doppelpacker“ und erhöhte seine Saisonbilanz auf 14 Treffer. „Heute hat einfach alles gepasst, von vorne bis hinten“, sagte Viktor Maier.

Peter Schubert ging mit Worten des Dankes. „An die Mannschaft, an das Team drumherum. Für die gesamte Saison und insbesondere für das Spiel heute. Danke, dass die Jungs uns Trainern einen schönen Abschluss verschafft haben. Das war überragend.“ Auch wenn ein Punkt fehlte.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Alemannia: 7:0-Kantersieg zum Saisonende

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