Vorbericht: FC Schalke 04 gegen den 1. FC Köln

Köln zu Gast auf Schalke : S04 hat viel von dem, was dem FC fehlt

Es läuft nicht beim 1. FC Köln. Beim kommenden Gegner ist das Gegenteil der Fall. Für Trainer Achim Beierlorzer besitzt der Teamgeist der Schalker Vorbildcharakter. Ein Vorbericht.

Profisportler sehen ihre Taten stets als Inseln; es ist eine Kunst, einen Wettkampf ohne Kontext anzugehen. Nicht zurückblicken und auch nicht nach vorn, sondern nur auf die aktuelle Aufgabe. Nur so sind die nie endenden Herausforderungen zu handhaben. Damit ist einerseits sichergestellt, dass sich niemand auf seinen Erfolgen ausruht. Andererseits hilft ein solcher Ansatz, nicht am Misserfolg zu zerbrechen. „Das Schöne am Fußball ist: Man kann immer den Reset-Knopf drücken“, sagt Achim Beierlorzer, der Trainer des 1. FC Köln: „Wichtig ist, dass die Mannschaft immer an ihre Stärke glaubt. Wir dürfen den Glauben nicht verlieren, sonst wird es noch schwieriger.“

Anders als seine Spieler muss der Trainer das Gesamtbild im Auge behalten, und da blickt der 1. FC Köln auf zuletzt drei Niederlagen mit 0:9 Toren und zwei Roten Karten zurück. Der Aufsteiger ist nach einer beinahe euphorischen Sommervorbereitung hart in der Bundesliga gelandet und versucht nun, einen Zugriff auf diese Spielzeit zu finden. Doch viel gab es in den vergangenen Wochen nicht, worauf sich aufzubauen lohnte. Statt positiver Verstärkung stand Konfrontation auf dem Programm. Die Mannschaft könne mit konstruktiver Kritik umgehen, berichtet Beierlorzer, dennoch sei es „nicht schön, wenn man so eine Videoanalyse noch einmal vor Augen geführt bekommt“.

Allerdings stimmt auch der Blick auf die Grundlagen nicht gerade hoffnungsfroh. Die Kölner haben die schlechtesten Laufleistungen der Liga, sogar mit Abstand. Da liegt der Einwand nah, dass ein Aufsteiger, selbst wenn vieles schiefgeht, doch immerhin um sein Leben rennen sollte. Beierlorzer widerspricht dem nicht, obwohl er als ehemaliger Mathematiklehrer lieber zweimal hinsieht, wenn es um Zahlen und deren Interpretation geht.

Denn insgesamt rund 70 Minuten verbrachte der FC in dieser Saison bereits in Unterzahl, das erklärt ein paar fehlende Kilometer. Hinzu kommt, dass die Kölner zum Beispiel gegen den FC Bayern überwiegend in der eigenen Hälfte agierten und dem Münchner Passspiel hinterherstaunten, auch das steigert nicht gerade die Kilometerwerte. Dennoch berichtet Beierlorzer, dass er „seit drei Wochen“ mit seinen Spielern darüber spreche, dass ihm die Werte nicht gefallen. Er muss seine Leute ans Laufen bekommen, zum Beispiel durch intensive Sprints in der Offensive, um endlich torgefährlicher zu sein. „Das ist die Grundvoraussetzung, um die etablierten Mannschaften besiegen zu können.“ Nach drei Wochen sollten Resultate dieser Überzeugungsarbeit sichtbar werden. Zumal Köln auf einen Gegner trifft, der überragende Laufwerte liefert.

Schalke hat einen außerordentlichen Lauf. Die Gelsenkirchener haben vor einer Woche in Leipzig mit etwas Glück und sehr viel Einsatz 3:1 gewonnen, es war der vierte Sieg in Serie. „Das Erfolgsgeheimnis ist das Team. Sie sind füreinander da. Von einem Erfolg zum nächsten zu kommen, das schweißt zusammen, das hat einen Teamspirit erzeugt“, sagt Beierlorzer. Der Gegner hat damit vieles von dem, was den Kölnern fehlt.

Nach seiner Sperre aus dem Spiel beim FC Bayern wird Kingsley Ehizibue (24) wieder zu Verfügung stehen, auch Rafael Czichos (29) ist nach überstandenem Infekt wieder dabei. Dominick Drexler (29) fehlt wegen Muskelverletzung. In der Offensive könnte Beierlorzer Anthony Modeste (31) wie schon in München draußen zu lassen und Simon Terodde eine Chance von Beginn an geben. Auch Jhon Córdoba ist nicht gesetzt. Louis Schaub (24) wäre eine Alternative.

Mehr von Aachener Nachrichten