1. Sport
  2. Fußball
  3. 1. FC Köln

Köln: Schalke freut sich über den Punkt beim FC

Köln : Schalke freut sich über den Punkt beim FC

Zum zweiten Mal in Folge beendete der 1. FC Köln den Bundesliga-Spieltag. Doch nach der Niederlage in Freiburg in der letzten Woche reichte auch das Unentschieden gegen den FC Schalke 04 nicht, um wieder unter die Top sechs der Liga zu springen — auf einen der heiß begehrten Plätze, die zur Teilnahme an den europäischen Wettbewerben berechtigen.

Nach dem Blitztor von Alessandro Schöpf (2.), bedeutete der 17. Saisontreffer von Anthony Modeste kurz vor dem Seitenwechsel nur die Punkteteilung.

Einen „selbstbewussten Gegner, der das Spiel machen will“, hatte sich FC-Trainer Peter Stöger erhofft, und Königsblau nahm diesen Wunsch nur allzu ernst: Nach nur 65 Sekunden ging Schalke in Führung, nachdem sich Daniel Caligiuri gegen Frederik Sörensen durchgesetzt, scharf geflankt hatte und Schöpf am langen Pfosten den Ball nur noch reindrücken musste. „Da war innerhalb kürzester Zeit unser Matchplan über den Haufen geworfen“, stellte Verteidiger Dominique Heintz konsterniert fest.

Aus dem erhofft mitspielenden wurde ein abwartender Gegner, oft stand die Kölner Dreierkette mit Neven Subotic im Zentrum, der sein Heimdebüt gab, an der Mittellinie vor auf Konterchancen wartende Schalker. Der FC nahm die Herausforderung an und das Heft des Handelns in die Hand, doch nach knapp 20 Minuten folgte das nächste Ereignis, das noch gravierender schien als der Schalker Führungstreffer: Modeste prallte heftig mit der Schulter gegen Schöpf und blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. Nach längerer Behandlungspause kehrte der Kölner Torjäger zurück in die Partie, hielt den linken Arm aber ständig in Schonhaltung.

„Hätte ich gedacht, dass er nicht mehr kann, hätte ich ihn rausgenommen. Aber man hat ja gesehen, wie wichtig er für uns ist“, spielte Stöger nach dem Abpfiff auf den Ausgleich an: Osakos Pass in die Tiefe nahm der Franzose aus nicht geahndeter Abseitsposition an, drehte sich an Schöpf vorbei und vollendete flach ins lange Eck (43.). Der „Brillenjubel“ fiel dann trotzdem zweihändig aus — und wurde nicht verletzungsbedingt zum „Monokeljubel“. „Ich weiß, er hat Schmerzen. Und ich kann nur hoffen, dass es nichts Schlimmeres ist“, sagte sein Trainer am Abend.

Fünfte Gelbe Karte für Sörensen

Nach dem Wechsel gab Schalke dann seine abwartende Haltung auf und beteiligte sich am erwarteten Schlagabtausch. Naldo foulte Modeste 30 Meter vor dem Tor, und Schiedsrichter Tobias Stieler zückte nur die Gelbe Karte, obwohl der FC-Stürmer anzeigte, er sei der letzte Mann gewesen (55.). Nur acht Minuten später verteidigte der 28-Jährige erst zweimal im eigenen Strafraum, um sich Sekunden später selbst vor Fährmann anzubieten (63.). Osakos Geschoss aus 25 Metern strich nur knapp am Schalker Tor vorbei (70.), und zwei Minuten später sah auch Frederik Sörensen nach einem taktischen Foul an Guido Burgstaller zwar nur Gelb, fällt mit der fünften Verwarnung aber am Wochenende in Leipzig aus.

Burgstaller vergab dann die bis dato größte Gästechance, als er — freistehend von Nabil Bentaleb in Szene gesetzt — den Ball am langen Pfosten vorbeischlenzte (77.). Auch der eingewechselte Eric-Maxim Choupo-Moting traf das Kölner Gehäuse nicht (78.), und der Schuss von Max Meyer, der kurz zuvor für Burgstaller gekommen war, war zwar hart und platziert, fand jedoch in Kölns Keeper Thomas Kessler seinen Meister (81.). „Ich habe schon gejubelt und gar nicht gewusst, warum der nicht drin war“, schüttelte S04-Manager Christian Heidel den Kopf.

Auf der Gegenseite kam die scharfe Flanke von Konstantin Rausch genau zwischen Modeste und Simon Zoller in den Strafraum (90.), und sein Freistoß in der Nachspielzeit fand nicht Bayern-Stürmer Robert Lewandowski als Abnehmer, sondern Heintz, der den Ball aus kürzester Entfernung über den Kasten setzte.

„Am Ende hatten wir Glück. Aber das brauchst du auch, wenn du hier in Köln was holen willst“, drückte Schalkes Trainer Markus Weinzierl den Stellenwert aus, den der FC in der Szene längst vor eigenem Publikum genießt.