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Stuttgart/Köln: Kriselnde Kölner führen auch weiterhin keine Trainerdiskussion

Stuttgart/Köln : Kriselnde Kölner führen auch weiterhin keine Trainerdiskussion

Der Ausweg aus der Krise klang so herrlich einfach in dem Moment. Und der Mann, der die Strategie so euphorisch skizierte als handle es sich um die leichteste aller Übungen, schien sich daran besonders zu ergötzen.

Leonardo Bittencourt wirkte fast trotzig, als er die Ereignisse der kommenden Tage beschrieb. „Am Donnerstag einen Dreier gegen Borisov und am Sonntag einen Dreier gegen Bremen“, sagte der Mittelfeldspieler. „Hier gibt keiner auf, wir machen weiter.“ Ausgeschlossen ist dieses Szenario nicht, aber weil es sich bei Bittencourt um einen Angestellten des 1. FC Köln handelt, bleiben Restzweifel. Ein Hauch Verzweiflung klang bei allen Kölnern durch, nachdem auch im achten Saisonspiel kein Sieg gelang. Nach einer guten Leistung verloren die Kölner in einer dramatischen Schlussphase mit 1:2, und keiner konnte danach behaupten, man sei vom Glück begünstigt worden.

Statt glänzende Zukunftsperspektiven zu entwerfen, rätselt man in Köln über die Gründe für den Absturz. Und es wird über die Zukunft von Trainer Peter Stöger spekuliert, den keiner wirklich loswerden will. Nach der bitteren Niederlage in Stuttgart stellte sich FC-Manager Jörg Schmadtke hinter den Trainer: „So, wie die Mannschaft auftritt, sieht man, dass sie gerne mit Peter arbeitet. Der Trainer ist nicht das Problem.“

Sportlich gesehen werde es immer schwieriger, meinte Stöger. Vor allem, wenn „Du wieder so eine ins Gesicht kriegst“, wie es Dominique Heintz ausdrückte. Nach dessen 1:1 schien der FC auf dem Weg zum zweiten Remis, vergab aber insgesamt erneut zu viele Chancen.

Ärger über den Videoassistenten

Dann geschah „Skurriles“ (Schmadtke), als Referee Benjamin Cortus nach dem Zweikampf Aogo/Guirassy erst Elfmeter pfiff (89.), zweifelte, sich Rat beim Videoassistenten einholte und in der „View-Zone“ selbst die strittige Szene betrachtete — und anschließend seine Entscheidung zurücknahm. Statt 2:1 in Führung zu gehen, kassierte der FC das 1:2 durch Chadrac Akolo in der Nachspielzeit.

Die Kölner ärgerten sich zu Recht. Der Videoassistent hätte nur bei einer klaren Fehlentscheidung eingreifen dürfen, die nach Meinung aller nicht vorlag, da man die Szene in die eine und andere Richtung auslegen konnte.

„Da gibt es einen klaren Ablaufplan, aber daran hielt man sich nicht“, klagte Schmadtke, der ein Foul des Abwehrspielers sah. Statt „Schiedsrichter-Ball“ zu geben, hätte Cortus beim Elfmeter bleiben müssen, zumindest, wenn es nach den Leitlinien von Helmut Krug geht, der die DFL in Schiedsrichterfragen berät. Kurzum: Der FC fühlte sich verschaukelt. Wieder mal.

Psychologisch werde die Sache schwierig, „weil klar ist, du stehst lange da unten“, sagte der FC-Trainer. Trotzdem müsse man das Spiel in Stuttgart abhaken, was aber auch Stöger nicht leicht fällt. „Die Mannschaft ist top aufgetreten. Es tut mir wahnsinnig leid, wenn ich sie leiden sehe“, sagte er.