FC glänzt mit 4:0-Sieg: Kölns Offensive lehrt Fürth das Fürchten

FC glänzt mit 4:0-Sieg : Kölns Offensive lehrt Fürth das Fürchten

Tolle Kombinationen, schöne Tore, viel Jubel: Der FC fährt in der 2. Fußball-Bundesliga einen klaren 4:0-Sieg ein. Die Kölner Offensive ist mit Abstand die beste in der 2. Liga. Und natürlich stellt sich die Frage: Braucht diese Offensive Anthony Modeste überhaupt?

Dass die Laufwege der vier Offensivspieler des 1. FC Köln in den Katakomben des Rhein-Energie-Stadions plötzlich nicht mehr perfekt aufeinander abgestimmt waren und es auf einmal an klarer Kommunikation mangelte, kam dann doch ein bisschen überraschend, auf dem Platz hatte ja genau das beim sehr souveränen 4:0-Heimsieg gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth vorzüglich geklappt.

Nach dem Abpfiff des Zweitligaspiels am Samstag aber eilten nun Louis Schaub und Dominick Drexler gleichzeitig zu den wartenden Journalisten, sie standen fünf Meter voneinander entfernt, so dass sich die Reporter für das Gespräch mit einem der beiden entscheiden mussten; Jhon Córdoba verschwand grinsend im Rücken der beiden Mittelfeldspieler sofort in der Kabine – und als Simon Terodde ein paar Minuten später als letzter des Quartetts die Treppe herunterkam, rief er den Journalisten lediglich zu: „Es ist doch schon alles gesagt.“ Nun, irgendwie hatte der Stürmer ja auch recht damit, er und seine drei Mitspieler aus der Offensive hatten die meisten Antworten ohnehin bereits auf dem Platz gegeben: tolle Kombinationen, schöne Tore, viel Jubel. Schaub sagte: „Wir haben das richtig gut gemacht.“

Modeste, das Luxusproblem

Die Kölner Offensive ist mit Abstand die beste in der 2. Liga, hat in den vergangenen drei Spielen nicht nur neun Punkte geholt, sondern auch 15 Tore geschossen. Gegen Fürth erzielte Terodde seine Saisontore 18 und 19 und war auch an den anderen beiden Treffern direkt beteiligt; Córdoba machte sein sechstes Saisontor, Drexler traf erstmals für den FC, und Schaub war an nahezu jeder gefährlichen Aktion der Kölner als Vorbereiter beteiligt.

Und natürlich stellt sich die Frage: Braucht diese Offensive Anthony Modeste überhaupt? Es wird für Markus Anfang nicht einfach werden, den französischen Starstürmer in die Mannschaft zu integrieren, wenn auch dessen direkte Konkurrenten zu gut für die Liga wirken. Anfang muss aufpassen, dass aus dem Luxusproblem keine Unzufriedenheit bei einem seiner Spieler resultiert.

Natürlich hatte aber auch der Trainer Spaß am klaren Sieg gegen Fürth, Gedanken um Modeste hat er sich da wohl noch nicht gemacht, zumal der Rückkehrer ja ohnehin noch keine Spielgenehmigung hat. Anfang sagte: „Mir hat gefallen, dass die Jungs immer aufs nächste Tor gespielt haben.“ Beim 1:0 von Drexler hatte Terodde die Vorlage geliefert (17. Minute), was im Nachhinein beim Torschützen für ein Schmunzeln sorgte.

Drexler sagte: „Wir waren in vertauschten Rollen unterwegs.“ Sein erstes Zweitligator für Köln hätte aber nicht zählen dürfen, weil erst Terodde und dann er selbst im Abseits gestanden hatten – was die Fürther ärgerte. „Der FC hatte ja genug Chancen, reguläre Tore zu schießen“, sagte Trainer Damir Buric. In der Tat war Köln lange sorglos mit seinen Möglichkeiten umgegangen. Anfang sagte: „Wir hätten früher nachlegen müssen.“

So dauerte es bis zu Beginn von Halbzeit zwei: Schaub passte, Drexler wurde im Strafraum gefoult, Maximilian Bauer flog vom Platz – was wegen Nachtretens gegen Córdoba schon in der ersten Hälfte hätte passieren müssen –, Terodde versenkte den Elfmeter souverän (52.). Das Spiel war damit entschieden, die Offensive des FC hatte aber noch nicht genug: Córdoba krönte seinen lauf- und zweikampfintensiven Arbeitstag mit dem Tor zum 3:0 (60.), Terodde köpfte eine mustergültige Flanke von Jannes Horn ins lange Eck (77.), was ziemlich einfach aussah, aber sehr schwierig war.

Viel Lob für die Abwehrreihe

Anfang wollte nach dem Spiel aber nicht, dass nur seine Offensive in den Fokus gerückt wird, dem Trainer war es wichtig, auch seiner Defensive ein paar Komplimente zu machen; sie hatte zum zweiten Mal in Serie keinen Gegentreffer und nicht mal eine echte Torchance zugelassen. Er sagte: „Die drei Verteidiger und Marco Höger im defensiven Mittelfeld haben das richtig gut gemacht.“ Anfang sieht darin ein wichtiges Zeichen für die Zukunft. „Es wird auch Spiele geben, die wir mal mit einem Tor Vorsprung nach Hause bringen müssen“, sagte er: „Da ist es wichtig für die Mannschaft zu wissen, dass sie sich auf die Abwehr verlassen kann.“

Was ein gutes Stichwort war: Verlassen kann sich das Team auch auf den Aberglauben des Trainers. Der FC war am Samstag in den normalen Heimtrikots aufgelaufen, trug dazu aber die Stutzen, die eigentlich zum Karnevalsdresse gehören. „Wir nehmen immer etwas mit“, sagte der Trainer und schmunzelte: „Wir wollen die fünfte Jahreszeit von Spiel zu Spiel transportieren.“ Gute Laune und Siege können die Kölner auch ganz gut gebrauchen, weil auch der Hamburger SV und Union Berlin in guter Form sind und es im Rennen um die Aufstiegsplätze eng zugeht. Drexler bemühte ein Klischee, er sagte: „Im nächsten Spiel geht es wieder bei Null los.“ Was bei dieser Offensive aber nicht lange so bleiben dürfte.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Terodde trifft bei klarem 4:0 über Fürth doppelt

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