Turbulentes Spiel: Köln-Fans feiern trotz 3:5 gegen Regensburg Aufstiegsparty

Turbulentes Spiel : Köln-Fans feiern trotz 3:5 gegen Regensburg Aufstiegsparty

Das Ergebnis geriet zur Nebensache, ganz Köln feiert mit einer rot-weißen Party den sechsten Aufstieg des 1. FC in die Erstklassigkeit. „Widder do“ (wieder da) - Tausende Fußballfans stürmten nach dem 3:5 (0:3) gegen Jahn Regensburg den Innenraum des mit 50 000 Zuschauern ausverkauften Stadions, es gab die üblichen Bierduschen, die Kölner Profis hüpften mit der Meisterschale, Interimstrainer André Pawlak wurde bei der Pressekonferenz auf dem Podium mit einem Maxi-Glas Kölsch überschüttet.

Auch sein möglicher Nachfolger schwärmte von der Karnevalsstimmung und den Kölner Feier-Biestern: „Ein sensationelles Stadion, sensationelle Fans - ich find' das klasse“, sagte Jahn-Coach Achim Beierlorzer. Zu seinem wahrscheinlichen Engagement bei den Rheinländern ließ er sich nichts entlocken. „Es macht dann Sinn, etwas zu verkünden, wenn etwas zu verkünden ist“ - das waren die Worte des 51-Jährigen, als er die unvermeidliche Frage gestellt bekam, ob er denn nun in Köln seine Premieren-Anstellung in der Erstklassigkeit bekommen würde. Nur punktuell müsse beim FC-Kader etwas gemacht werden: „Und dann mit Volldampf voraus“ - das ließ doch schon tief blicken.

Noch war das am Sonntag Nebensache. Denn die Spieler, allen voran FC-Keeper Timo Horn an seinem 26. Geburtstag, hatten nur noch eines im Sinn: feiern, genießen. „Im Endeffekt ist es das Schönste der Welt, wenn man Erfolg hat“, sagte Horn trotz der fünf Gegentreffer, die für ihn bei dem noch ausstehenden Spiels bei Absteiger 1. FC Magdeburg das Ende „eines ganz schwierigen Jahres“ bedeuteten.

Denn es war nicht einfach, weil der Bundesliga-Premierenmeister trotz der direkten Rückkehr in die Erstklassigkeit eine turbulente Saison erlebte. Anfang März trat Vereinspräsident Werner Spinner nach einem Machtkampf mit Sport-Geschäftsführer Armin Veh zurück, Ende April wurde Coach Markus Anfang trotz der Tabellenführung entlassen. Unter Interims-Nachfolger Pawlak machten die Kölner dann mit dem 4:0 in Fürth die Rückkehr in die Erstklassigkeit zum sechsten Mal nach 2000, 2003, 2005, 2008 und 2014 vorzeitig perfekt.

Im letzten Heimspiel feierten die 50 000 dann nur die Übergabe der Meisterschale überschwänglich. Denn Regensburg gewann durch ein Eigentor von Rafael Czichos (7. Minute) sowie Treffer von Sargis Adamyan (34./68.), Hamadi Al Ghaddioui (45.+4/Foulelfmeter) und Jonas Föhrenbach (90.) überraschend. FC-Torjäger Jhon Cordoba wurde kurz vor der Pause wegen Nachtretens, das zum Elfmeter führte, mit Rot des Feldes verwiesen. Kapitän Jonas Hector (65./73.) und Anthony Modeste (76.) waren für den FC erfolgreich.

Die Begegnung hatte trotz der sportlich unbedeutenden Ausgangssituation einen reizvollen Aspekt: Beierlorzer soll sich mit den FC-Verantwortlichen einig sein. „Es ist total nett, dass ich ins Spiel gebracht werde. Das ist schön und spiegelt unsere Arbeit wider. Aber ich kann mich dazu nicht äußern. Gerade heute. Der 1. FC Köln steigt auf in die Bundesliga, macht hier ein Fan-Fest und so soll es auch bleiben“, sagte Beierlorzer dem TV-Sender Sky vor dem Anpfiff.

Vor dem Spiel wurde der langjährige FC-Kapitän Matthias Lehmann nach sieben Jahren verabschiedet und durfte sich mit seinen fast 36 Jahren in den zweiten 45 Minuten noch einmal präsentieren. Doch auch er konnte die Niederlage nicht verhindern - unerheblich. Denn für ihn waren die sieben FC-Jahre „riesig, für den Verein und für mich persönlich. Es hat einfach richtig Bock gemacht, hier zu spielen.“

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