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Fußball-Bundesliga: Der 1. FC Köln hat kein Geld für neue Spieler

Kein Geld für neue Spieler : Das Dilemma des 1. FC Köln

Der Fußball-Bundesligist kann weiterhin nicht auf dem Transfermarkt aktiv werden – weil das Geld fehlt. Um neue Spieler zu verpflichten, müssen erst Profis verkauft oder verliehen werden. „Ewig warten“ wollen potenzielle Verstärkungen wie Toni Leistner allerdings nicht.

Es ist nur ein Satz, aber er zeigt das ganze Dilemma, in dem der 1. FC Köln derzeit steckt, Toni Leistner hat ihn gegenüber der „Bild“-Zeitung gesagt: „Ewig kann ich nicht warten.“ Der Innenverteidiger hat in der Rückrunde der abgelaufenen Saison für den Fußball-Bundesligisten gespielt, er war ausgeliehen vom englischen Zweitligisten Queens Park Rangers, Leistner lief 13 Mal für den FC, seine Leistung war meistens ordentlich. Sowohl der FC als auch der Abwehrspieler verkündeten vor wenigen Wochen, dass beide Seiten sich vorstellen können, dass Leistner in Köln bleibt. Es habe bereits vor einigen Wochen „eine Übereinkunft“ gegeben, sagte der 29-Jährige – aber: „Ich habe seitdem nichts mehr vom FC gehört.“

Das liegt daran, dass Kölns Verantwortliche sich es plötzlich anders überlegt haben, sondern eher daran, dass ihnen die Hände gebunden sind: Der FC kann keine Spieler verpflichten – wenn er nicht Profis verkauft, um Ablösen zu generieren, oder zumindest verleiht, um die Kosten für den aufgeblähten Kader zu verkleinern. Selbst kleine Ablösesummen sind kaum stemmbar, so wie in Leistners Fall. Der Verteidiger will nicht zurück nach London, der Club plant nicht mit ihm, sein Vertrag läuft nur noch ein Jahr; wirklich teuer wäre der Verteidiger nicht. Und doch ist er derzeit wohl zu teuer.

Das Transferfenster ist zwar bis zum 5. Oktober geöffnet, der FC könnte aber dennoch unter Druck geraten – weil auch die Spieler in Zeiten der Corona-Krise nach Sicherheit lechzen. „Ich muss auch an mich und meine Familie denken“, sagte Leistner. „Wenn ein anderes Angebot kommt, das zu 100 Prozent passt, würde ich woanders zusagen.“

Und was für ihn gilt, zählt für viele Profis. Köln will sich ja auch auf anderen Positionen verstärken, vor allem im Mittelfeld und im Angriff – und erst recht, wenn der zuletzt vom FC Schalke 04 ausgeliehene Offensivspieler Mark Uth nicht zu finanzieren ist und Torjäger Jhon Cordoba aufgrund seines im Sommer des nächsten Jahres auslaufenden Vertrags verkauft werden muss. Ein Wechsel des kolumbianischen Stürmers würde zwar Geld in die Kölner Kassen spülen, es müsste aber auch ein treffsicherer Ersatz her.

Bringt Guirassy noch mal Geld?

Und so hofft der Verein auch auf durchaus ungewöhnliche Einnahmequellen: Im Januar 2019 hat der FC Serhou Guirassy an den SC Amiens abgegeben – und hat sich eine Weiterverkaufsbeteiligung am Stürmer gesichert, der trotz des Abstiegs seines Clubs in Frankreich auf sich aufmerksam gemacht hat.

Der 24-Jährige soll unter anderem das Interesse englischer Clubs geweckt haben, er soll rund 20 Millionen Euro kosten – und könnte den Kölnern so rund zwei Millionen Euro bringen, die der Bundesligist ziemlich gut gebrauchen könnte.