Unentschieden im Spitzenspiel: Drexlers Tor reicht nicht zum Sieg

Unentschieden im Spitzenspiel : Drexlers Tor reicht nicht zum Sieg

Der 1. FC Köln trennt sich im Spitzenspiel der 2. Fußball-Bundesliga 1:1 vom Hamburger SV. Wintzheimer gleicht für den HSV kurz vor Schluss aus. Der Sieben-Punkte-Vorsprung des FC an der Tabellenspitze bleibt bestehen.

Vor diesem Fußballspiel am Montagabend waren viele Menschen ins Schwärmen geraten, sie sprachen und schrieben vom „größten Duell“ und der „besten Partie“, es klang ein bisschen nach Champions-League-Finale. So groß war das Spiel nicht, natürlich, und dennoch war die Euphorie berechtigt: Der 1. FC Köln empfing den Hamburger SV, Erster gegen Zweiter in der 2. Bundesliga, zwei Traditionsvereine, ein ausverkauftes Stadion. Auch Markus Anfang hatte sich vom Enthusiasmus anstecken lassen, Kölns Trainer hatte gesagt: „Das wird ein Ausnahmespiel.“ Er sollte Recht behalten. Und doch wird er darüber nur bedingt glücklich sein: Sein FC spielte in einem phasenweise hochklassigen Spiel 1:1 gegen den HSV, obwohl er nach Dominick Drexlers Treffer (26. Minute) lange geführt hatte. Manuel Wintzheimer glich erst nach 85 Minuten aus. Immerhin wahrte der FC damit aber seinen Vorsprung von sieben Punkten auf den HSV und liegt nun zehn Zähler vor dem Dritten Union Berlin.

Mit Elan und Pressing

Die beste Nachricht des Tages hatte Anfang lange vor dem Spiel erhalten: Sein Vater Dieter ist aus dem künstlichen Koma erwacht, er hatte vor dem Spiel des FC beim MSV Duisburg am Mittwoch im Stadion einen Herzinfarkt erlitten. Anfang hatte seine Mannschaft dennoch auf das Spitzenspiel vorbereitet – und entschieden, die Startelf auf zwei Positionen zu verändern: Der zuletzt angeschlagene Verteidiger Jorge Meré und Mittelfeldspieler Johannes Geis rückten für Lasse Sobiech und Louis Schaub ins Team, sie sollten dem FC wieder mehr Stabilität verleihen, die beim 4:4 in Duisburg arg vermisst wurde. Erst mal konnten aber auch Meré und Geis nur teilnahmslos auf dem Platz herumstehen, weil im Hamburger Fanblock Bengalos und Feuerwerkskörper gezündet wurden und die Partie mit ein paar Minuten Verzögerung begann.

Nach dem Anpfiff war der FC aber gleich im Spiel: Nach nur 44 Sekunden schoss Simon Terodde erstmals auf Tor, sein Versuch wurde geblockt. Anfangs Mannschaft hatte sich viel vorgenommen, das war gleich in den ersten Minuten zu sehen, sie attackierte den Gegner schon tief in dessen Hälfte. Es war das richtige Mittel gegen verunsicherte Hamburger: Der HSV spielt eine schwache Rückrunde, er liegt längst nicht so klar auf Aufstiegskurs wie der FC. Und so drückte Köln immer weiter, ohne dabei zu klaren Möglichkeiten zu kommen. Der Führungstreffer lag dennoch in der Luft – und er fiel in der 26. Minute: Nach einer Ecke von Geis verlängerte Marco Höger den Ball per Kopf an den langen Pfosten, Drexler schob ein. Es war die verdiente Führung für einen couragierten Auftritt. Die erste echte Chance für die Gäste gab es erst in der 34. Minute, als Orel Mangala nach einer Hereingabe von Bakery Jatta ein Luftloch schlug. Es war nahezu die einzige Szene, in der Köln Hamburg mal zur Entfaltung kommen ließ.

Zur Pause führte der FC verdient, aber Hamburg wollte sich in Köln nicht ergeben, im Gegenteil: Der Verfolger kam mit Schwung aus der Kabine. Erstmals brenzlig wurde es für den FC, als Meré eine scharfe Hereingabe kurz vor dem einschussbereiten Yatta zur Ecke spitzen konnte (53.). Es wurde nun ein offener Schlagabtausch, weil Köln sich zunächst nicht einigelte und Hamburg mutiger wurde. Nach einem Zweikampf von Jhon Córdoba mit Leo Lacroix forderte erst der FC einen Elfmeter, Schiedsrichter Robert Hartmann pfiff nicht (57.); nach einem Zweikampf zwischen Meré und Mangala forderte dann der HSV einen Strafstoß, Hartmann pfiff wieder nicht (62.).

Das Spiel wogte hin und her, und nun hatten tatsächlich die Hanseaten Feldvorteile, Yatta verzog nur knapp (69.). Anfang reagierte, er brachte in der 74. Minute Verteidiger Sobiech für Stürmer Terodde, um die Defensive zu stärken. Weil der FC nun seinerseits aber immer seltener für Entlastung sorgen konnte, lag auch in dieser Phase wieder ein Treffer in der Luft. Der HSV rannte an, Kölns Defensive warf sich in die Schüsse. Die Einwechslung von Anthony Modeste für Córdoba brachte ein bisschen Zeit (81.), und bei der ersten Aktion des Franzosen im Strafraum des HSV forderten die Kölner erneut Elfmeter (84.). Es nützte nichts. Der späte Treffer fiel für den HSV. Der eingewechselte Wintzheimer drosch den Ball nach einer Ecke und viel Durcheinander im Strafraum ins Tor: 1:1.

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