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Köln: Die kurze, brisante Auswärtsreise des FC

Köln : Die kurze, brisante Auswärtsreise des FC

Julian Brandt hatte schon befürchtet, dass seine Worte viele Reaktionen auslösen würden, deshalb stellte er ihnen ja diesen kurzen Satz voran. „Das klingt jetzt hart“, hatte er gesagt, aber genutzt hat die Einleitung wenig. Weil nur der zweite Teil des Zitats des Leverkusener Offensivspielers hängenblieb: „Wenn Köln am Boden liegt, müssen wir — wenn möglich — noch mal drauftreten.“

Es ist immer ein besonderes Spiel, wenn die beiden Vereine aufeinandertreffen, keine anderen Bundesliga-Stadien in Deutschland liegen näher beieinander; die Arenen in Leverkusen und Köln trennen nur 25 Kilometer. Siege tun da immer besonders gut, Niederlagen besonders weh. Das Spiel steht unter besonderer Beobachtung der Polizei, sie hat Briefe an die Fanklubs beider Lager geschrieben. Ein brisantes Derby eben — auch wenn viele Kölner Fans das nicht anerkennen wollen, weil sie das Konstrukt des Werksklubs ablehnen.

Für den FC ist das Spiel diesmal noch spezieller, weil er nach dem 3:1-Sieg bei Hertha BSC im Pokal in der Liga so etwas wie einen Aufschwung schaffen will. Trainer Peter Stöger sagte: „Wir haben ein kleines Glücksgefühl durch den Sieg im Pokal, was neu und angenehm ist.“ Von einem Befreiungsschlag wollte er aber ausdrücklich nichts wissen, nur von einem „positiven Signal“ sprechen. „Wir wissen, dass es auf die Situation in der Bundesliga wenig Einfluss hat.“

Köln ist schließlich immer noch Tabellenletzter, hat erst zwei Punkte geholt, erst drei Tore geschossen — und trifft mit Leverkusen auf einen Gegner, der am vergangenen Wochenende beim überraschenden 5:1-Erfolg in Gladbach bewiesen hat, was er an guten Tagen leisten kann. Leverkusens Offensivreihe mit Brandt, Kai Havertz, Lucas Alario, Leon Bailey und dem rechtzeitig fit gewordenen Kevin Volland ist in einer beeindruckenden Form. Stöger sagt: „Da kommt einiges auf uns zu.“

Für seine Mannschaft muss es darum gehen, defensiv stabil zu stehen. Und eigene Chancen konsequent zu nutzen — wie in Berlin. Claudio Pizarro wird dabei nicht helfen können, er laboriert weiter an seiner Muskelverletzung. Die zuletzt angeschlagenen Defensivspieler Konstantin Rausch, Matthias Lehmann und Marco Höger haben am Freitag wieder trainiert und könnten spielen.

Von Beginn an spielen wird wohl Brandt, Pfiffe der Kölner Anhänger werden ihn dabei ganz sicher begleiten — auch wenn sein Trainer Heiko Herrlich am Freitag noch einmal versucht hat, die Aussagen seines Schützlings einzuorden: „Seine Botschaft war, dass er gewinnen will — das ist sein Ding, damit Feierabend.“

Und auch Stöger hat Brandt dessen Aussage nicht übelgenommen, er sagte: „So wie ich den jungen Mann kennengelernt habe, wird er nicht auf mich drauftreten, wenn ich am Boden liege.“ Er und seine Mannschaft haben ohnehin vor, in den nächsten Wochen obenauf zu sein.

Voraussichtliche Aufstellung: Horn - Klünter, Maroh, Heintz, Rausch - Jojic, Lehmann - Zoller, Bittencourt - Guirassy, Osako

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