Vor dem Spitzenspiel: Die FC-Torfabrik soll wieder liefern

Vor dem Spitzenspiel : Die FC-Torfabrik soll wieder liefern

An das Hinspiel dürften Trainer Markus Anfang und seine Spieler nicht die schlechtesten Erinnerungen haben: Zwar lag der ­1. FC Köln beim FC St. Pauli nach 25 Minuten mit 0:2 hinten, nach dem Schlusspfiff stand es jedoch 5:3 für den Bundesliga-Absteiger, der FC hatte die Partie gedreht und seine Torgefährlichkeit unter Beweis gestellt.

Köln grüßte von der Tabellenspitze, die Kiezkicker mussten sich mit Platz neun zufrieden geben.

16 Spieltage später stellt sich vor dem Rückspiel am Freitag (18.30 Uhr) die Lage deutlich anders dar: Der FC hat mit zwei Niederlagen in Folge einen Fehlstart in die Rückrunde hingelegt, die Spielabsage bei Erzgebirge Aue hat das Übrige dazugetan, dass St. Pauli am FC vorbeigezogen ist und die Kölner unter Erfolgsdruck stehen. „Die Zweite Liga ist gut in diesem Jahr“, hat auch Sportdirektor Armin Veh erkannt. „Da marschiert man nicht so locker durch“, meinte der 58-Jährige und führte den DFB-Pokal an. „Nicht ohne Grund sind drei Zweitligisten im Viertelfinale vertreten.“

Um wieder in die Spur zu kommen, muss FC-Coach Anfang allerdings keine neuen Zaubersprüche lernen, sondern die Mannschaft muss wieder altbekannte Tugenden auf den Platz bringen. „Es ist wichtig zu wissen, dass wir uns Torchancen herausspielen können“, meinte Anfang, „aber wir müssen auch das Gefühl haben, dass wir Spiele damit entscheiden können. Wir haben zu viele Torchancen liegen lassen. Das müssen wir besser machen“, fordert Anfang von seinen Spielern.

Dazu beitragen, dass es bei dem Spitzentreffen im Fußball-Unterhaus besser für den FC läuft als zuletzt, dürfte im defensiven Bereich auch die Rückkehr des zuletzt gelb-gesperrten Jonas Hector. Oft hat sich der FC zwar als Torfabrik gezeigt und liegt mit 47 Treffern in 19 Spielen an der Spitze, doch waren die fünf bisherigen Niederlagen zumeist defensiven Unaufmerksamkeiten geschuldet. „Wir müssen gegen St. Pauli von der ersten Sekunde an dagegenhalten und dann unsere Tugenden, unsere Art zu spielen, zum Tragen bringen“, fordert Anfang von seinem Team mehr als nur offensive Schönspielerei.

Die Warnung dürfte nicht zuletzt auch wegen des Winterzugangs der Mannschaft von Trainer Markus Kauczinski durchaus ihre Berechtigung haben, auch wenn Alex Meier schon 36 Jahre alt ist. „Wenn man so eine Klasse hat wie Alex Meier, dann kann man auch älter sein und weniger Spielpraxis haben und trotzdem gut sein“, warnt auch Sportdirektor Armin Veh, der den Ausnahmestürmer aus gemeinsamen Zeiten bei Eintracht Frankfurt kennt. Eindrucksvoll bestätigt hat Meier diese Einschätzung zuletzt mit seinen beiden Treffern gegen Union Berlin, die den Hamburgern den Sieg und damit den zweiten Tabellenplatz bescherten. „Wir wollen so gut wie möglich verhindern, dass er seine Klasse zeigt“, hat auch Kölns Coach seinen Spielern mit ins Pflichtenheft für diese Partie geschrieben.

Dass der Gästetrainer vor dem Aufeinandertreffen kleine Brötchen backt, dürfte auf Kölner Seite sicher niemanden in Sicherheit wiegen. „Das wird das nächste Brett“, seufzte Kauczinski vernehmlich und hofft, „dass wir mit unseren Mitteln auch in Köln etwas erreichen können“. Unbestritten ist bei allem Vorgeplänkel jedenfalls, dass der Ausgang dieses Spiels über Aufstieg oder Verbleib in der Liga mitentscheidet.

Kölns voraussichtliche Aufstellung: Horn - Sobiech, Meré, Czichos - Clemens, Hector - Risse, Drexler, Geis - Cordoba, Terodde

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