Weil alle Verfolger patzen: Der 1. FC Köln kann seinen Aufstieg kaum noch abwenden

Weil alle Verfolger patzen : Der 1. FC Köln kann seinen Aufstieg kaum noch abwenden

Alle Verfolger patzen. Und so ist den Kölnern das Wiedersehen mit der Bundesliga so gut wie sicher. Schon ein Remis reicht dem Verein rechnerisch.

Am Sonntagnachmittag drehte der 32. Zweitliga-Spieltag endgültig ins Absurde, als zuletzt auch noch Mitfavorit Union Berlin in Darmstadt verlor. Der 1. FC Köln hat damit schon vor dem Spiel am Montagabend (20.30 Uhr) bei der SpVgg Greuther Fürth sechs Punkte und 17 Tore Vorsprung auf den Relegationsrang. Zwei Spieltage vor Saison-Ende eine nur noch rechnerisch zu überbrückende Differenz.

 Der sechste wird damit endgültig der seltsamste Aufstieg der Kölner Vereinsgeschichte, das zeigt allein der Blick auf die Zahlen. Theoretisch könnte der FC die drei ausstehenden Partien verlieren – und wäre mit dann elf Saison-Niederlagen dennoch aufgestiegen. Hätte jemand den Kölnern am 11. April gesagt, dass sie keines der sieben ausstehenden Spiele gewinnen müssten, um die Rückkehr in die Erste Liga zu vollenden – es hätte wohl niemand geglaubt. Zumindest Armin Veh nicht, der Markus Anfang nach dem 1:2 gegen Darmstadt entließ, weil er „das Ziel in Gefahr“ sah.

Nun stellt sich heraus, dass nichts in Gefahr war, was Anfangs Nachfolger am Montagabend in eine nicht erwartete Situation versetzt: Ein Punkt reicht den Kölnern in Franken, um auch rechnerisch aufgestiegen zu sein. Ob sich André Pawlak dann dafür feiern lassen wird?

Klar ist, dass die Kölner Mannschaft zumindest Markus Anfang nach dem Schlusspfiff in Fürth nicht vor dem Kölner Block in die Luft werfen wird. Das liegt einerseits daran, dass der Trainer nicht mehr da ist. Andererseits war das Verhältnis zwischen Anfang und zahlreichen FC-Profis nicht so, dass mit großen Emotionen in Richtung des Trainers zu rechnen gewesen wäre.

Dass schon Anfangs 59 Punkte aus 31 Saisonspielen am Ende für den Aufstieg reichen würden, dürfte beim entlassenen Coach dennoch kaum für Genugtuung gesorgt haben. Dafür war der Abschied nach lediglich zehn Monaten in der Verantwortung zu bitter. Noch immer hat sich Anfang nicht bei seiner Mannschaft verabschieden dürfen. Man habe Unruhe vermeiden wollen, heißt es im Verein.

Matthias Lehmann im Kader

Einen Punkt müssen die Kölner jedoch holen, es gehört zu den Gepflogenheiten im Fußball, Ziele erst dann zu feiern, wenn sie auch rechnerisch erreicht sind. Und immerhin hat der 1. FC Köln selbst erlebt, was passieren kann: Im Doublejahr 1978 gingen sie mit zehn Toren Vorsprung auf die punktgleichen Mönchengladbacher in den letzten Spieltag. Weil der Tabellen-Elfte Borussia Dortmund sich aber 0:12 abschießen ließ, mussten die Kölner selbst noch ordentlich hinlangen – und besiegten St. Pauli auswärts 5:0. Allerdings scheinen die taumelnden Verfolger nicht in der Lage, noch eine Verschwörung anzuzetteln.

 Die Kölner reisten am Sonntag nach dem Abschlusstraining im Zug gen Süden, unterwegs verfolgten sie die Zweite Liga und hatten gerade die Grenze nach Bayern überfahren, als sie erfuhren, dass auch Union Berlin gepatzt hatte. Es war eine konventionelle Reisegruppe, die versprochenen Überraschungen im Kader war Pawlak schuldig geblieben: Noah Katterbach spielte am Sonntag mit den Kölner A-Junioren, Nikolas Nartey soll am Montagabend für die U 21 spielen. Frederik Sörensen, der unter Markus Anfang zuletzt elfmal in Folge nicht berufen worden war, blieb auch unter Pawlak in Köln. Einzige Besonderheit: Ex-Kapitän Matthias Lehmann steht erstmals in diesem Kalenderjahr im Kölner Spielkader.

Es fehlte Anthony Modeste, der seine Probleme im Oberschenkel nicht überwunden hat. Simon Terodde dagegen fuhr mit, allerdings hat der Stürmer in der vergangenen Woche nur reduziert trainieren können. Denkbar also, dass Pawlak auf ein 4-1-4-1-System umstellt und Jhon Córdoba als einzige Spitze beginnen lassen wird. So waren die Kölner auch in die Saison gestartet.

Voraussichtliche Aufstellung: T. Horn – Schmitz, Czichos, Meré, Hector – Höger – Schaub, Drexler, Koziello, Kainz – Córdoba.

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