Darf Markus Anfang nach Aufstieg beim 1. FC Köln weitermachen?

Anzeichen mehren sich : Ende von Anfang trotz Bundesliga-Aufstieg?

Natürlich gilt der schöne Spruch „Der Erfolg hat viele Väter, der Misserfolg ist ein Waisenkind“ auch für den Profi-Fußball. Vielleicht sogar in besonderem Maße, denn das Erlebnis, gemeinsam etwas erreicht zu haben, kann pushen und so mithelfen, weitere Erfolge zu kreieren. Und läuft es nicht so richtig rund, kann man ja auf die Idee kommen, an der ein oder anderen Stellschraube zu drehen, um wieder in die Spur zu kommen.

Bleibt beim 1. FC Köln vor dem Spiel am Freitag (18.30 Uhr) gegen den Tabellenzwölften Darmstadt 98 die Frage, was gerade überwiegt: das Gefühl des Erfolges oder das des zumindest zeitweiligen Versagens. Betrachtet man nur die letzten Begegnungen, bereiten vor allem die insgesamt sieben Gegentore durch die beiden Abstiegsaspiranten MSV Duisburg und Dynamo Dresden Sorge. Zumal es durch die liegen gelassenen Punkte rechnerisch nicht mehr möglich ist, gegen die „Lilien“ vor eigenem Publikum und bereits vier Spieltage vor Schluss den Aufstieg zu besiegeln.

Schaut man auf das große Ganze, könnte man am im Geißbockheim eigentlich ganz zufrieden sein: Tabellenführung und acht Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz lassen eine beruhigendere Bilanz zu als etwa beim Mitabsteiger Hamburger SV, dem gleich drei Klubs im Kampf um Platz zwei im Nacken sitzen.

Dennoch mehren sich die Anzeichen, dass FC-Sportdirektor Armin Veh intensiv daran arbeitet, die Weichen für die Zeit nach dem Erreichen des großen Ziels neu zu stellen – und das nicht nur für das Personal in den kurzen Hosen. Das Ende von Anfang trotz des direkten Wiederaufstiegs in die Bundesliga? Veh hat es bislang sorgfältig vermieden, sich zu einer (gemeinsamen) Zukunft mit dem 44-Jährigen zu bekennen, der aus seinem laufenden Vertrag bei Holstein Kiel herausgekauft wurde.

Anfang hingegen stellt sich schützend vor seine Spieler – und zieht damit zwangsläufig das Feuer auf sich, auch wenn er gerade berufliche Brandherde löschen , die das Zitat von Mittelfeldspieler Dominick Drexler („Das machen die Stars“) offenbarte, und familiäre Sorgen nach dem schweren Herzinfarkt seines Vaters Dieter verkraften muss.

„Man muss auch mal akzeptieren, dass die Jungs einen schlechten Tag haben. Da muss ich die Jungs schützen, das ist ein Geben und Nehmen“, sagte der gebürtige Kölner vor der Begegnung mit Darmstadt zur Nichtleistung in Dresden und warnte zugleich vor den Qualitäten des Teams von Trainer Dimitrios Grammozis, der in der Saison des vorletzten Abstiegs selbst noch das Kölner Spielertrikot trug. „Darmstadt spielt mit genau der selben Intensität wie Dresden. Wir müssen hart arbeiten. Es kann nicht immer alles fußballerisch gelöst werden“, sang Anfang das hohe Lied des zweikampf- und laufintensiven Fußball-Unterhauses. „Du musst Meter machen, dem Gegner die Stirn bieten.“

Verantwortung bei den Spielern

Doch damit liegt die Verantwortung auch wieder beim kickenden Personal, zu zeigen, dass der Kader vielleicht doch mehr ist als eine bloße Zweckgemeinschaft und keine zusammengeschweißte Einheit. „Wir werden unser Ziel, den Aufstieg, erreichen. Definitiv“, gibt Anfang vor. Dafür brauchen wir aber gute Spiele und dafür brauchen wir noch Punkte.“ Die Begegnung gegen Darmstadt wäre jedenfalls ein guter Anfang für das Ende – der Zweitligazeit.

Voraussichtliche Aufstellung: T. Horn - Meré, Höger, Czichos - Geis - Clemens, Schaub, ­Drexler, Hector - Terodde, Cordoba

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