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1. FC Köln: Altglienicke vor der Brust, die Zukunft im Kopf

1. FC Köln : Altglienicke vor der Brust, die Zukunft im Kopf

Ein paar Erkenntnisse über den Gegner, auf den der 1. FC Köln am Samstag (15.30 Uhr) in der ersten Runde des DFB-Pokals (15.30 Uhr) trifft, konnte Markus Gisdol auf der Pressekonferenz vor dem Duell mit der VSG Altglienicke doch noch loswerden.

Der Regionalligist sei eine „gute Mannschaft im Wettkampfrhythmus“, der Club aus Berlin sei „ein Aufstiegsfavorit“, sagte der Trainer des Fußball-Bundesligisten: „Wir nehmen das Spiel total ernst.“

Das mag stimmen, Fakt ist aber auch, dass der FC den unterklassigen Gegner schlagen muss, zwar nur vor 300 Zuschauern, aber immerhin im eigenen Stadion – und andere Fragen viel interessanter sind. Und so sprach Gisdol ziemlich wenig über das anstehende Spiel, dafür aber umso mehr über der Kader des FC. Oder eher das, was noch ein Kader werden soll. Gisdol sagte: „Dass wir noch ein bisschen was brauchen, ist kein Geheimnis.“

Das sollte nicht anklagend klingen, das war dem Trainer wichtig – und er stellte sich auch deshalb ausdrücklich vor sein aktuelles Team: „Die Spieler, die da sind, sind meine besten Spieler.“ Gisdol, der eigentlich keine Profis hervorhebt, lobte explizit Timo Horn, Rafael Czichos, Jannes Horn, Jonas Hector, Elvis Rexhbecaj und Jan Thielmann für ihre Leistungen in den vergangenen Wochen.

„Mit den Jungs, die wir da waren, haben wir eine richtig gute Vorbereitung absolviert“, sagte er. Dass der Kader zu dünn für die Bundesliga sein wird, weiß auch Gisdol, und viel Zeit bleibt ja nicht mehr; die Saison dort startet am nächsten Wochenende. „Ich bin keiner, der öffentlich Dinge einfordert“, sagte der Trainer. „Was wir noch machen wollen, wissen wir intern.“

Horst Heldt kann sich deshalb nicht über zu wenig Arbeit beklagen, der Sportchef des FC führt viele Gespräche, um „eine konkurrenzfähige Mannschaft“ zusammenzustellen. Köln hat in der Sommerpause ein Dutzend Spieler abgegeben, gekommen ist bislang nur Torhüter Ron-Robert Zieler, eine neue Nummer zwei.

Limnios kann noch nicht nach Deutschland reisen

Die Verpflichtung von Streli Mamba platzte, weil der Stürmer des SC Paderborn durch den Medizincheck fiel; der Wechsel von Dimitrios Limnios kann noch nicht finalisiert werden, weil der griechische Flügelspieler mit dem Coronavirus infiziert ist und noch nicht nach Deutschland reisen kann. „Dimi geht es soweit gut, und bis auf leichte Halsschmerzen hat er keine Symptome“, sagte Heldt. „Er kommt, wenn er negativ getestet wurde.“ Es versteht sich aber, dass es mit der Verpflichtung von Limnios von Paok Saloniki für gut drei Millionen Euro nicht getan sein wird.

„Um die Qualität zu verbessern, brauchen wir noch weitere Spieler“, sagte Heldt. Zumal die Zukunft von Stürmer Jhon Córdoba weiterhin unklar ist. Verbrieft ist das Interesse an den Offensivspielern Robin Hack (22, 1. FC Nürnberg) und Ajdin Hrustic (24, FC Groningen), die Gespräche laufen noch.

Gerüchte gibt es zudem um Marco Richter vom FC Augsburg; der 22-Jährige ist ebenfalls flexibel in der Offensive einsetzbar. „Wir beschäftigen uns mit Spielern, deren Namen schon mit uns in Verbindung gebracht wurden – aber vielleicht auch mit welchen, bei denen das noch nicht der Fall war“, sagte Heldt. „Dass wir auf dem Markt aktiv sind, ist keine Frage.“ Ob der FC auch in der Defensive nachlegen wird, ist offen; Frederik Sörensen ist nach seiner Leihe zu den Young Boys Bern bald eine zusätzliche Alternative.

Gegen Altglienicke muss Gisdol mit dem aktuell noch sehr kleinen Kader auskommen, was gegen einen Regionalligisten letztlich kein Problem sein darf – auch wenn neben dem Langzeitpatienten Florian Kainz auch Stürmer Anthony Modeste wegen seiner Knieprobleme ausfallen wird. Der Trainer sagte: „Wir nehmen die Situation so, wie sie ist.“ Und auch er hofft, dass sie bald ein bisschen besser sein wird.

Mögliche Aufstellung: T. Horn - Schmitz, Bornauw, Czichos, J. Horn - Hector, Skhiri - Thielmann (Drexler), Rexhbecaj, Jakobs - Córdoba