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Markus Gisdol verteidigt Heiko Herrlich: „Als habe er eine Bank überfallen“

Markus Gisdol verteidigt Heiko Herrlich : „Als habe er eine Bank überfallen“

Markus Gisdol vom 1. FC Köln hat den Trainer-Kollegen Heiko Herrlich vom Bundesliga-Rivalen FC Augsburg nach dessen Supermarkt-Ausflug während der Quarantäne mit deutlichen Worten verteidigt.

„Heiko wird gerade verurteilt, als habe er eine Bank überfallen“, sagte Gisdol: „Er weiß, dass er etwas gemacht hat, was nicht in Ordnung war. Aber die Verurteilung geht mir zu weit.“

Herrlich hatte die vorgeschriebene Hotel-Quarantäne verlassen, um einzukaufen und wird beim Spiel gegen den VfL Wolfsburg nicht auf der Bank sitzen. „Wir haben gerade Einschränkungen, die nicht so angenehm sind. Wenn dann mal einer links oder rechts über die Bande tritt, ist das menschlich“, sagte Gisdol: „Deshalb werde ich den Teufel tun, Heiko zu verurteilen.“ Er finde es „krass, dass er nicht am Spiel teilnehmen kann, weil er beim Einkaufen war“.

Das Leben in Quarantäne sei für die Fußball-Profis und den Stab „kein schönes“, sagte der 50-Jährige: „Du fährst zwischen Hotel und Trainingszentrum hin und her und siehst die Leute draußen auf der Straße laufen oder sogar im Eiscafé sitzen. Da siehst du, welche Opfer du bringst.“

Auch bei der Beurteilung des Verhaltens auf dem Platz - unter anderem ist es verboten, zu spucken, gemeinsam zu jubeln oder sogar dem Gegner aufzuhelfen - fordert Gisdol zumindest Nachsicht. „Regeln sind gut. Die Spieler kennen sie alle und werden versuchen, sich so gut wie möglich daran zu halten. Aber es muss immer ein Stück Menschlichkeit bleiben“, forderte er.

„Man sollte aufhören, die Spieler und uns wie Polizisten zu beobachten. Wenn einer auf den Boden spuckt, hat er vielleicht nur eine Mücke im Mund gehabt. Soll er die unterschlucken? Und wenn einer am Boden liegt und ein anderer hilft ihm auf, halte ich das nicht für das Allerschlimmste. Alle Spieler auf dem Platz und alle drumherum sind negativ getestet.“

(dpa)