1. FC Köln trifft auf Borussia Mönchengladbach

Köln vor dem Derby gegen Gladbach : Beierlorzer will zum Erfolg mit eigenen Stärken

Kölns Trainer Achim Beierlorzer warnt vor dem „Derby-Wahn“ und verspricht, dass seine Spieler gegen Borussia Mönchengladbach alles investieren werden. Ein Rückkehrer könnte eine wichtige Waffe werden.

Wäre Achim Beierlorzer ein abergläubischer Mensch, der Trainer des 1. FC Köln müsste Ersatztorhüter Thomas Kessler im Derby gegen Borussia Mönchengladbach am heutigen Samstag (15.30 Uhr) ins Sturmzentrum stellen. Insgesamt vier Spieler aus dem aktuellen Kader des Bundesliga-Aufsteigers besitzen Erfahrung in diesem Ringen mit dem rheinischen Rivalen – und Kessler ist der einzige aus diesem Klub, der gegen die Borussia noch nicht den Siegtreffer erzielt hat. Anthony Modeste erzielte 2015 den Treffer zum 1:0-Endstand, Marcel Risse (2016) und Simon Terodde zwei Jahre später markierten jeweils in der Nachspielzeit das 2:1 zum Triumph der Geißböcke.

Nun ist Beierlorzer als Gymnasiallehrer für Mathematik und Sport wohl eher nicht der Typ, der an Magie glaubt, zumal weder Risse noch Terodde in der Startformation stehen werden und Kessler auch nur zwischen die Torpfosten rücken dürfte, falls sich Timo Horn in der Begegnung ernsthaft verletzen würde. Auf große Derby-Erfahrung kann der frühere Coach von Jahn Regensburg, der U 17 von RB Leipzig und des SV Kleinsendelbach auch nicht zurückblicken, und so mahnt der 51-Jährige zu Konzentration und Ruhe. Zumal mannschaftliche Geschlossenheit und das Besinnen auf die eigenen Stärken sicher eher zum Erfolg gegen die Elf vom Niederrhein führen dürften als das Hochfahren von Emotionen in seinem Kader. „Wir dürfen im Derbywahn nichts tun, das uns nicht weiterbringt“, sagt Beierlorzer also folgerichtig. „Wir dürfen uns nicht verwirren lassen.“

Und so gab es für die Kölner Profis im Trainingsbetrieb in dieser Woche auch keine derbyspezifischen Inhalte, wenn es so etwas überhaupt geben kann. „Wir haben nichts anders gemacht. Wir werden alles investieren, nichts zurückhalten“, baut der FC-Coach eher darauf, dass seine Spieler nach dem Lucky Punch beim SC Freiburg und dem trotz der 1:3-Niederlage spielerisch beeindruckenden Vortrag gegen Borussia Dortmund erneut alles in die Waagschale werfen werden – und mit der Wucht der eigenen Fans im Rücken vielleicht auch über die eigentliche Leistungsgrenze hinausgehen.

Doch auch hier bleibt sich der Mathematik-Lehrer treu, wenn er ankündigt, dass sein Team wie in jeder anderen Begegnung auch „an die 100 Prozent herankommen will“. Hilfreich dürfte sein, dass alle Kölnder, die für ihre Nationalmannschaften abgestellt waren, nicht nur gesund zurückgekehrt sind, sondern auch noch „positiv und in guter Stimmung“.

Spricht über Stärken: Kölns Trainer Achim Beierlorzer. Foto: imago images / Sven Simon/Elmar Kremser/SVEN SIMON;via www.imago-images.de

Direkt am Geißbockheim hat dagegen Jhon Córdoba an seinem Comeback gearbeitet – und dürfte mit seiner körperlichen Präsenz sicher erste Wahl sein, wenn es darum geht, den Ball in die gegnerische Rote Zone zu befördern. Zumal der FC-Kader noch in guter Erinnerung haben dürfte, wie einfach der Ausgleich durch Modeste im Freiburg-Spiel zustande kam. „Wenn wir die Chance haben, Bälle gezielt vorn reinzubringen, ist das ein Paradebeispiel“, fordert Kölns Coach seine Spieler zu mehr Mut in der Offensive auf. „Wir müssen uns mehr mit dem Gegner und unseren Stärken als mit dem Derby beschäftigen. Wir müssen nicht bereit für ein Derby sein, sondern bereit für ein Spiel gegen Borussia Mönchengladbach“, hat Beierlorzer seinen Spielern mit auf den Weg gegeben.

Und falls das alles nicht helfen sollte, könnte ja immer noch Thomas Kessler in die Partie kommen – im Sturmzentrum, in der Nachspielzeit.

Voraussichtliche Aufstellung: Horn - Ehizibue, Meré, Bornauw, Hector - Skhiri, Verstraete - Schindler, Drexler - Cordoba, Modeste

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