Köln: 1. FC Köln sucht „mit Sorgfalt” einen Nachfolger für Schmadtke

Köln : 1. FC Köln sucht „mit Sorgfalt” einen Nachfolger für Schmadtke

Fußball-Bundesligist 1. FC Köln will nach der unerwarteten Trennung von Manager Jörg Schmadtke mit äußerster Vorsicht den nächsten Schritt machen. „Wir werden eine große Sorgfalt an den Tag legen, den Nachfolger von Jörg Schmadtke auszusuchen, weil wir wissen, welche Bedeutung diese Funktion hat in diesem Club”, erklärte Kölns Präsident Werner Spinner am Dienstag in einem Statement vor der Geschäftsstelle auf dem Clubgelände am Geißbockheim.

Unter anderem die ehemaligen Bundesliga-Manager Klaus Allofs (VfL Wolfsburg, Werder Bremen) und Jan Schindelmeiser (1899 Hoffenheim, VfB Stuttgart) sind derzeit ohne Beschäftigung. Für die anstehende Transferperiode seien nun Trainer Stöger und Sportdirektor Jörg Jakobs in der Verantwortung, „sodass wir sicher sind, dass wir ein qualitativ hochwertiges Team am Start haben, um diese Transferperiode erfolgreich abzuschließen”, erklärte Spinner weiter.

Trainer Peter Stöger, von der Entwicklung selbst „überrascht”, meinte auf der Pressekonferenz vor dem DFB-Pokal-Spiel gegen Hertha BSC am Mittwoch (18.30 Uhr): „Wenn Jörg Schmadtke jetzt weg ist, wird der Transfermarkt nicht einfacher.”

Der Bundesliga-Letzte Köln und Schmadtke hatten am Montagabend ihre Trennung bekanntgegeben. Der eigentlich noch bis 2023 laufende Vertrag mit dem Geschäftsführer sei mit sofortiger Wirkung im „beiderseitigen Einvernehmen” aufgelöst worden, hieß es in einer Mitteilung des Tabellenletzten. „Jörg Schmadtke kam am Montag zu uns. Wir haben ein ausführliches Gespräch geführt und in diesem Gespräch hat er signalisiert, dass er bereit wäre, den Weg freizumachen für einen neuen Impuls. Im Laufe des Gesprächs hat sich dann eine Vertragsauflösung als die einzig sinnvolle Lösung ergeben”, berichtete Spinner aus der Unterhaltung.

Trainer Stöger trat Annahmen entgegen, dass es zwischen ihm und Jörg Schmadtke zuletzt Dissonanzen gegeben habe. „Wir haben ein sehr enges und gutes Verhältnis gehabt, was die Zusammenarbeit betrifft. Es war von Vertrauen geprägt. Ich habe viele, viele positive Erinnerungen”, sagte Stöger zur Zusammenarbeit.

Die öffentliche Stimmung gegen den in Köln lange Zeit als Kultfigur umjubelten Schmadtke hatte sich spätestens nach der 0:1-Niederlage in der Europa League am Donnerstag in Borissow gedreht. Die Fans forderten lautstark den Rauswurf des Sportchefs. Zuletzt gab es im Bundesliga-Kellerduell gegen Werder Bremen ein torloses Remis. Die Transferpolitik ließ die Stimmung in der Öffentlichkeit offenbar kippen, nachdem Anthony Modeste für geschätzte 35 Millionen Euro nach China gewechselt war und sich die Neuen wie der derzeit verletzte Jhon Cordoba bislang noch nicht als große Verstärkungen erwiesen haben.

Im Sommer 2013 war der ehemalige Bundesliga-Torhüter Schmadtke nach Köln gekommen. Ein Jahr später schaffte der FC als Zweitliga-Meister die Rückkehr in die Bundesliga. In der darauffolgenden Spielzeit erreichte der Club Platz zwölf, kam 2016 auf Rang neun und qualifizierte sich in der zurückliegenden Saison mit Platz fünf für die Teilnahme an der Europa League.

In der laufenden Saison allerdings konnten die Rheinländer noch kein Liga-Spiel gewinnen und liegen mit nur zwei Punkten auf dem letzten Tabellenplatz.

(dpa)
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