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Aachen: 1. FC Köln: Grandiose oder nur gute Saison?

Aachen : 1. FC Köln: Grandiose oder nur gute Saison?

Kölns Trainer Peter Stöger wird sich am Dienstagabend kurz vor 20 Uhr wie gewohnt in seiner Coachingzone einrichten, um seine Mannschaft im Bundesliga-Spiel gegen Eintracht Frankfurt zu leiten und zu unterstützen. Die Gedanken des Österreichers dürften dabei kaum darum kreisen, dass er mit nun 129 Einsätzen auf dem Buckel die Marke der FC-Ikone Christoph Daum auf der Trainerbank geknackt hat.

Denn zum einen liegen die goldenen Tage, in denen sich ein Kölner Trainer freiwillig die Haare raufte, auch wenn er nicht gerade eine Niederlage in der Nachspielzeit hinnehmen musste, für Stöger viel zu lange zurück. Zumal der aktuelle FC-Trainer eher im Hier und Jetzt lebt und wenig Wert auf Statistiken aus grauer Vorzeit legt. Ernsthaftes Arbeiten statt weißes Ballett.

Zum anderen ist in der Bundesliga gerade die „Crunchtime“ angebrochen, in der die Entscheidung fällt, ob der FC am Ende eine gute Spielzeit abgeliefert und sein Saisonziel erreicht hat. Oder ob es tatsächlich eine grandiose werden wird, nach der die Antwort auf die Frage, wer das letzte internationale Vereinspflichtspiel im Kölner Stadion bestritten hat, nicht mehr „Alemannia Aachen“ lautet.

Zeit, die Last-Minute-Niederlage beim HSV aufzuarbeiten, bleibt nicht in der englischen Woche. Und so sagt der Stoiker in Stöger auch folgerichtig: „Das Trainerteam und die Spieler müssen Rückschläge verkraften können.“ Zugleich ist die Partie gegen das Team von Niko Kovac aber auch der Auftakt zum Kräftemessen mit Klubs aus dem dicht gedrängten Mittelfeld der Tabelle (Mönchengladbach, Leverkusen, Bremen), gegen die Siege zwar nicht doppelt zählen, aber Niederlagen schnell zur Fahrkarte für den Fahrstuhl in untere Regionen werden können.

Zwar fällt Serouh Guirassy mit muskulären Problemen erneut aus. Doch dass Kapitän Matthias Lehmann nach abgesessener Gelbsperre wieder in die Startformation rücken wird, dürfte der Kölner Heimstärke (23 von 37 Punkten vor eigenem Publikum) eher nützen als schaden.

Dass sich der Gegner gerade eine Schwächeperiode gönnt und sich in der Rückrundentabelle einen Kampf mit Darmstadt 98 um das erfolgloseste Team im Jahr 2017 gönnt, dürfte in der Vorbereitung dagegen eher für Gelassenheit sorgen. „Wir können das einordnen, Eintracht Frankfurt hat in den letzten Wochen wieder die Kompaktheit zurückgefunden, am Wochenende hätten sie das Heimspiel gewinnen müssen. Wir sind gewarnt“, sagt Stöger offiziell.

Nicht ausgesprochen werden dürfte, dass ein Dreier gegen Frankfurt eigentlich fest eingeplant werden muss, will man im internationalen Konzert wieder die Stimme des FC vernehmen. Schließlich war es Stöger selbst, der die Latte auf 52 Punkte gelegt hat, will man auf europäischer Ebene mitspielen — und das bedeutet 15 von 24 noch möglichen Punkten zu holen.

Voraussichtliche Aufstellung: Horn - Sörensen, Subotic, Heintz, Hector - Höger, Lehmann - Clemens, Jojic, Rausch - Modeste.