1. FC Köln beantragt Genehmigung für Anthony Modeste

Keine Einigung mit Tianjin Tianhai : FC beantragt Genehmigung für Modeste

Sechs Tage lang war Alexander Wehrle, der Geschäftsführer des 1. FC Köln, in China und versuchte angeblich, eine Einigung mit dem Klub Tianjin Tianhai im Transfertheater um den zurückgeholten Stürmer Anthony Modeste zu erzielen.

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch reiste Wehrle nun wieder nach Deutschland zurück. Zwar ohne Einigung mit den Chinesen, aber dennoch geht der FC mit Zuversicht den nächsten Schritt.

Denn unabhängig vom Verfahren zwischen dem Angreifer und seinem bisherigen Klub Tianjin hat der FC am Dienstag beim Weltverband Fifa eine Spielgenehmigung für den China-Rückkehrer beantragt. Ein entsprechendes Schreiben ging an die Fifa-Zentrale in Zürich. Die Zeit drängt ja auch: Am 31. Januar schließt um 18 Uhr das Winter-Transferfenster.

Die Kölner hatten den Urteilsspruch der Fifa, nach dem Modeste „ohne berechtigten Grund“ in China gekündigt hatte, als Aufforderung verstanden, eine Einigung mit Tianjin herbeizuführen. Wehrle war deshalb mit dem Auftrag nach China gereist, einen Vergleich mit den Chinesen zu schließen. Die forderten zunächst elf Millionen Euro, Wehrle hatte weniger anzubieten – dem Vernehmen nach vier Millionen Euro. Doch ließen sich die Chinesen auf nichts ein – offenbar in der Überzeugung, die Kölner würden angesichts des sich schließenden Transferfensters die Nerven verlieren.

Die Kölner haben neue Informationen erhalten, die dazu führen, dass die Kölner jetzt endlich die Spielgenehmigung beantragen können. Was genau sie herausgefunden hatten, das ließen sie offen. „Nach vielen Gesprächen in China und auf Grundlage zahlreicher interessanter Informationen sind wir in Abwägung der Gesamtsituation zu der Entscheidung gelangt, die Spielberechtigung für Anthony Modeste zu beantragen“, lässt sich der Geschäftsführer in einer Pressemitteilung des Klubs zitieren. Weiter heißt es: „Wir hoffen, dass die zuständigen Verbände die Spielberechtigung zeitnah erteilen und freuen uns darauf, Anthony wieder im Trikot des FC spielen zu sehen.“

Fristgerecht gekündigt

Die Kölner argumentieren: Die Frage der Spielgenehmigung sei nicht an das Verfahren zwischen Modeste und seinem ehemaligen Verein gebunden, an dem der FC nicht beteiligt sei. Tianjin besäße nicht mehr die Rechte am Spieler, da dieser seinen nach dem liberalen Schweizer Recht geschlossenen Vertrag aus berechtigen Gründen fristgerecht gekündigt habe und der Stürmer daher vertragslos sei. „Weder das Fifa-Urteil vom Dezember 2018 noch dessen Begründung stellen in Abrede, dass der Stürmer durch die Kündigung seines Arbeitsverhältnisses mit Tianjin ein vertragsfreier Spieler geworden ist“, führt der FC an.

Seit August hat der 30-jährige Franzose überhaupt keine Partie mehr bestritten. Für Manager Armin Veh ist die fehlenden Spielpraxis von Modeste aber kein riesiges Problem. „Tony ist Fußballer, er will unbedingt spielen. Und wir sind absolut überzeugt, dass er uns mit seinen Qualitäten weiterhelfen wird“, meint Veh. Modeste selbst kann es kaum erwarten, bis er die Spielgenehmigung erhält und in Aktion treten kann. „Ich bin dem 1. FC Köln dankbar für all die Mühe, die er investiert hat, um mich zu unterstützen. Sobald es möglich ist, möchte ich dem FC und seinen Fans mit Toren etwas zurückgeben.“

Noch hat der Zweitligist die Spielgenehmigung für den Angreifer nicht vorliegen. Und er plant für den Start auch noch nicht mit Modeste. Trainer Markus Anfang hatte erklärt, dass er nicht mehr damit rechne, den Stürmer bereits am Donnerstag bei Union Berlin (20.30 Uhr) einsetzen zu können. „Stand der Dinge gehe ich nicht davon aus, dass wir Tony nach Berlin mitnehmen. „Die Wahrscheinlichkeit, dass Tony eine Spielberechtigung bekommt, ist eher nicht gegeben“, sagte der Trainer. In einem Interview erklärte Manager Veh, dass er in der Rückholaktion des Torjägers ohnehin eher „eine Investition in die Zukunft“ sehe. „Das sagt mir mein gesunder Menschenverstand.“ Das Risiko sei nicht zu groß gewesen.

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