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Aachen: Fifa vertraut auf Tor-Technik aus Würselen

Aachen : Fifa vertraut auf Tor-Technik aus Würselen

Die Zuversicht bei Dirk Broichhausen, Geschäftsführer der Firma GoalControl, hielt sich im Vorfeld in Grenzen: „Wenn wir das schaffen würden, wäre es ein Wunder.“ Nun, das Wunder hat sich zugetragen: Das Würselener Unternehmen hat vom Fußball-Weltverband Fifa als Außenseiter den Zuschlag für die Einführung der Torlinientechnologie erhalten.

Die Fifa-Entscheidung gilt zunächst für den Confederations Cup, der Mitte Juni in Brasilien als Generalprobe für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr anläuft. Sollte sich das System der Würselener Technikschmiede beim ConfedCup bewähren und alle Fifa-Anforderungen erfüllen, dann werden die Kameras und Hochleistungsrechner von GoalControl auch bei der WM darüber mitentscheiden, ob der Ball nun die Torlinie überquert hat oder nicht.

Der Ball hat die Linie überquert, die Uhr des Schiedsrichters signalisiert „Goal“ nach 57 Spielminuten. Die Spieler auf der Linie in ihren schwarz-weißen Kluften gehören zur Standard-Versuchsanordnung, sie sollen das Messsystem zusätzlich „verwirren“.
Der Ball hat die Linie überquert, die Uhr des Schiedsrichters signalisiert „Goal“ nach 57 Spielminuten. Die Spieler auf der Linie in ihren schwarz-weißen Kluften gehören zur Standard-Versuchsanordnung, sie sollen das Messsystem zusätzlich „verwirren“. Foto: GoalControl

Und derart geadelt, dürfte auch der Auftrag der englischen Premier League nicht ausbleiben, die bereits ab der kommenden Saison die Torlinientechnologie im Ligabetrieb einsetzen wird. Dass dann die großen anderen nationalen Fußball-Verbände schnell nachziehen werden, ist absehbar.

GoalControl hatte in der Fifa-Endrunde drei Wettbewerber hinter sich gelassen: Zwei Systeme beruhen auf magnetfeldgestützte Kontrolle und einen Computerchip im Ball, der zweite Anbieter einer kamerabasierten Überwachung ist Sony — immerhin einer der Hauptsponsoren der Fifa — was die ursprüngliche Skepsis Dirk Broichhausens begründete.

Ausschlaggebend für die Entscheidung des Fußballweltverbandes waren aber „die Fähigkeit des Unternehmens, sich den lokalen Gegebenheiten anzupassen, und die Kompabilität des Systems mit dem Fifa-Spielbetrieb“. Überlegen ist das Würselener System auch bei der Genauigkeit: Die Abweichung von GoalControl liegt bei lediglich fünf Millimetern, gefordert war im Testbetrieb eine maximale Differenz von drei Zentimetern. Zudem kann GoalControl als einziges Kamerasystem auch durch weiße Tornetze „hindurchschauen“ und funktioniert mit allen Standardbällen.