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Aachen: Fahren: Holland-Party geht weiter

Aachen : Fahren: Holland-Party geht weiter

Die Weltreiterspiele, für Holland sind sie echte Feierspiele. Nur eine - für viele Fans sehr kurze - Nacht nach dem Erfolg der Springreiter ging die Party in Oranje am Freitag im Gelände weiter.

Die Marathonfahrt der Gespanne wurde zum Triumphzug für Ijsbrand Chardon, zum Wandertag für seine Fans.

Wo der niederländischeTopfavorit im Soerstal auch auftauchte, in seinem Windschatten zog er einen Schwarm in Oranje hinter sich her, hunderte Anhänger folgten dem Goldfavoriten von Hindernis zu Hindernis. „Die Karawane zieht weiter”, der etwas in die Jahre gekommene Karnevalshit der Kölschband „Höhner”, gestern war er aktuell wie nie.

Und „Sultan” Chardon fand die Oase, nach der die Karawane lechzte. Den Platz an der Sonne eroberte er mit der besten Zeit im Marathon, fehlerlos, das bedeutete zugleich die Führung in der Gesamtwertung.
Anfangsprobleme

Weniger zu lachen hatten die Fans von Michael Freund, der gleich im ersten Hindernis Probleme bekam, als sich die Leine um die Peitsche wickelte und er rund 25 Sekunden verlor. Weniger Glück hatte an gleicher Stelle der Ire Barry Capstick, der sich das Bein brach, als die Kutsche an einem Pfosten hängen blieb.

Bert Brans und sein Team von den Niederländischen Antillenkamen dagegen mit kleineren Schrammen davon. Für Michael Freund blieb am Ende Platz 16, zu wenig für den Grandseigneur, der damit insgesamt auf Rang neun abrutschte. „Die Einzelwertung kann ich abschreiben.”

Dafür übernahmen die Deutschen aber die Führung bei den Mannschaften, da Christoph Sandmann (6. Platz) und Rainer Duen (14.) gut im Kurs unterwegs waren. „Rainer und ich haben uns vorgenommen, null Fehler zu fahren”, sagte Freund mit Blick auf die heutige Hindernisprüfung. „Wenn Christoph dann nicht mehr als einen Fehlerpunkt holt, sind wir Weltmeister.” Und das wäre doch ein runder Abschluss für die Karriere des 51-Jährigen.

Der Belgier Felix Brasseur, der am Donnerstag noch wegen seiner Beteiligung an der Klage, die vor vier Jahren zur Aberkennung von Michael Freunds WM-Gold führte, ausgepfiffen wurde, wurde gestern freundlicher begrüßt und landete auf Platz zwei. Spannung ist also garantiert, wenn es heute ins Fahrstadion geht.

Die Bilder von der Reit-WM