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Düren: Evivo Düren fertigt den Deutschen Meister ab

Düren : Evivo Düren fertigt den Deutschen Meister ab

„Es hätte (noch) schlimmer kommen können”, mag VfB-Trainer Stelian Moculescu nach den beiden ersten Sätzen gedacht haben. Und es kam schlimmer!

Volleyball-Bundesligist Evivo Düren drehte im dritten Satz erst richtig auf, führte schnell 9:2, ließ Friedrichshafen kurz Luft schnappen (13:10), um den Deutschen Meister wieder in den Schwitzkasten zu nehmen (20:12) und den 3:0-Sieg (25:20, 25:23, 25:16) gemütlich nach Hause zu fahren.

Was heißt gemütlich? 2800 Menschen (exklusive des VfB-Trosses) hielt nichts mehr auf den Sitzen. Hemmungslos wurde Handball-Liedgut („Ladiladiladiladio”) übernommen und der Karneval kurzerhand zwei Wochen nach vorne verlegt.

Trainer angepappt

Hatte Moculescu nach den beiden ersten Sätzen noch über die Schiedsrichter gegrantelt, die seiner Meinung nach Düren bevorzugten, erlebte er das Ende der Demontage wie angepappt auf seinem Stuhl. Ein kurzes Shake-hands mit seinem Gegenüber Mirko Culic, und wortlos verschwunden war „Stelu” in den Katakomben der Arena Kreis Düren.

„Wir waren heute besser im Aufschlag, im Block und bei der Annahme”, konnte Dürens Manager Bernd Werscheck unwidersprochen behaupten. „Wir kommen mit der Halle einfach nicht zurecht. Aber das kann keine Entschuldigung für unseren Auftritt sein”, stand VfB-Star Jochen Schöps tapfer Rede und Antwort. Er war - geschwächt von einem Magen-Darm-Infekt - schon im zweiten Satz ausgewechselt worden.

Aber auch ein Schöps in Hochform hätte das Desaster nicht verhindern können. Das fädelte Zuspieler Ilja Wiederschein - der das Prestigeduell gegen Nationalmannschafts-Steller Simon Tischer klar gewann - geschickt ein. Im Fokus vor allem Mittelangreifer Malte Holschen, der dem Bundestrainer Moculescu eine Bewerbung frei Haus lieferte. „Malte für Deutschland” skandierte die Tribüne. „Ich bin bereit”, zeigt sich Holschen interessiert.

Im Gegensatz zu Libero Till Lieber, der mit dem Kapitel abgeschlossen hat. Das hielt den Abwehrchef aber nicht davon ab zu zeigen, wer in der Bundesliga der „Li(e)ber(o)” ist. Sein wievielter Sieg das gegen Friedrichshafen war, konnte Dürens Trainer Culic nicht sagen. Schließlich hat er mit dem SCC Berlin den VfB schon im Titelkampf bezwungen. Aber in einem ist er sich sicher: „So ein Spiel können wir auch in Friedrichshafen machen!”