Aachen: Energie und Mut sind das Erfolgsrezept bei den „Ladies“

Aachen : Energie und Mut sind das Erfolgsrezept bei den „Ladies“

Da hatte der Kommentator des TV-Senders Sport1 wohl offensichtlich vergessen, bis Vier zu zählen, als er bei der Übertragung des zweiten Play-off-Halbfinales in Dresden laut darüber nachdachte, wer wohl Titelträger werden könnte: Dresden, Schwerin oder gar Stuttgart? Schließlich gibt es ja auch noch dieses gallische Dorf an der Westgrenze, das bei der Titelvergabe gerne ein Wörtchen mitreden und sich auf keinen Fall kampflos beugen möchte.

„Dass wir es bis ins Halbfinale geschafft haben, ist eigentlich schon ein Riesenereignis für uns“, sieht Saskia van Hintum, Trainerin der Ladies in Black, ihre Mannschaft zwar eher in der Rolle des Underdogs, „aber dass wir mit den drei Topteams der Volleyball-Bundesliga mithalten können, ist toll“.

Doch nur zum Gratulieren werden die Aachenerinnen am Samstag (18 Uhr) sicher nicht in der Steengoed Arena im belgischen Maaseik auflaufen. „Unsere Heimspiele waren immer sehr überzeugend“, meint van Hintum mit Blick auf die Hauptrunde, „da haben wir gegen Stuttgart nur ganz knapp in vier Sätzen verloren, sonst wäre es in den Tiebreak gegangen“.

Die Ausgangslage für die Ladies ist klar: Die Aachenerinnen müssen nach der Niederlage im ersten Kräftemessen in Stuttgart gewinnen, um in der Serie „best of three“ noch die entscheidende dritte Begegnung — dann wieder in Stuttgart — zu erzwingen. Sollten die Ladies erneut als unterlegenes Team vom Platz gehen, ist die Saison damit beendet, die Aachenerinnen hätten — wie schon in der Saison 2013/14, als es in drei Spielen eine knappe Niederlage gegen Dresden gab — die Bronzemedaille sicher.

Doch um gegen den souveränen Hauptrunden-Ersten — Stuttgart musste bei 20 Auftritten lediglich drei Niederlagen hinnehmen, zwei davon im Tiebreak — erfolgreich antreten zu können, müssen die Ladies die Tugenden zeigen, mit denen sie sich den Respekt der Konkurrenz erspielt haben: „Wir müssen von Anfang bis zum Ende unsere volle Energie und den ganzen Mut aufbringen“, baut van Hintum auf mannschaftliche Geschlossenheit und Leidenschaft.

Entscheidend dürfte sein, wieviel Druck die Ladies mit ihren Aufschlägen auf die gegnerische Annahme machen können — und wer die Schlüsselduelle für sich entscheidet, bei der sich zwei aktuelle Aachenerinnen und zwei Ex-Ladies gegenüber stehen. Alle Spiele der Hauptrunde hochgerechnet war Aachens Kapitänin McKenzie Adams die zweiteffektivste Angreiferin der gesamten Liga (256 Angriffspunkte). Direkt dahinter folgt die Stuttgarterin Nika Daalderop, die zwar aufgrund wesentlich weniger Einsätze „nur“ auf 155 Punkte kommt, dafür aber eine bessere Quote aufweist (45,3 Prozent erfolgreiche Angriffe zu 44,3 Prozent).

Ebenso wichtig für den Ausgang des Spiels dürfte das „Oranje-Duell“ im Zuspiel sein, wo sich Femke Stoltenborg und Britt Bongaerts gegenüberstehen. Hier hat der MTV die Nase vorn, weil dessen Angreiferinnen deutlich mehr Punkte aus den „Vorlagen“ machten als die der Ladies.

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