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Aachen: Ein zerknirschter Grigor Dimitrov hadert mit sich selbst

Aachen : Ein zerknirschter Grigor Dimitrov hadert mit sich selbst

Am Tag danach war er so zerknirscht, wie es 17-Jährige nur sein können, wenn sie ihre eigenen ehrgeizigen Ziele nicht erreicht haben. „Das war einfach nur schlecht, ich habe keine Entschuldigung”, meinte Grigor Dimitrov, nachdem er beim Aachener Tennis-Challenger in der ersten Runde von Dominik Meffert mit 6:3, 6:0 förmlich vom Platz gefegt worden war.

Katapultartig ist der junge Bulgare nach oben geschossen, hat sich durch seine Siege in Wimbledon („Es war immer mein Traum, Wimbledon zu gewinnen, ich bin da hingefahren und habe es gemacht”) und bei den US Open an die Spitze der Junioren-Weltrangliste gesetzt und startet jetzt den steinigen Weg auf der Profi-Tour.

Und da heißt es nach der rauschenden Players-Party im All England Lawn Tennis and Croquet Club erst einmal kleinere Brötchen backen: Ein paar Future-Turniere hat Dimitrov mit wechselndem Erfolg bestritten, dabei drei Titel errungen. Bei seinem ersten Challenger im spanischen Segovia verlor er in der ersten Runde gegen Florent Serra in zwei Sätzen, und auch in Aachen musste er gegen Kurhaus-Profi Dominik Meffert schnell die Segel streichen. „Ich kenne ihn nicht, aber er hatte ziemlich gute Aufschläge”, musste der 17-Jährige seinem Gegner ungewollt Tribut zollen.

Rund 300 Plätze hatte Dimitrov in der Weltrangliste schnell gutgemacht, auch mit Hilfe seiner stärksten Waffe - der peitschenden, einhändigen Rückhand. Doch jetzt beginnt der dornige Teil des Weges, auch wenn Andre Agassi dem Jung-Profi bescheinigte, „er hat das Zeug dazu, die Nummer eins der Tennis-Welt zu werden”. Der Weg dahin führt zunächst einmal über Eckental zwischen Kleinsendelbach und Röckenhofen, wo das nächste Challenger-Turnier wartet.

Dabei hat Dimitrov noch nicht einmal den heute üblichen Roboter-Weg mit jahrelanger Kasernierung in einem Tennis-Camp hinter sich gebracht, sondern wird schon seit Kindertagen von seinem Vater trainiert, der auch mit ihm von Turnier zu Turnier zieht. Und auch die frühere schwedische Tennisspielerin Nina Wennerström von seiner Management-Agentur ist in Aachen an seiner Seite, um die organisatorischen Angelegenheiten zu regeln. „Sie ist sehr nett und hilft, wo sie kann”, lobt Grigor Dimitrov.

Nur ein Problem hat der 17-Jährige noch neben dem langen, steinigen Weg an die Tennisspitze selbst zu regeln. „Ich gehe auf eine ganz normale Sportschule in die Jahrgangsstufe 11 - und eigentlich bin ich jetzt schon überfällig.”

Gremelmayr geht sang- und klanglos unter

Im Spiel des Tages hatte Denis Gremelmayr (Lampertheim) gegen Karol Beck (Slowakei) keine Chance. Beck fertigte den Deutschen sang- und klanglos in zwei Sätzen mit 6:3 und 6:2 ab. Gremelmayr liegt in der Weltrangliste 120 Positionen vor dem Slowaken.

Weitere Ergebnisse, Einzel, 1. Runde: Bemelmans (Belgien) - Koning (Niederlande) 7:6 (3), 6:3; Hrbaty (Slowakei) - Ascione (Frankreich) 6:4, 4:6, 7:6 (4); Korolev (Russland) - Lorenzi (Italien) 6:1, 6:0; Desein (Belgien) - Rosol (Tschechien) 6:3, 6:3; Huta Galung (Niederlande) - Quereshi (Pakistan) 6:3, 6:1; Karanusic (Kroatien) - Crugnola (Italien) 4:6, 6:2, 7:5; Rehnquist (Schweden) - Bubka (Ukraine) 7:6 (8), 6:3; Juska (Lettland) - Beck (Stuttgart) 6:3, 5:7, 6:7 (6)

Doppel, 1. Runde: Cerretani/Moser (USA/Baden-Baden) - Karanusic/Pospisil (Kroatien/Tschechien) 6:3, 6:1; Bopanna/Quereshi (Indien/Pakistan) - Auckland/Norman (England/Belgien) 6:7 (4), 6:3, 13:11

Am Mittwoch stehen sich in der Top-Begegnung (nicht vor 19.00) Philipp Petzschner und Dawid Olejniczak (Polen) gegenüber. Für den verletzten Benjamin Becker rutscht „Lucky Loser” Alexander Flock ins Feld.