1. Sport

„Ein bisschen Formel 1 fahren in seiner Stadt, das ist schon cool”

„Ein bisschen Formel 1 fahren in seiner Stadt, das ist schon cool”

Monte Carlo. Für Nico Rosberg ist der Große Preis von Monaco ein Heimspiel. Der Williams-Pilot ist in Monte Carlo nicht nur aufgewachsen und zur Schule gegangen, er lebt hier auch seit einem Jahr in seiner ersten eigenen Wohnung.

„Ich hab´ ein Ein-Zimmer- Appartement im neuen Stadtteil Fontvielle”, sagte Rosberg. Nur einen Katzensprung entfernt liegt der Kurs. „Man steht auf, geht zur Arbeit, ein bisschen Formel 1 fahren in seiner Stadt - das ist schon cool”, verwies der Renn-Twen in seiner typisch locker-lässigen Art auf Vorteile gegenüber anderen Grand Prix hin.

Aber vom ganzen Glamour rund um das prestigeträchtigste Rennen in der Schicki-Micki-Metropole bekommt der in Wiesbaden geborene Wahl- Monegasse wenig mit. „Der Spaß steht an diesem Wochenende nicht im Vordergrund. Angesichts der vielen Termine überwiegt eindeutig die Arbeit”, versicherte Rosberg.

Beim fünften Saisonlauf am Sonntag (Start: 14 Uhr / RTL und Premiere) will der 21-Jährige den jüngsten Aufwärtstrend fortsetzen. Williams hat für die ganz spezifischen Bedingungen auf dem 3,340 Kilometer langen Stadtkurs durch die engen Häuserschluchten wie die meisten Teams ein neues Aerodynamik-Paket entwickelt. Zudem wird in Monte Carlo erstmals mit den superweichen Reifen gefahren.

Auch wenn beim Monaco-Rennen wegen der vielen Unwägbarkeiten immer wieder Überraschungen passieren, rechnet Rosberg nicht ernsthaft mit seinem ersten Grand-Prix-Sieg: „Ich würde nicht sagen, dass ich hier gewinnen kann, auch wenn ich es hoffe. Ich wäre schon froh, wenn ich den sechsten Platz von Barcelona wiederholen könnte.” Beim Großen Preis von Spanien erzielte Rosberg sein bislang bestes Resultat in 22 Rennen. „Das war eine große Genugtuung”, sagte er.

Nach bislang vier WM-Läufen hat Rosberg schon mehr Punkte als in der gesamten Vorsaison geholt. Vor Monaco liegt er mit fünf Zählern auf dem achten Gesamtrang; 2006 wurde er mit vier Zählern in seinem Premierenjahr WM-17. „Ich will schon wesentlich weiter vorne landen”, meinte er. Sollte es am Sonntag tatsächlich regnen - wie prognostiziert - könnte Rosberg schon beim Heimrennen einen Sprung nach vorne machen. „Der Williams-Toyota liegt ganz gut im Regen”, sagte er.

Monaco ist nicht nur der Heim-Grand-Prix, hier hat Nico auch als knapp sechsjähriger Knirps sein erstes Formel-1-Rennen live erlebt. „Ayrton Senna fuhr damals für McLaren-Mercedes”, erinnert er sich. „Ich wohnte auf dem Boot meines Vaters, das im Hafen vor der Schikane lag. Ich weiß noch, dass ich vom Lärm während der Vorqualifikation geweckt wurde.”

Damals habe er auf der Yacht mit Formel-1-Modellen gespielt, aber nie daran gedacht, einmal selbst so ein Geschoss zu fahren. Jetzt ist der Grand-Prix-Sport sein Lebensinhalt.

Nico Rosberg war am Samstag als Fünfter bester Deutscher in der Qualifikation.