1. Sport

Aachen: Die Westernreiter sind wieder in der Soers

Aachen : Die Westernreiter sind wieder in der Soers

Spektakuläres passiert bis zum kommenden Sonntag in der Albert-Vahle-Halle und im Dressurstadion des Aachen-Laurensberger Rennvereins. Und rund herum ist auch eine Menge los in der Aachener Soers. Wenn man so will: Die Cowboys sind da.

Die Westernreiter mit ihren Quarter Horses präsentieren ihren Sport auf der „Q 15 — International DQHA Championship 2015“. In ungezählten Wettbewerben, Prüfungen und Präsentationen können die Cowboys und -girls aus nächster Nähe beobachtet werden.

„Westernreiten ist Reitsport zum Anfassen“, sagt Uwe Stedronsky, der Vizepräsident der Deutschen Quarter Horse Association (DQHA). „Manchmal“, erzählt er, „wenn Reiter und Pferd vom Trainingsplatz kommen, werden zuschauende Kinder auch auf einen Reining-Hengst gehoben und sind dann mächtig stolz.“

Das ist aber nur eine Randnotiz. Im „richtigen Leben“ des Westernreiters geht es in Aachen „um über 100.000 Euro Preisgeld in den Futurity- und Maturity-Wettbewerben“, beziffert DQHA-Präsident Hubertus Lüring die Gewinnsumme ziemlich genau.

„Für viele Reiter, Vorsteller und Züchter von American Quarter Horses wird das wieder ein Highlight werden.“ Und Lüring sagt auch: „Wir sind immer wieder sehr froh, hier in der Pferdestadt Aachen zu sein. Auch wir Westernreiter genießen und schätzen dieses spezielle Aachener Flair.“

Die DQHA ist, klärt ihr Sprecher Frank Hansen auf, „nach den USA und Kanada weltweit der drittgrößte Zuchtverband von Quarter Horses“. In Aachen sind bis zum finalen Sonntag rund 500 Pferde und etwa 800 Reiter und Reiterinnen bei insgesamt 2500 Starts zu bestaunen. Besonders attraktiv kommen dabei die Rinder-Disziplinen, die Futurity-Klassen und/oder die Reining-Prüfungen daher, deren Schwerpunkte am Samstag und Sonntag liegen.

Sylvia Jäckle aus dem hessischen Büttelborn ist eine ganz besondere Teilnehmerin. Sie lässt es diesmal etwas ruhiger angehen als in den Jahren zuvor, leistet es sich, „mehr zu genießen und nur mit einem Pferd zu starten“, weil sie im Westernreiten so viel erreicht hat, wie kaum eine andere. Die insgesamt 13-fache Europameisterin und elfmalige Vize-Europameisterin in den Disziplinen „Western Pleasure“, „Hunter and Sattle“ und „Halter“, die seit 25 Jahren als Profi im Sattel sitzt, nennt „die Entwicklung der Veranstaltung in Aachen und des Westernsports enorm“.

Sie sagt das auch vor dem Hintergrund, „dass ich 1984 als Jugendliche erstmals in Aachen dabei war“. Westernreiten in Deutschland — das ist ein stetiges Weiterkommen der Reiter und Pferde. Es gibt durchaus viele, die umsteigen vom klassischen Reitsport zum Westsernreiten.“

Und Oliver Stein aus Rhede, der Reining-Spezialist, der als Jugendlicher anfing, heute Pferdetrainer ist, sagt: „Aachener ist eine der größten Veranstaltungen, die es gibt.“ So groß, dass sie den Europameisterschaften der Westernreiter locker das Wasser reichen kann, weiß Hubertus Lüring, der auf ein besonderes Highlight hinweist: „Fans der Rinderdisziplinen haben Grund zur Freude, denn das Cutting ist zurück in der Soers und wird als Abschluss einer großartigen Show am Sonntagabend in der Albert-Vahle-Halle ausgetragen.“ Und rund um das Dressurstadion, die Halle und den Trainingsplatz hat sich derweil ein „Westerndorf“ ausgebreitet. . .

(wp)