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Aachen: Die Soers wird zum Land des Lächelns

Aachen : Die Soers wird zum Land des Lächelns

Von asiatischer Zurückhaltung war da nichts mehr zu spüren: Lauthals jubelnd und lachend lagen sich die Koreaner in den Armen, klopften sich gegenseitig auf die Schultern und waren einfach nur glücklich.

Minuten zuvor war zwar ihr Schlussreiter Bong Gak Sohn, eigentlich der stärkste Reiter im Team, ausgeschieden, doch mit acht Fehlerpunkten nach zwei Umläufen hatten sich die Koreaner hinter Japan mit fünf Fehlerpunkten und vor Neuseeland für die Olympischen Spiele 2004 in Athen qualifiziert.

Auch Paul Schockemöhle strahlte: „Ich bin sehr zufrieden, hatte nicht wirklich damit gerechnet, sie haben doch so wenig Erfahrung”, freute er sich mit seinen „Jungs”, die er seit eineinhalb Jahren betreut, um die Wette. „Gutes Management”, warf Ex-Weltcup-Direktor Max Ammann im Vorbeigehen ein, und Ex-Europameister Schockemöhle lachte vor Freude über das Kompliment.

Doch gleich ist der Blick nach vorne gerichtet: „Wir haben vor Athen 2004 noch viel Arbeit, müssen weiter aufbauen, neue Pferde für die Jungs suchen.” Aus diesem Grund hat er Jung Ho Woo und Jung Hyn Joo, die beide Doppel-Null geblieben waren, auch nicht ins Stechen geschickt.

„Der CHIO Aachen kommt für sie noch zu früh”, verzichtete Schockemöhle auf die Möglichkeit, dass sich die beiden unter den vier Doppelnullern für das morgen beginnende Turnier qualifizieren konnten. Da starten nun der in Deutschland lebende Ägypter André Sakakini sowie der Japaner Tadayoshi Hayashi.

Letzter ist in Belgien bei Axel Verlooy stationiert. „Tadayoshi ist schon seit zehn Jahren bei mir”, erzählt der ehemalige Nationenpreis-Reiter, dessen zweiter Schützling Mariko Kato auch nur einen Zeitfehler verbuchte. Die anderen Team-Mitglieder trainieren in den Niederlanden bei Henk Nooren, ebenfalls Ex-Nationenpreis-Reiter.

„Taizo Sugitani kam schon als Kind immer zu mir, und nach der Schule zog er dann ganz in die Niederlande”, erzählt Nooren, der fest mit einer Qualifikation der Japaner gerechnet hatte.

Nicht auf europäisches, sondern US-Know-how setzten die Neuseeländer: Ihr Trainer Greg Best war 1988 auf Gem Twist Olympiazweiter mit den USA - und ist inzwischen ein „Kiwi”. „Die Liebe hat mich nach Neuseeland geführt.

Dann war die Liebe vorbei, aber ich hatte mich in das Land verliebt und bin sehr glücklich da”, erzählt Best lachend. Seinem Ziel, ein Start in Athen mit dem neuseeländischen Team, ist er nun nahegekommen, und mit Entrepreneur, derzeit verletzt, hat er ein Top-Pferd dafür.

Zwar hatte Khaled Al Eid Athen 2004 gar nicht auf dem Plan, doch der Olympia-Dritte von Sydney qualifizierte sich auch auf seinem Zweitpferd Ninety Nine ebenso als Einzelreiter wie sein saudi-arabischer Kollege Ramsy Al Duhami, der Ägypter André Sakakini, der Australier James Paterson-Robinson und der Jordanier Ibrahim Bisharat.