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Köln: Der Wille allein hilft RheinEnergie nicht

Köln : Der Wille allein hilft RheinEnergie nicht

Popcorn und Getränke an den Mann zu bringen, gehört normalerweise zu den einfachsten Unternehmungen in der Kölnarena.

Absatzprobleme stellen sich höchstens bei Darbietungen ein, die selbst die Laune rheinischer Frohnaturen nachhaltig beeinträchtigen: Wie etwa am Samstag, als Basketball-Bundesligist RheinEnergie Köln auch sein viertes Spiel der noch jungen Saison verlor und nunmehr sieg- und punktlos das Ende der Tabelle ziert.

70:80 unterlag die Mannschaft dem alles andere als optimal in die Saison gestarteten Meister Alba Berlin, und obwohl Manager Michael Mronz nicht müde wird zu erklären, „wir haben kein Trainerproblem”, werden die Diskussionen um Stephan Baeck, für dessen Verbleib sich die Spieler vergangene Woche einstimmig ausgesprochen hatten, nicht verstummen.

Sicher, die Partie verlief bis zu Beginn des letzten Viertels offen; aber nicht etwa, weil die Kölner den Berlinern das Leben vor 10.320 Zuschauern sonderlich schwer gemacht hätten, sondern eher wegen deren unkonzentrierter Reboundarbeit.

Dass es trotz aller Gegenwehr des tapfer kämpfenden C.C. Harrison (21 Punkte), gemeinsam mit Geert Hammink (12 Punkte, 14 Rebounds) und Terrence Rencher (13 Punkte, 10 Rebounds) einziger Kölner Akteur mit Bundesligaformat, schon wieder nicht zu einem Sieg reichte, lag vor allem an der absoluten Abwesenheit eines Centers, der dieser Bezeichnung auch nur annähernd gerecht geworden wäre: So unbeholfen agierte Marko Jovanovic (drei Punkte).

Jedes - seltene - Überraschungsmoment wurde bereits im Ansatz zunichte gemachte: Zum einen hielt der Serbe kaum einen Pass fest, zum anderen hatte er keine Idee, was mit dem Zuspiel anzufangen sei. Da auch Stipo Papic (7 Punkte) nicht viel souveräner auftrat, konnte die Berliner Abwehr sich problemlos der Distanzschützen annehmen, die folglich einen schweren Abend hatten und nur 13 von 46 Schüssen trafen: 28,3 Prozent - unterirdisch.

Baeck: „Irgendwann werden wir wieder gewinnen”

„Alle haben gesehen, dass wir gewinnen wollten”, verkündete Stephan Baeck, als seien alle weiteren Erklärungen überflüssig. Damit mochte der Coach zwar Recht gehabt haben, allerdings muss er sich die Frage gefallen lassen, warum außer Terrence Rencher keiner der Neuzugänge (Lütcke, Jovanovic, Papic), für deren Verpflichtung er verantwortlich ist, bislang über eine Mitläuferrolle hinausgekommen ist. „Irgendwann”, hält dem Baeck entgegen, „werden wir wieder gewinnen”. Irgendwann. Bis dahin bleiben die Zeiten schwer. Auch für die Popcorn-Verkäufer.