Neuss: Der TK Kurhaus macht gegen Halle Boden gut

Neuss: Der TK Kurhaus macht gegen Halle Boden gut

Ein Auge hatte Aachens Teammanager Alex Legsding auf dem Platz, das andere auf dem Smartphone, um die Zwischenstände der Begegnung Krefeld gegen Halle zu verfolgen und Spieler und Trainer Carsten Arriens mit den aktuellen Zwischenständen im Endspurt um die Deutsche Meisterschaft in der Tennis-Bundesliga zu versorgen.

Und der TK Kurhaus gab sich in Neuss keine Blöße: Mit 6:0 setzte sich der amtierende Meister durch. Gegen Tabellenführer Halle, der zwei Partien abgab, machte Aachen damit erneut Boden gut.

Neuss hatte sich gegen Aachen keine Chance ausgerechnet und spielte auf den Positionen drei und vier weit unter seinen Möglichkeiten. Trotzdem brauchte Julian Reister einige Zeit, um gegen den 16-jährigen ITF-Spieler David Eisenzapf in die Partie zu finden. Trotz des frühen Breaks im ersten Satz hielt Eisenzapf noch gut dagegen und kassierte erst im zweiten Durchgang die Höchststrafe.

Gegen die ATP-Nummer 242 Stefan Seifert kämpfte auch Matthias Bachinger erst gegen sich und dann noch gegen die äußeren Verhältnisse: „Die Bedingungen waren alles andere als einfach”, haderte er mit dem Wind und dem weichen Platz. „Aber erst hat mich mein Aufschlag gerettet, und dann habe ich selbst die wichtigen Punkten gemacht.” Vor allem, wenn er selbst unter Druck geriet, hielt Bachinger immer entschlossen dagegen.

Die Punkte drei und vier steuerten Daniel Brands und Florian Mayer für Aachen bei. Mayer gab gegen Jesse Huta Galung zwar die ersten beiden Spiele ab, fand dann aber zusehends bessere Antworten auf die Aufschläge und das Risikospiel seines Gegners. Fünf Spiele in Folge waren das Ergebnis, und auch im zweiten Satz folgte ein souveränes 6:1. „Ich wusste schon, dass Huta Galung in der Bundesliga bislang fast ungeschlagen war”, räumte Mayer ein und zeigte sich als Freund der Bundesliga: „Es macht Riesenspaß. Man muss sich nur mal die Besetzung in den Mannschaften anschauen.” Auch Trainer Carsten Arriens lobte seinen Top 20-Spieler mit seinem wenig spektakulären, aber stets druckvollen Tennis: „Florian ist ein Top-Teamspieler, einer, der sich immer voll einbringt.”

Brands hatte auf dem zweiten Court ebenfalls mit dem durchweichten Platz zu kämpfen. „Mein Gott, was für ein Acker”, fluchte Aachens Nummer zwei. Dennoch erarbeitete sich der 25-Jährige drei Satzbälle, wovon er den zweiten gegen Max Hertl verwandelte.

Nach dem 4:0-Zwischenstand versprachen die beiden Doppel zwar ohnehin wenig Spannung, das aktuelle Geschehen gab dann aber noch weniger her: Hertl/Eisenzapf waren für Bachinger/Brands eher Opfer als Gegner. Das Aachener Duo verlor nach dem 6:0 im ersten Satz erst beim Stand von 5:0 im zweiten die Konzentration und gewannen schließlich 6:2.

Im ersten Doppel setzten sich Mayer/Mertinak mit 6:1, 6:2 gegen Huta Galung/Seifert durch. „So eine Partie wie gegen Mannheim ist zwar emotional viel reizvoller”, war Arriens zufrieden. „Aber wir wollten hier alle Matches gewinnen.”