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Aachen: Das letzte Mal im „schönen Aachen”?

Aachen : Das letzte Mal im „schönen Aachen”?

Das geht ja gut los! Kaum 90 Minuten nachdem Lars Burgsmüller Platz 2 betreten hatte, musste er auch schon wieder gehen. Als Verlierer. „Die anderen waren einfach besser”, zuckt er mit den Schultern.

Doch traurige Verlierer sehen am Brüsseler Ring anders aus. „Ich wollte mich eh nicht auf das Doppel konzentrieren. Das war mehr ein Aufwärmtraining für mein Einzel”, kommentiert er das glatte Zwei-Satz-Aus beim Aachener ATP-Turnier mit Emilio Benefele-Alvarez gegen Karsten Braasch und Petr Pala.

Für Lars Burgsmüller startet das Aachener Turnier eigentlich erst mit dem Mitwoch. Dann muss sich die Nummer 2 der Setzliste mit dem Italiener Vincenzo Santopadre auseinandersetzen.

„Ich fühle mich gut”, sagt Burgsmüller. Dieses Gefühl hat er schon länger. Seit drei Jahren hat er sich unter den Top 100 in der Welt festgesetzt. Hartnäckig.

Mittlerweile steckt er mittendrin im reifen Tennisalter. In diesem Jahr wird er immerhin schon 28. „Doch irgendwie weiß ich, dass die beste Zeit noch vor mir liegt”, erzählt der Wahl-Schweizer selbstbewusst.

Seit 1995 ist er Profi, seit 1993 spielt er Turniere auf der Tour. Aber erst seit drei Jahren häufen sich die Erfolge. Und das macht Mut. „Ich habe immer an mich geglaubt. Zuletzt habe ich viele Matches gegen gute Gegner knapp verloren. Bald will ich sie knapp gewinnen”, blickt er voraus.

In Aachen will der Doppelsieger von 1999 seine ansteigende Form beweisen, in Eckental wird er die Saison beschließen. Dann wird kurz durchgeatmet.

2004 soll sein Jahr werden. „Ich will im nächsten Jahr in die Top 50 und bei den Masters-Turnieren so regelmäßig für das Hauptfeld qualifiziert sein”, steckt er sich seine Ziele.

Dann würde er in Paris und nicht in Aachen spielen. „Aachen gefällt mir ja sehr gut, aber wenn ich nächstes Jahr Top 50 stehe, bin ich vielleicht das letzte Mal hier...”, lächelt er.

Und mit jedem Plätzchen, das er in der Weltrangliste klettert, bekommt Burgsmüller neue Argumente für seinen Platz im Davis-Cup-Team. In Argentinien erfüllte er sich bereits den Traum, für Deutschland zu spielen.

Auch wenn es schlecht lief: Burgsmüller musste beim 0:5-Desaster glatte Niederlagen gegen David Nalbandian und Gaston Gaudio einstecken. Gegen Weißrussland stieg er mit dem Team ab.

In Aachen soll es nun besser laufen. Und Burgsmüller glaubt an ein gutes Omen. Erstrundengegner Santopadre kennt er aus der Bundesliga. Dort konnte der Sunderner Burgsmüller den Neusser Santopadre bezwingen. Eine Wiederholung würde den schlechten Start in die Woche spielend vergessen machen...