Allian-Preis beim CHIO: Weltranglistenerster Steve Guerdat riskiert alles

Allian-Preis beim CHIO : Weltranglistenerster Steve Guerdat riskiert alles

Der Schweizer Guerdat liefert in der Siegerrunde des Allianz-Preises die schnellste Runde ab, leistet sich an den letzten beiden Hindernissen aber zwei Abwürfe. Der Amerikaner McLain Ward siegt.

Ludger Beerbaum musste sich noch ein bisschen gedulden, bevor er den Parcours beim Allianz-Preis in ­Angriff nehmen durfte. Beim Ritt des Niederländers Marc Houtzager war eine Stange am SAP-Hindernis beschädigt worden und musste ausgetauscht werden. Unglücklicherweise hatte die „Ersatzlieferung“ die falsche Größe, und so kam es zu einer weiteren Verzögerung.

Glück brachte die neue Stange dem mehrfachen Olympiasieger jedenfalls nicht, im Gegenteil: Sein Pferd Cool Feeling touchierte sie, die Stange fiel, und sie bescherte Beerbaum den einzigen Abwurf. Mit vier Fehlerpunkten kam der 55-Jährige ins Ziel, und ­Beerbaum verpasste die Siegerrunde als 13. knapp; nur die zehn besten Reiter qualifizierten sich für den zweiten Teil der Prüfung.

Beerbaum war in prominenter Gesellschaft, auch Marcus Ehning, Simone Blum, Patrick Stühlmeyer, Felix Hassmann, Hendrik Sosath und Vorjahressieger Christian Ahlmann kamen nicht ohne Abwurf ins Ziel. Und so fand die Siegerrunde ohne deutsche Beteiligung statt.

Der technisch anspruchsvolle Kurs hatte für ein Fehlerfestival im ersten Durchgang gesorgt, nur drei Reiter legten eine Nullrunde hin. Martin Fuchs hatte sich auf ­Silver Shine lediglich einen Zeitstrafpunkt erlaubt – und legte im ­„Finale“ als erster Starter einen furiosen, fehlerfreien Ritt hin und eine sehr gute Zeit vor. Der Italiener Lorenzo de Luca auf Dinky Toy van de Kranenburg (4.) und der Brite Ben Maher auf F One Usa (3.) blieben ebenfalls ohne Abwurf, konnten die Zeit des Schweizers aber nicht unterbieten.

Der US-Amerikaner McLain Ward war auf Noche de Ronda, mit der er schon beim Mercedes-Benz Nationenpreis zwei Nullrunden gedreht hatte, noch rasanter unterwegs – und unterbot Fuchs’ Zeit um knapp eine Sekunde (55,29). „Ich wusste, dass ich schnell sein muss und auch ein bisschen Glück brauche, um zu gewinnen. Vor ­allem, wenn der Weltranglistenerste noch kommt“, sagte Ward.

Der Weltranglistenerste – das ist Steve Guerdat. Als der 37-Jährige auf Venard de Cerisy als letzter Reiter in den Parcours ging, schickte der Himmel Blitze über die Soers. Und blitzschnell war auch das Schweizer Duo unterwegs, bei jedem der neun Hindernisse ging ein Raunen durch das Publikum. Sieben Mal ging es gut, beim vorletzten Hindernis erwischte es Guerdat dann, ein weiteres Mal beim letzten – Platz neun. Und so bilanzierte Stadionsprecher Graf von Plettenberg am Ende: „Alles riskiert, alles verloren.“

(bj)
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