Warum das Reich der Mitte das Partnerland des CHIO ist

Warum das Reich der Mitte das Partnerland des CHIO ist

Wird man aufgefordert, zum Stichwort Reitsport möglichst viele passende Begriffe zu nennen, gehört China sicher nicht zu den naheliegenden Antworten, die zu erwarten sind. Warum das Reich der Mitte dennoch Partnerland des CHIO ist, erklärt die ALRV-Sportverantwortliche Birgit Rosenberg.

China und der Reitsport: Wie passt das zusammen?

Birgit Rosenberg: China ist kein klassisches Pferdeland, das wissen wir natürlich. Aber, es ist ein Land mit großem Potenzial, wo sehr viel passiert und sich entwickelt. Zudem hatten wir in den letzten Jahren die europäischen Länder rauf und runter als jeweilige Partner und wollten einmal einen anderen Akzent setzen.

Und da ist dem Aachen-Laurensberger Rennverein ausgerechnet China in den Sinn gekommen?

Rosenberg: So abwegig ist die Idee nicht, immerhin ist der ALRV seit 2012 Mitveranstalter eines Reitturniers in Peking. Dort sind bereits viele chinesische Reiter, auch aus dem Nachwuchs, am Start.

Wie ist es dazu gekommen? Ist der ALRV weiterempfohlen worden? Oder gab es eine Anfrage des Sportministeriums?

Rosenberg: Das Projekt beruht tatsächlich auf einer Empfehlung. Ludger Beerbaum hatte dieses Turnier ein Jahr lang allein auf die Beine gestellt, dann aber festgestellt, dass er in der Hauptsache Reiter ist und nicht Veranstalter. Daraufhin hat uns Ludger Beerbaum empfohlen, weil wir das nötige Know-how haben, und seitdem veranstalten wir das Turnier in Peking in Kooperation. Das Stadion dort ist einfach toll.

Leistet der ALRV sozusagen Entwicklungshilfe in Asien?

Rosenberg: Natürlich haben wir Interesse daran, den Sport weiterzuentwickeln, nicht nur auf den beiden Kontinenten, auf denen er schon jetzt eine große Rolle spielt. In dem Zusammenhang ist es auch wichtig, dass die asiatischen Sportler sehen, dass der Reitsport kein Closed Shop ist, sondern dass sie mithalten können. Aber dazu muss der Sport erst etabliert werden.

Stoßen Sie dabei auch auf Schwierigkeiten?

Rosenberg: Natürlich. Aufgrund der Quarantäne-Bestimmungen haben die Starter aus China und anderen asiatischen Ländern nicht die Möglichkeit, mit ihren eigenen Pferden anzutreten. Die Reiter sind dann hier in Europa stationiert und gehen bei Wettbewerben mit Leihpferden an den Start.

Dieses Handicap hatten die europäischen Starter bei den Olympischen Spielen in Peking doch auch.

Rosenberg: Weshalb die Reitwettbewerbe in Hongkong stattfanden.

Wann werden wir chinesische Starter beim CHIO sehen?

Rosenberg: Das ist bereits jetzt der Fall, wenn auch bei der kleinen Tour. Dort startet die Springreiterin Meimei Zhu. Der Vielseitigkeitsreiter Alex Hua Tian musste seinen Start leider kurzfristig absagen.

(rom)
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