Von Eckermann verzichtet auf Start beim Turkish Airlines-Preis

Springwettbewerb ohne Titelverteidiger : Von Eckermann verzichtet auf Start beim Turkish Airlines-Preis

Der Titelverteidiger verzichtet auf den Start beim Turkish Airlines-Preis, weil er zurzeit nur ein „Top-Pferd“ hat. Unter den 13 Hindernissen befindet sich kein offener Wassergraben. Dennoch ist es ein anspruchsvoller Parcours.

Am Ende siegte bei Henrik von Eckermann die Vernunft. „Du bist hier, um zu reiten. Dafür bist du hier, und nicht, um zuzugucken“, sagt der Schwede. Die Enttäuschung ist von Eckermann anzusehen. Denn der Titelverteidiger verzichtet auf die Teilnahme beim diesjährigen Turkish Airlines-Preis. Der Fokus des Springreiters liegt auf dem Nationenpreis am Donnerstag und dem Rolex Grand Prix am Sonntag. Kein Wunder, will sich der Schwede doch mit einem Sieg beim Großen Preis die Chance auf den Rolex Grand Slam und eine Prämie von einer Million Euro bewahren.

Ein strammes Programm

Angesichts dieses strammen Programms beim diesjährigen CHIO und der Tatsache, dass er zurzeit nur über ein „Top-Pferd“ verfüge, hat sich der Schwede dafür entschieden, seiner Stute Mary Lou nicht zuviel zuzumuten. Trotz des dritten Platzes beim Sparkassen-Young­sters-Cup sei Wallach Little Magic D’Asschaut noch nicht soweit. Zufrieden zeigte sich von Eckermann mit der Leistung beim STAWAG Eröffnungsspringen, bei dem er auf Mary Lou mit vier Fehlerpunkten und einer Zeit von 89,26 Sekunden auf dem 20. Platz landete.

Bei seinem Sieg im vergangenen Jahr musste von Eckermann bereits auf das geliehene Pferd Castello zurückgreifen. „Dieses Pferd habe ich in diesem Jahr leider nicht“, sagt der 38-Jährige enttäuscht. Der Schwierigkeitsgrad beim Turkish Airlines-Preis sei so hoch, dass man einem Pferd „keinen Gefallen“ tun würde, wenn es noch nicht auf Topniveau ist: „Da muss man auch fair gegenüber den Tieren bleiben.“

Durch von Eckermanns Verzicht steht somit bereits vor dem ersten Starter fest, dass es in diesem Jahr einen anderen Sieger beim mit 125.000 Euro dotierten Wettbewerb geben wird. Wer gewinnen will, muss eine schwierige Springprüfung meistern. Denn Parcoursbauer Frank Rothenberger hat sich für die Reiter etwas Ungewöhnliches einfallen lassen. Unter den 13 Hindernissen befindet sich nämlich in diesem Jahr kein offener Wassergraben. „Zum ersten Mal, seit ich hier bin“, sagt Rothenberger. Stattdessen wartet auf die Teilnehmer ein als Kombination genutzter Doppelgraben mit Triplebarre und Steilsprung. Ein besonders schwieriges Hindernis für die Pferde, da es sich direkt neben einem See befindet und die Tiere dadurch abgelenkt werden können.

Kein Wunder, dass die Reiter sich dieses Hindernis am Dienstag schon mal ganz genau mit ihren Pferden anschauten, um böse Überraschungen beim Springen zu vermeiden, das mit acht Hindernissen auf den ersten 200 Metern direkt in die Vollen steigt. „Vom Schwierigkeitsgrad ist es ein Großer Preis“, sagt auch von Eckermann. Wohl auch deshalb hat am Ende bei ihm die Vernunft gesiegt.

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