Dressur-Bundestrainerin Monica Theodorescu: Vom ersten Ritt an auf Platz eins

Dressur-Bundestrainerin Monica Theodorescu : Vom ersten Ritt an auf Platz eins

Dressur-Bundestrainerin Monica Theodorescu gibt Isabell Werth und ihren deutschen Teamkolleginnen eine klare Vorgabe mit auf dem Ritt in das Dressur-Viereck.

Marcus Ehning hatte die Bundestrainerin lachend getröstet: „Nach dem zweiten Tag habt ihr doch geführt“, sagte der Springreiter, als Monica Theodorescu vor dem CHIO-Start auf 2018 zurückblickte und monierte, dass die deutschen Dressurreiter nach dem Grand Prix am ersten Tag in der Gesamtwertung nur auf Platz zwei gelegen hatten. „Trotzdem“, unterstrich Theodorescu, „das möchte ich in diesem Jahr nicht wieder erleben.“

Auf die Dänen achten

Das deutsche Dressurteam, das zuletzt sieben Mal in Folge gewann, startet morgen in der Reihenfolge Helen Langehanenberg (Billerbeck) mit Damsey, Jessica von Bredow-Werndl (Tuntenhausen) mit Dalera, Dorothee Schneider (Framersheim) mit Showtime und Isabell Werth (Rheinberg) mit Bella Rose in den Grand Prix. Als stärkste Konkurrenz hat die Bundestrainerin die Dänen ausgemacht, da die anderen Teams wie etwa die USA ohne Vize-Weltmeisterin Laura Graves oder Großbritannien ohne Carl Hester am Start sind.

Zwar wird Olympiasiegerin Charlotte Dujardin, die zuletzt bei ihren EM-Siegen mit Valegro 2015 in der Soers zu sehen war, starten, sie setzt aber auf ihr Zweitpferd Erlentanz und nicht auf Mount St. John Freestyle, mit dem sie in Tryon WM-Bronze gewann. Doch auch die Ergebnisse vor Erlentanz, den Dujardin in Aachen erstmals außerhalb Großbritanniens auf dem Festland vorstellt, haben aufhorchen lassen.

„Die Dänen um Daniel Bachmann Andersen reiten stark, die müssen wir im Auge behalten“, sagt die Bundestrainerin. Der 29-Jährige hatte zuletzt unter anderem auf Blue Hors Zack den Grand Prix und die Kür beim Fünf-Sterne-CDIO in Falsterbo gewonnen.

Dabei sattelt Cathrine Dufour, die 2017 EM-Silber mit dem Team und zwei Mal Einzel-Bronze gewann, ihr Top-Pferd Cassidy gar nicht im Nationenpreis, sondern Bohemina. Der 16-jährige Cassidy ist bereits heute im Viereck zu sehen, Dufour stellt ihn im Grand Prix der sogenannten CDI****-Tour vor, der um 16.30 Uhr beginnt. Und so stark wie nie zuvor besetzt ist: Im Starterfeld stehen Emilio, unter Isabell Werth Vorjahressieger im „Großen Dressurpreis von Aachen“, Cosmo und Sammy Davis jr., Team-Weltmeister 2018 unter Sönke Rothenberger (Bad Homburg) bzw. Dorothee Schneider. „Und auch Escolar wird unter Hubertus Schmidt immer stärker, der Hengst entwickelt sich sehr gut“, sagt Theodorescu.

Kür oder Spécial, das ist die Frage

Nach dem Grand Prix müssen sich die Reiter entscheiden – für den Start im Spécial am Freitagabend oder für die Kür am Samstagabend. „Die meisten deutschen Paare werden im Spécial antreten“, sagt Theodorescu, die mit Blick auf die Europameisterschaften im August in Rotterdam in dieser klassischen Prüfung auch die Leistungen besser vergleichen kann.

Definitiv die Kür wird Ingrid Klimke (Münster) mit Franziskus wählen. Somit wird der Samstag für die Amazone zum Großkampftag, denn am Morgen startet sie schon mit der deutschen Equipe im Vielseitigkeits-Nationenpreis.

Auch Lokalmatadorin Jill de Ridder (Aachen), die mit Whitney unter anderem beim internationalen Turnier in Lipica den Grand Prix gewann, wird heute im Grand Prix ihre Rheinländer-Stute satteln. Nach einer langen Verletzungspause hatte sich Whitney erst im vergangenen Jahr beim CHIO auf der großen Bühne zurückgemeldet und sich zuletzt immer besser präsentiert. Und ihre Reiterin hat zudem hoffnungsvollen Nachwuchs im Stall: Mit der erst fünfjährigen Moosbend’s Rockadera qualifizierte sich Jill de Ridder für die Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde Anfang August in Ermelo.

Mehr von Aachener Nachrichten